1946 aus FC wird SC

1946 wird aus dem FC Düdingen der SC Düdingen

​​​​​​​Im Jahre 1946 beschloss die Generalversammlung, aus dem bisherigen Fussballklub einen Sport-Club zu machen, an welchen sich ausser Fussball vor allem auch eine Sektion Leichtathletik anschloss. Diese neue Vereinsabteilung zählte bald gegen 25 Mitglieder bei den Männern, und auch eine Damengruppe beteiligte sich fleissig an Trainings und Wettkämpfen. Unter der kundigen Leitung des grossen Leichtathletik-Trainers Humberset aus Freiburg, der zuvor mit viel Können auch das Training der Fussballer leitete, erzielten die Klubmitglieder der Abteilung Leichtathletik innert kürzester Zeit enorme Fortschritte, die sich auch in den Wettkämpfen resultatmässig auswirkten. Noch während der Zeit des Wirkens von Herrn Humberset betätigte sich der begabte Wider Rochus als Hilfstrainer und übernahm dann nach dem Weggang Humbersets die alleinige Trainingsleitung. Rochus selbst zeigte durch beständige Leistungen in verschiedenen Mehrkämpfen sein Talent und war seinen «Schützlingen» dadurch ein guter Lehrmeister. 
 
 

​​​​​​​Erfolg stellt sich ein


Dass eine aufbauende Körperschule auch für den Fussballer von grosser Wichtigkeit war, bewies die Tatsache, wie gross die Erfolge der Saison 1945/46 sich resultierten: Aufstieg der 1. Mannschaft des SC Düdingen in die 2. Liga. Ein grosses, langersehntes Ziel war erreicht. Leider musste die Mannschaft schon in der darauffolgenden Saison wieder in die 3. Liga absteigen. Ihre Gegner, damals noch aus den Kantonen Freiburg und Waadt zusammen eingeteilt, waren den jungen Düdingern vielfach körperlich voraus. Der schon frühzeitig eingeplante Wiederabstieg in die 3. Liga war weiter kein Unglück, war man sich doch auch der finanziellen Konsequenzen bewusst, die daraus entstanden waren. Bedeutend schlechter sah es aber bereits ein Jahr später aus, als die 1. Mannschaft sogar in die 4. Liga relegiert wurde. Bereits aber in der Meisterschaft 1949/50, also nur ein Jahr später, war die Mannschaft wieder dort wo sie eigentlich hingehörte, nämlich in der 3. Liga.
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Als dann nach acht Jahren Wider Rochus von seinem Posten zurücktrat, verflaute ganz allgemein das Interesse an der Leichtathletik innerhalb des Sport-Clubs. Bis 1950 wurden noch einzelne Sektionswettkämpfe bestritten, doch wanderten die zuvor überaus aktiven Mitglieder langsam ab oder bevorzugten nur noch den Fussball.

Eigentlich sehr schade, wenn man bedenkt, wie erfolgreich die «SportClübler» während Jahren bei ihren Auftritten waren. Neben dem grössten Mannschaftserfolg, einem Freiburger-Meistertitel im Sektionswettkampf, zeigte sich ein grosses Läufertalent von der allerbesten Seite. Der schlanksehnige Jeckelmann Josef, ein geborener Läufer wie man in der Fachsprache sagt, holte sich drei Freiburger-Meister-Einzelmeisterschaften (2 maI Meister über 3000 m, 1 maI Sieger über 1200 m). Dazu gewann Jeckelmann Josef verschiedene Geländelaufmeistertitel, und sein wohl grösster Erfolg war der Titel eines Zentralschweizerischen Geländelaufmeisters.

Wie schnell solche Leistungen und Resultate in Vergessenheit geraten beweist doch die Tatsache, dass die heutige Generation vielfach in Unkenntnis der Dinge die Frage aufwirft, warum der Sport-Club nicht Fussballklub heisse. War nun die Umstrukturierung im Jahre 1946 ein Fehler? Wir glauben es trotzdem nicht, denn alle, die im Kreise der Leichtathleten ihrer sportlichen Tätigkeit nachgingen, dürfen heute genau so stolz auf ihre Erfolge sein, wie dies ihre Klubfreunde aus der Abteilung Fussball waren. Ein Vorteil, der doch von wesentlichem Wert war, brachte die Sache doch mit sich: «Junge, willige, talentierte und aufgeschlossene Männer und ebenso sportbegeisterte Damen gehörten als Mitglieder dem Sport-Club Düdingen an, der darauf auch heute noch stolz ist!» ​​​​​​​