Aufstieg 1. Liga

Der ersehnte Aufstieg

Berits 6 Runden vor Schluss ist der Aufstieg perfekt.  In einer einseitigen Partie gegen Schönbühl  holte sich der SC Düdingen die noch benötigten drei Punkte zum Aufstieg in die 1. Liga mit einer eindrücklichen Leistung. 25 Jahre nach dem Abstieg aus der höchsten Amateurliga kann der SCD endlich wieder dorthin zurückkehren.

Zum zweiten Mal in der Klubgeschichte wird der SC Düdingen in der nächsten Saison in der höchsten Amateurklasse spielen. Seit dem Aufstieg in die 2 . Liga interregional vor fünf Jahren waren die Sensler in dieser Liga eine der Spitzenmannschaften. Nun wurden die Anstrengungen von Präsident Arno Krattinger und seinen Leuten endlich belohnt. Die Düdinger haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, haben Ende letzter Saison die Spreu vom Weizen getrennt und noch vermehrt auf die Karte Jugend gesetzt. Herausgekommen ist ein Team, das die Meisterschaft nach Belieben dominierte, das einen spritzigen und attraktiven Fussball zelebriert und das Fussballerherz höher schlagen lässt. Die Führungscrew liess sich in der vergangenen Saison auch durch einen miserablen Saisonstart nicht aus der Fassung bringen und liess Trainer Waeber in Ruhe weiterarbeiten.
Waeber, ein ausgewiesener Trainer, der in Düdingen seinen zweiten Frühling erlebt, hat allen Kritikern gezeigt, dass auch er ganz gut mit jungen Spielern etwas erreichen kann. Mit grosser Freude erwartet man den Auftritt dieses Teams in der 1 . Liga - vielleicht mit Derbies gegen den FC Freiburg !
 

Erfolg bringt auch Neider 


Nach dem Spiel konnte Trainer Jean-Claude Waeber von allen Seiten, darunter auch vom Kantonalpräsidenten Bernard Sansonnens, die Gratulationen entgegennehmen. Zuerst gab er die Blumen jedoch an seine Spieler weiter: « Der Mannschaft ein grosses Bravo und ein Merci ! Ich bin wirklich stolz auf das, was wir in dieser Saison zusammen erreicht haben.» Den Hauptgrund für den Erfolg sieht er darin, dass das Team als Einheit auftrat: « Für mich ist es unabdingbar, dass ein jeder seine Eigeninteressen zurückstellt und sich für die Mannschaft einsetzt. Ich habe den Spielern immer gesagt, ich würde Niederlagen akzeptieren. Aber nur, wenn ich sehe, dass sich ein jeder, aber auch wirklich ein jeder, für den anderen eingesetzt hat. » Oftmals wurde in Fussballkreisen der Vorwurf laut, Jean-Claude-Waeber sei nur ein Trainer für ambitionierte Klubs und könne es weniger mit der Jugend. In Düdingen hat er diese Kritiker nun eines Besseren belehrt. « Sicher, ich hatte in meiner Trainerlaufbahn oftmals das Glück, Teams zu übernehmen, die Ambitionen hatten und mir damit auch entsprechende Spieler zur Verfügung stellten », gibt Waeber zu, « aber ich habe mich immer in den Dienst des Klubs gestellt, für den ich gerade arbeitete. Hier in Düdingen haben wir beschlossen, die Karte Jugend zu spielen. Und da habe ich voll mitgezogen. » Es gebe eben leider im Fussball auch viele Neider, die die Idee des Sports nicht verstünden und einem erfolgreichen Trainer Missgunst entgegenbrächten. Für die kommenden Spiele wird Waeber seinen Ersatzspielern und auch dem einen oder anderen Junior, der diese Saison vorab im 2. Team eingesetzt wurde, eine Spielgelegenheit geben. Zudem möchte er die eine oder andere Systemvariante im Hinblick auf die nächste Saison ausprobieren: « Wir werden sicher auch die verbleibenden sechs Partien noch sehr ernst nehmen. Aber ich werde schon das eine oder andere ausprobieren. » Für die Saison in der 1 Liga ist Waeber zuversichtlich: « Das Team ist jung und erfolgshungrig. Es sind alle bereit, hier nochmals einen weiteren Effort zu leisten. Mit diesem Team ist noch einiges möglich ! » 
 

Die Mannschaft bleibt beisammen 


Erfreuliches konnte auch TK-Chef Patrick Rudaz berichten. Er führte seit dem Trainingscamp Anfang Jahr mit allen Spielern Gespräche über die Verlängerung der Verträge. « Ausnahmslos alle haben sich bereit erklärt, auch nächste Saison hier in Düdingen zu spielen. » Das sei eben auch der Vorteil eines derart jungen Teams: « Oftmals sieht man, dass bei einem Aufstieg viele erfahrene Spieler sich sagen, nicht mehr in einer höheren Klasse spielen zu wollen. Damit verliert das Aufstiegsteam seinen Schwung. Bei uns freuen sich alle auf das, was da kommt. » Aber auch für Rudaz ist klar, dass das jetzige Kader ergänzt werden muss: « Wir waren diese Saison glücklicherweise von Verletzungen weitgehend verschont. Deshalb bin ich nun auf der Suche nach der einen oder anderen Ergänzung. Diverse Gespräche konnte ich bereits führen. Es ist aber klar, dass wir keine Abenteuer eingehen werden. Die neuen Spieler werden sich einen Startplatz zuerst erkämpfen müssen »
 

Terrainfrage noch offen 


SCD-Präsident Arno Krattinger feierte den Aufstieg in der Ferne: Ausgerechnet an diesem Wochenende verbrachte er zusammen mit dem Gemeinderat von Düdingen in Kopenhagen. « Dass es so früh etwas zum Feiern gäbe, konnte man natürlich nicht erwarten », erklärte er. Aber es bleibe ja noch genügend Zeit zum Feiern, die offizielle Aufstiegsfeier wird für das letzte Heimspiel am 4. Juni geplant. Etwas Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen noch die Terrainfrage. Krattinger: « Wegen diversen Veranstaltungen kann die Neugestaltung der Terrains auf dem Birchhölzli erst Ende Juli in Angriff genommen werden. Deshalb können wir das Birchhölzli in der Vorrunde nicht  benutzen ». Also müssten die Heimspiele auf dem Leimacker gespielt werden. « Das wären Auswärtsspiele für uns », meint Krattinger. Da die Beanspruchung des Leimackers durch die vielen Teams des SCD überaus strapaziert würde, sind auch Gespräche mit umliegenden Vereinen, so dem FC Schmitten und dem FC Freiburg, im Gange. « Eine Möglichkeit wäre es auch, dass wir im Herbst mit lauter Auswärtsspielen beginnen würden », sinniert Krattinger, « doch davor haben wir etwas Respekt, ist doch gerade für einen Aufsteiger diese Anfangsphase äusserst wichtig. » Laut Krattinger wird das Budget des Vereins nur marginal erhöht; höhere Kosten entfallen vorab auf die Schiedsrichterentschädigung sowie die längeren Transportwege.
 

Sympathischer Ehrengast in Düdingen

Das letzte Spiel in der 2. Liga interregional auf dem Birchhölzli nahm man zum Anlass um den Aufstieg in die 1. Liga gebührend zu feiern und die Ehrungen vorzunehmen.. Fünf Minuten vor Spielbeginn traf Stephane Chapuisat am Samstag auf dem Birchhölzli ein, um den Ankick zum letzten Heimspiel des SCD gegen Bern zu geben. Er war, zuerst auf dem Leimacker gewesen nicht verwunderlich, denn der bescheidene und sympathische Weltstar war erstmals Gast im Sensler Fussballort Diidingen.