Birchhölzli-Autobahn

Birchhölzli und Autobahn

​​​​​​​Durch den Bau der Nationalstrasse A 12 wurde eine Verlegung des bestehenden Fussballplatzes unvermeidlich. Im Monat Juli des Jahres 1962 gelangte daher die Vereinsleitung des SC Düdingen an die Gemeinde mit der Anfrage einer Übernahme des gesamten Sportareals. Aus verschiedenen Gründen konnte damals keine Übereinstimmung erzielt werden, zum Leidwesen des Vereins, dem dadurch eine schwere Bürde auferlegt wurde. 
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​​​​​​​Während ungezählten Verhandlungssitzungen mit den Gemeindebehörden und der Autobahnkommission stand vor allem ein Mann im Vordergrund, der die Gemeinde- und Vereinsprobleme im gleichen Masse zu beurteilen wusste: Herr Schafer Georges, der damalige Präsident des SC Düdingen, leistete die Pionierarbeit zur Verwirklichung der neuen Sportanlage und verdient einen besonderen Dank für die objektive und pflichtbewusste Einsatzbereitschaft. Ihm zur Seite standen in den Personen von Roggo Marius und Wider Hugo weitere Kenner der aktuellen Probleme, und auch ihre Arbeit verdient ein grosses Lob. Unzählige Sitzungen während diesen Jahren galten einzig und allein dem Ziel, einem ständig sich entwickelnden Verein eine bleibende Sportstätte zu finden.
Am 20. Februar 1969 wurde an einer ausserordentlichen Generalversammlung des SC Düdingen der Beschluss gefasst, eine Sportplatzanlage mit angegliedertem Klubhaus zu erbauen. Gleichzeitig bestimmte die Versammlung die Einsetzung einer sieben Mann starken Sportplatzkommission, welche die Aufgabe hatte, über die künftigen Geschehnisse zu wachen. 

Bereits am 11. April des gleichen Jahres waren die Rohplaniearbeiten des Hauptfeldes ausgeführt, und noch im gleichen Monat waren diese Arbeiten auch für das angegliederte Trainingsfeld beendigt. Es folgte zur gleichen Zeit die Entwurzelung des Parkplatzes und die Bauarbeiten der Kanalisätion zur Autobahn. Am 14. April 1969 begann die Sportplatzbaufirma Intergreen Bächler aus Hinterkappelen mit dem eigentlichen Sportplatzbau.
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In den Sommermonaten des darauffolgenden Jahres kamen dann die eigenen Klubmitglieder zu ihrem Einsatz. Gegen 3200 Fronstunden leisteten Vereinsjunioren, Aktive und Senioren, geleitet vom neuen Präsidenten Zurkinden Armin. Sämtliche Betonsockel für die Umzäunung, Einsetzen aller Leitungen für die Stromzufuhr und vieles anderes mehr wurde hier kostensparend selbst ausgeführt. Am 18. August 1970 konnten auf dem Hauptspielfeld die Tore gesetzt werden, wobei gleichzeitig die definitive Ausmessung des Spielfeldes vorgenommen wurde. Die ersten auf dem neuen, wirklich hervorragend präparierten Rasen ausgetragenen Spiele am 21. August 1970, ein sonniger und sehr warmen Samstagnachmittag, war die 1.Mannschaft des SC Düdingen gegen den FC Bösingen und deren Vorspiel durften die Junioren B des SCD austragen. Noch im selben Herbst konnten unter der Leitung des Ingenieurbüros Brülhart Charles aus Düdingen auf dem Trainingsfeld die Beleuchtungskandelaber aufgestellt werden. Nebst den eigentlichen Bauarbeiten an den Sportanlagen wurde parallel auch das Klubhaus konstruiert, und Herr Müller Otto konnte am 25. September die Abwartwohnung beziehen. Als Termin für die Fertigstellung des Trainingsfeldes galt der 10. November 1970. 
 

​​​​​​​Die Freude über den neuen Sportplatz währte nicht lange.

Kaum war die neue Sportstätte eingeweiht (23. Juli 1972), begannen die Querelen. In der Annahme, dass mit dem neuen Infrastruktur auch der «Rubel» rollen sollte, spaltete den Club in zwei Lager. Spieler der 1. Mannschaft wollten nun für ihre «Leistung» entlohnt werden, es sollten Trainer verpflichtet werden, welche das Budget des Clubs sprengen würde. Präsident Georges Schafer wehrte sich vehement gegen eine solche Club-Politik. Es bildete sich eine Gruppe unter der Führung von Armin Zurkinden. Dieser hatte auch schon einen Plan um die nötigen Finanzen zu verschaffen. Er eröffnete seinen Anhängern das nötige Geld durch den Verkauf des neu erstellten Birchhölzli zu verkaufen. 
Georges Schafer konnte kaum fassen was da abging. All die zähen Verhandlungen mit Kanton, Gemeinde und Autobahnamt, damit der SCD dieses wertvolle Sportstätte gratis ihr Eigen nennen durfte – und nun soll all dies im ersten Jahr schon «verscherbelt» werden?

Der neue Präsident Armin Zurkinden machte nun sein Versprechen war und kaum ein Jahr nach der Einweihung der Sportanlage begannen er und seine Leute Verhandlungen mit dem Gemeinderat für den Verkauf der ganzen Sportanlage Birchhölzli. Es ist heute kein Geheimnis, dass viele Klubmitglieder mit dieser Vereinspolitik nicht einverstanden waren. Da waren doch die vielen Stunden die man geopfert hatte, dass der SCD eine Eigene, neue Sportanlage erhielt. - Argumente und Gegenargumente - schlussendlich entschied die ausserordentliche SCD-Generalversammlung für den Verkauf. Die Auflage der Gemeinde war auch nicht zu übersehen. Das Birchhölzli wurde eine Art «Reserve-Industrieland», sollte sich eine finazkräftige Firma für das Areal interessieren, müsste sich der SCD vom Birchhölzli verabschieden. Diese Klausel hielt 45 Jahre bestand. In dieser Zeit wurden einige Male Umsiedlungsgedanken seitens der Eigentümerin laut.​​​​​​​

​​​​​​​In den folgenden Jahren kam es wie es kommen musste. Da man nun über finanzielle Mittel verfügte, konnte man Spieler bezahlen, Trainer anstellen welche nun das grosse Geld sahen. Die Fussballplätze wurden immer maroder. Man musste vor der Gemeinde auf die Knie um die fälligen Reparaturarbeiten zu erbetteln. Beim Nebenplatz wurde der Rasen durch Sand ersetzt, welcher aber nie einem zu dieser Zeit gerechten Fussball-Sandplatz wurde, da ein Sand eingebracht wurde, welcher nicht den dafür vogesehenen Standarts entsprach. 1991 wurde er durch einen Ricoten (Holzspäne) ersetzt. Der Hauptplatz wurde bei Regen zu einem stinkenden, verfaulenden Morast. Da man vergessen hatte die Sickerleitungen durchzuspülen, verpuffe auch die Garantie. Die Gemeinde war nicht gewillt teure Sanierungen vorzunehmen, so blieben alle Reparaturen nur ein Stückwerk. Um das Hauptfeld richtig instand zu stellen hätte man den verrotteten, stinkenden Humus abtragen müssen, was aber die Gemeinde aus finanziellen Aspekten verweigerte – ein weiteres Mal.

 

 
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