GV+Schlagzeilen 2007/08

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SCD-Generalversammlung 2008
 

Der Präsident des 1.-Liga-Clubs SC Düdingen, Pascal Bächler, musste an der von 79 Personen besuchten Generalversammlung in Garmiswil auf eine unterschiedliche Saison zurückblicken.

FussballSportlich belegte der SC Düdingen mit dem 9. Rang in der 1. Liga den besten Platz in seiner Vereinsgeschichte. Finanziell hat der SCD aber einige Probleme. Sehr zufrieden zeigte sich Präsident Pascal Bächler an der Generalversammlung aber, dass der Umbau des Sportzentrums Birchhölzli in der Grössenordnung von 1,6 Millionen Franken ohne Budgetüberschreitung realisiert werden konnte und dass diesmal das Fanionteam nicht gegen den Abstieg kämpfen musste. «Diesbezüglich haben wir dem scheidenden Trainer Adrian Kunz sehr viel zu verdanken», erklärte Bächler «Bis jetzt hat das Fanionteam neben sechs Bernern vor allem aus Einheimischen bestanden. Das wird sich aber jetzt ändern, und der neue Trainer Martin Weber muss ein neues Team aufbauen.» Das Fanion-Team konnte übrigens der GV nicht beiwohnen, da ein Freundschaftsspiel gegen den FC Münsingen kurzfristig auf den Freitag verschoben wurde.

Probleme mit Buvette und Finanzen

Als der ehemalige Betreiber der Buvette diese per Ende 2007 abgab, wurde ein Defizit von 22 000 Franken festgestellt. Die Klubleitung reichte bei der Freiburger Justiz Strafklage gegen Unbekannt ein. Es kann aber noch über ein Jahr dauern, bis von dieser Seite ein Ergebnis vorliegt. «Als Folge dieses Vorfalls haben wir das Kontroll-System stark verbessert», erklärte Bächler. Die Finanzen standen auch sonst im Mittelpunkt der GV. Finanzchef Daniel Burri musste bei Einnahmen von 493 229 Franken einen Verlust von 23 929 Franken ausweisen. Zusätzlich mussten Rückstellungen von 10 000 Franken aufgelöst und für 16 500 Franken Anschaffungen aktiviert werden.

Hauptgrund dieses Defizites sind der Personalaufwand von 330 872 Franken (im Budget 277 500), die Unterhalt- und Reparaturkosten von 39 425 Franken (Budget 6000) sowie die Materialkosten von 66 570 Franken (Budget 35 000). Das Eigenkapital des Vereins ist dadurch auf 96 177 Franken gesunken. Das Budget 2008/09 ist mit 433 500 Franken ausgeglichen. Vorstand wiedergewählt
Probleme hat der SC Düdingen im Schiedsrichter-Bereich, da nur deren sechs statt der notwendigen elf gestellt werden können. Präsident Pascal Bächler und der Vorstand wurden einstimmig bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Karoly Rocskai (Spielbetrieb), Dominik Weber (Logistik) und Daniel Burri (bisher Finanzchef a.i.). Demissioniert hat Lukas Herren (Logistik).

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Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in der Rubrik: News 1999 - 2019

 


 

«Wir müssen realistisch bleiben»

Der SC Düdingen startet am kommenden Samstag zum ersten Mal unter Trainer Adrian Kunz in die 1. Liga. Nach der turbulenten letzten Saison mit Trainerentlassung und Last-Second-Ligaerhalt hofft man dieses Jahr dem Abstiegsgespenst frühzeitig zu entfliehen.

Ein kurzer Blick zurück: November 2006: Der langjährige Trainer des SCD, Jean-Claude Waeber, wird kurz vor der Winterpause mangels Erfolg entlassen. Im März 2007 startet der SCD mit Adrian Kunz auf dem Trainerposten zur Rückrunde. Seine Aufgabe: Das Aushängeschild des Sensebezirks vor dem Abstieg retten. Juni 2007: Mit einem Sieg gegen Nyon schaffen die Jungs von der Autobahn den Ligaerhalt. Im letzten Spiel. Eine Sensation!«Als ich damals das Team übernommen habe, fand ich eine verunsicherte Mannschaft vor, die eigentlich schon alle abgeschrieben hatten», erinnert sich Adrian Kunz. «Die Rückrunde lief gut für uns, wir haben Punkt um Punkt erkämpft und den einst riesigen Abstand zum Strich nach und nach verringert.» 21 Punkte hat sein Team in der Rückrunde erkämpft (11 waren es in der Vorrunde), schlug unter anderem die deutlich stärker eingestuften Teams aus Nyon, Freiburg, La Tour und USG und schaffte den Ligaerhalt in extremis. «Angesichts unseres bescheidenen Budgets (130 000 Franken), des vorhandenen Spielerpotenzials und der bedenklichen Mannschaftsverfassung vor der Rückrunde haben wir das Maximum erreicht», findet der prominente Trainer.

Keine übertriebenen Erwartungen

Aber eben - vom Aushängeschild des Sensler Fussballs erwarten die Zuschauer mehr als bloss «nicht abzusteigen». Zumal die Sensler bereits ihre dritte Saison in Angriff nehmen. «Man muss realistisch bleiben», dämpft der ehemalige Bundesliga-Profi übertriebene Erwartungen. «Unser Ziel wird auch diese Saison der Ligaerhalt sein, mehr liegt für unseren relativ kleinen Verein nicht drin. Wir können keine finanziellen Luftsprünge tätigen. Für den SCD wird es in der ersten Liga immer eng sein.» Daran ändern auch die drei Neuverpflichtungen aus der bernischen Nachbarschaft nichts.

Effizienz statt Spektakel

Entsprechend ist das Spielsystem der Düdinger ausgelegt, mit dem sie ab dem 4. August auf Punktejagd gehen: Defensive statt Spektakel. «Uns fehlt momentan das Spielermaterial, um ein Spiel zu gestalten», erläutert der Chef an der Linie seine taktische Ausrichtung. «Daher ist unsere Spielweise eher defensiv ausgerichtet. Organisation und Aggressivität sind dabei zentrale Faktoren. Wir müssen über den Kampf ins Spiel finden, sonst werden wir kaum spielerisch mithalten können.» Die Taktik an und für sich sei jedoch sekundär. Ein Match liesse sich auch mit der falschen Taktik gewinnen, «wenn alle Spieler am gleichen Strick ziehen, Einsatz und Entschlossenheit stimmen».Deswegen haben die Sensler im Sommer besonders Kondition und Kraft trainiert. Im Juli standen sie bis zu vier Mal wöchentlich auf dem Platz. Trotzdem ist Kunz mit der Saisonvorbereitung nicht ganz zufrieden. «Es fehlten immer wieder Spieler, die in den Ferien waren. Kaum einmal konnten wir alle gemeinsam trainieren.» Zudem waren der neue Rasen und der Kunstrasenplatz im Birchhölzli lange gesperrt. Letzterer wurde auf Krebs erregende Stoffe untersucht und konnte deshalb nicht betreten werden. «Zum Glück hat uns der FC Bösingen aus der Misere geholfen und uns seinen Platz zur Verfügung gestellt», dankt Adrian Kunz dem FCB-Präsidenten Guido Lauper. Unter diesen Umständen lassen sich auch die wenig berauschenden Resultate der Vorbereitungsspiele erklären. In vier Begegnungen gab es vier deutliche Niederlagen gegen andere 1.-Liga-Teams.

Liga zweigeteilt

Die Favoriten für die kommende Saison sind schwer auszumachen. «Die halbe Liga will aufsteigen», vermutet Kunz. «Baulmes, Freiburg, Carouge, Urania, Nyon und Malley sind alles Kandidaten für den Aufstieg. Alle anderen Mannschaften werden wohl die Absteiger unter sich ausmachen.» Im Kanton sieht er den FC Freiburg als federführend; Bulle, La Tour/Le Pâquier und Düdingen hätten ungefähr das gleiche Niveau.

SC Düdingen Saison 2007/ 08

Torhüter: René Martinez, Christian Herren, Marco Vogelsang, Cedric Zimmermann (neu, U18 Freiburg).Verteidiger: Yves Bartels (neu, 2. Mannschaft), Fabian Brügger, Christopher Henchoz, Kevin Jenny, Ekim Robeli (neu, SV Lyss), Savo Simic, Mario Sturny.Mittelfeld: Mehmet Arisoy, Ermin Gigic, Philippe Giroud, Philip Messerli, Daniel Spicher, Fabian Stulz (U21 Young Boys), Michael Stulz, Alain Zbinden.Sturm: Lukas Schneuwly, Dominik Waeber, Fady Wilson (SV Lyss).Trainer: Adrian Kunz, Coach: Martin Lengen.Abgänge: Carlos Garcia (Wabern), Vincent Kaltenrieder (Murten), Markus Wyss (Münsingen), Sandro Wyss (Breitenrain).

SC Düdingen nur noch bis Ende Saison mit Kunz

Der 1.-Ligist SC Düdingen wird den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit Trainer Adrian Kunz nicht verlängern.

In der Winterpause der Saison 06/07 stiess Adrian Kunz zu Düdingen. Dank einer starken Rückrunde gelang es den Senslern damals noch, den drohenden Abstieg abzuwenden. Dennoch trennen sich die Wege des Berners und des SCD Ende Saison. «Es braucht einen Wechsel», erklärt Präsident Pascal Bächler. «Der Club und Kunz teilen nicht die gleiche Philosophie für die Zukunft. Er ist ein sehr professioneller Trainer mit Erwartungen und Wünschen, die nicht immer mit jenen eines Vereins wie dem unserigen übereinstimmen.» Ein Nachfolger für Kunz, der sich zum Thema nicht äussern wollte, ist noch nicht bestimmt.

Der einstige «König der Young Boys» übernimmt das Zepter in Düdingen

Martin Weber, Cup-Sieger und Schweizer Meister mit YB, zu dem 28-facher Nationalspieler, wird neuer Trainer beim SC Düdingen.

Den Verantwortlichen des SC Düdingen ist ein kleiner Coup gelungen: Auf die kommende Saison hin konnte mit Martin Weber ein neuer Chef an der Seitenlinie verpflichtet werden. Nicht irgendeinen Martin Weber, sondern jenes Fussball-Urgestein, das zwischen 1979 und 1995 die zentrale Figur in der YB-Abwehr war. Jener Weber, der es bei den Bernern zu grandiosen 499 Spielen brachte, Schweizer Meister und Cup-Sieger wurde. Dieser Weber also, der in seiner Fussballerkarriere 28-mal für die A-Nationalmannschaft auflief, wird Adrian Kunz als Trainer ablösen.

«Im Mittelfeld etablieren»

Es sind knapp zwei Wochen her, seit die Verantwortlichen des SCD verkündet haben, dass sie den Vertrag mit ihrem Trainer Adrian Kunz nicht verlängern werden. Seither läufts bei der Nummer eins des Sensebezirks plötzlich wieder rund: Zwei nicht unbedingt erwartete Siege gegen Bulle und Carouge hievten die Elf vom Birchhölzli aus der Abstiegszone und brachten sie ihrem erklärten Saisonziel «Ligaerhalt» ein schönes Stück näher.

Genau dieses Bangen um den Ligaerhalt will Martin Weber in seiner Funktion als SCD-Trainer möglichst nie erleben. «Wir wollen nicht jedes Jahr gegen den Abstieg kämpfen, sondern uns im Mittelfeld etablieren.»

Doch bereits Adrian Kunz verfolgte dieses Ziel in den letzten Saisons auf dem Birchhölzli. Geklappt hat es nie ganz, gefehlt hat es nicht zuletzt auch am fehlenden Spielermaterial, wie er immer wieder kritisierte.

«Es braucht Verstärkungen»

Das weiss auch der zukünftige Chef an der Seitenlinie: «Ich weiss, dass die Finanzen in Düdingen beschränkt sind, doch die eine oder andere Verstärkung wird es brauchen, wollen wir ins Mittelfeld bewegen. Daran führt kein Weg vorbei.»

In den nächsten Tagen wird sich entschieden, für wie lange das YB-Urgestein in Düdingen unterschreibt und welchen Assistenz-Trainer ihm zur Seite stehen wird.