GV+Schlagzeilen 2008/09

GV

 

SCD-Generalversammlung 2009
 

An der von über 90 Personen besuchten Generalversammlung des SC Düdingen wurde die grosse Überraschung erst am Ende bekanntgegeben. Dies ist der Zuzug des Spitzenspielers Pascal Jenny.

Vor Jahresfrist war aus den Vorstandsetagen des SC Düdingen zu erfahren, dass der neue Trainer, der Altinternationale Martin Weber, vor allem mit Spielern aus der Region ein neues Team aufbauen soll. Es wurden aber zahlreiche Spieler aus der halben Westschweiz verpflichtet, die den Verein nach dem vorerst tatsächlich stattgefundenen Abstieg alle wieder verlassen haben, obwohl es vorerst anders getönt hatte. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg am grünen Tisch - durch die Rückzüge von La Chaux-de-Fonds und Concordia Basel - muss Weber nun tatsächlich ein neues Team mit Senslern aufbauen. Dank dem Zuzug des langjährigen Super-League-Spielers Pascal Jenny, der den FC Freiburg trotz laufendem Vertrag verlässt und der Rückkehr von Torhüter Adrian Schneuwly hofft Trainer Martin Weber, die Defensive zu stabilisieren. Der Ligaerhalt wird aber auch in der neuen Saison das Hauptziel sein.

Sehr zufrieden ist Präsident Pascal Bächler mit der Entwicklung der Finanzen, denn der als Finanzchef zurücktretende Daniel Burri konnte bei Einnahmen von 482 422 Franken einen Gewinn von 648 Franken ausweisen. Vor Jahresfrist hatte der Verlust noch 23 929 Franken betragen. «Im finanziellen Bereich ist es uns gelungen, die Kehrtwende einzuleiten. Dank dem selbstlosen Einsatz vieler konnten die Mehrausgaben durch Mehreinnahmen kompensiert werden und so schliesst die Rechnung trotz einer Budgetüberschreitung mit einem kleinen Gewinn ab. Aber wir können nicht jedes Jahr den gleichen Kraftakt leisten und haben jetzt die notwendigen Massnahmen eingeleitet.» Sehr zufrieden war Bächler mit Walter Pesenti, dem neuen OK-Präsidenten des Dorfturnieres, der einen Reingewinn von 51 088 Franken vorweisen konnte.

Höhere Beiträge

Damit die Finanzen für die Zukunft etwas sicherer sind, wurden die Jahresbeiträge erhöht. Aktive bezahlen neu 220 statt 180 Franken. Ältere Junioren 140 (120), jüngere Junioren 100 (80) und beim Kinderfussball werden neu 70 (50) Franken verlangt.

Gross war die Hilfe des Challenge-Clubs, der direkte Geldspenden von 22 600 Franken sammelte und die Spesen von zwei auswärtigen Spielern übernahm. Zudem schloss die Buvette mit einem Reingewinn von 52 000 Franken ab. Das Eigenkapital des Vereins stieg auf 96 826 Franken. Das Budget 2009/10 sieht Einnahmen und Ausgaben von 450 000 Franken vor.

Pascal Bächler bleibt

Präsident Pascal Bächler wurde mit grossem Applaus und einstimmig für eine fünfte Amtszeit gewählt. Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Marcel Wehr, Roy Rocskay und Finanzchef Daniel Burri. Burri macht weiter, bis ein Nachfolger gefunden ist. Neu in den Vorstand gewählt wurden Irene Brügger als Sekretärin, Erich Spicher als Sponsorenchef und Patrik Brülhart für den Spielbetrieb. Die Ehrenmitgliedschaft erhielten Daniel Burri und Marcel Wehr. Zum Freimitglied ernannt wurde Markus Raemy.

Der SC Düdingen wird die Meisterschaft 2009/10 mit 24 Teams bestreiten. Dies ist nur möglich, weil die drei Spielfelder des Sika-Platzes wieder voll zur Verfügung stehen.

Nichts ergeben haben die von der Freiburger Justiz eingeleiteten Untersuchungen zu den fehlenden 20 000 Franken aus der Buvettekasse aus der Saison 2007/08. In diesem Frühjahr wurden die Untersuchungen eingestellt und die Sache abgeschrieben.

HEADLINES

 

Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in der Rubrik: News 1999 - 2019

 


 

Der Kampf um die Deutschfreiburger Spieler

Beginn einer Meisterschaft werden die Karten jeweils neu gemischt. Dabei sind die vier 1.-Liga-Teams Bulle, Düdingen, Freiburg und La Tour jeweils auf der Jagd nach den besten (Spieler-)Trümpfen. Eine Pokerrunde, bei der offenbar alle Mittel erlaubt sind.

Trotz eines Gentlemen's Agreement, das die vier Vereine vor Jahren unterzeichnet haben. In diesem Abkommen erklären die Clubs, dass sie keine Spieler der anderen Mannschaften während der laufenden Saison kontaktieren und erst dessen Verein informieren wollen, ehe ein Kontakt zustande kommt. «Auf der Jagd nach neuen Spielern foutieren sich einige Vereine um das Agreement», weiss Pascal Bächler, Präsident des SC Düdingen. «Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt.»

Fehlende Identifikation mit dem Verein

Für die kommende Saison hätte der SC Düdingen beinahe keine konkurrenzfähige 1.-Liga-Mannschaft präsentieren können. Rund zwei Drittel der letztjährigen Stammspieler haben das Sensler-Team verlassen.

«Wenn Deutschfreiburger Spieler wegen des Geldes den SCD, den einzigen deutschsprachigen 1.-Liga-Club des Kantons, verlassen und zu einem welschen Club wechseln, stimmt mich dies nachdenklich», erklärt ein enttäuschter Bächler. «Wo bleibt da die Identifikation mit unserem Club?» Daneben haben einige Spieler aus dem erweiterten Kader dem SCD den Rücken gekehrt, weil sie nicht sofort für die 1. Mannschaft berücksichtigt worden sind. «Wo bleibt da der Wille, sich durchzubeissen und für seine Chance zu kämpfen», fragt sich der Präsident.

Enttäuscht war man beim SCD auch vom Entscheid einiger Leistungsträger - allesamt gestandene Spieler und jünger als 25 Jahre - sich eine Auszeit zu nehmen. «Sie wussten, dass wir viele Abgänge im Team haben und es uns an erfahrenen Spielern mangelt. Trotzdem liessen sie sich nicht dazu bewegen, ihre Auszeit zu verschieben.»

Wenig Unterstützung in der Region

Auf der Suche nach neuen Spielern sind die Sensler in der bernischen Nachbarschaft fündig geworden. «Wir hatten immer die Vision, dass Düdingen das Aushängeschild des Deutschfreiburger Fussballs werden sollte, und waren deshalb stets bemüht, Spieler aus der Region zu engagieren», erklärte Pascal Bächler die Clubphilosophie.

Doch da habe man wenig Unterstützung gefunden. Die Vision wurde zur Illusion. Bei den Verantwortlichen des SCD hofft man jedoch, dass die momentane Mannschaft nur eine Übergangslösung ist, bis man wieder ein Team mit «regionalen» Spielern aufgebaut hat. «Wenn uns dies nicht gelingt, müssen wir uns überlegen, ob eine 1.-Liga-Mannschaft in Düdingen weiterhin Sinn macht.»

Kader Saison 2008/09

Torhüter: Nikolay Jaksic (La Chaux-de-Fonds), Cedric Zimmermann.

Verteidiger: Imanol Carrasco, Christopher Henchoz (Romont), Aleksandar Selkic (Zug), Adrian Spicher (Thun U21), Daniel Spicher, Mario Sturny.

Mittelfeld: Mehmet Arisoy, Fabian Brügger, Florian Cavigelli (Freiburg), Ermin Gigic, Matthias Hadorn (Biel), Vaclav Pechoucek (Naters), Yannick Perler, Fabian Stulz, David Rosas (Echallens).

Sturm: Ardit Hyseni (Dardania Lausanne), Sandro Riedo (Thun U21), Lukas Schneuwly, Fady Wilson, Elmar Wohlhauser (Heitenried).

Abgänge: Adrian Kunz (Trainer, Freiburg), René Martinez (Torhüter) und Ekim Robeli (beide Bulle), Michael Stulz und Savo Simic (beide Freiburg), Ronny Schiesser (Wabern), Philipp Messerli (Plaffeien), Philipp Giroud, Yves Bartels, Sandro Wyss (alle vorläufiger Rücktritt).

«Preis und Leistung stimmten nicht überein»

Der 1.-Ligist SC Düdingen und Ermin Gigic gehen ab sofort getrennte Wege. Den Konkurrenten FC Freiburg freuts - er hat den Goalgetter im Schnellverfahren bis Ende Saison engagiert. Auch Bulle war am Stürmer interessiert.

Was hinter vorgehaltener Hand schon seit einiger Zeit gemunkelt wurde, hat sich gestern also bewahrheitet. Der SC Düdingen und Ermin Gigic haben sich per sofort getrennt. «Die Trennung ist in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt», erklärte SCD-Trainer Martin Weber. Der Berner machte aber keinen Hehl daraus, dass er über Gigic' Abgang erleichtert ist: «Bei ihm haben schon seit einiger Zeit Preis und Leistung nicht mehr übereingestimmt.»

«Team wichtiger als Einzelkämpfer»

Gigic, der in der letzten Saison unter Adrian Kunz die Leaderfigur im Spiel der Düdinger war, sass bei «Tinu» Weber meist auf der Ersatzbank. «Im Herzen und im Kopf war Gigic schon lange nicht mehr beim SCD», bedauerte der Trainer. «Wir bauchen aber Leute, die sich für das Team und den Club zerreissen. Eine intakte Mannschaft ist wichtiger als gute Einzelkämpfer.»

Ähnlich tönt es von Seiten des SCD-Präsidenten. «Ermins Einstellung auf dem Platz liess zu wünschen übrig», kritisiert Pascal Bächler. «Mit Präsenzzeiten nahm es Gigic nicht sehr genau und unter anderem liess sein Umgang mit Sponsoren und Clubvertretern zu wünschen übrig.» Unter dem Strich seien es viele kleine Sachen, die zum Bruch geführt hätten.

Gigic selber wollte weder zu den Vorwürfen aus der SCD-Führungsetage Stellung nehmen noch die Gründe für seinen Wechsel nach Freiburg erläutern.

«Aus den Sünden vom Vorjahr lernen»

In Düdingen ist man nun auf der Suche nach einem Ersatz für den abgewanderten Stürmer. «Es muss ein Spieler sein, der menschlich und vor allem finanziell ins Team passt», stellt Weber klar. «In erster Linie muss der Verein gesund bleiben. In den letzten Jahren hat man unter Adrian Kunz einen falschen Weg eingeschlagen.» Für zu viel Geld habe man starke Spieler ins Birchhölzli geholt, die sich gar nicht mit dem Club identifiziert hätten und die nicht in die Mannschaft gepasst hätten. «Wir wollen Erfolg haben, aber nicht um jeden Preis.»

Konkurrenzkampf in Freiburg

Offenbar fast jeden Preis ist man aktuell beim FC Freiburg bereit zu zahlen, um Verstärkungen in die Saanestadt zu holen - wenn auch nicht immer aus der Clubkasse. «Ein privater Sponsor hat das Engagement von Gigic ermöglicht», betont FCF-Interims-Präsident Héribert Brülhart. «Dadurch können wir alle anderen Spieler im Kader behalten. Das war uns wichtig.»

In Freiburg sind die Erwartungen an Gigic hoch. Er soll die herrschende Torflaute bei den Pinguinen beenden. Die anderen FCF-Stürmer müssen sich also warm anziehen, wollen sie ihren Stammplatz nicht verlieren. Dass Gigic ein Goalgetter ist, hat er mit seinen 23 Toren in der letzten Saison bewiesen. Sofern er denn Lust dazu hat ...

Cheminade vom FC Freiburg zum SC Düdingen

Der Innenverteidiger Pierre Cheminade wechselt von Freiburg zum Ligakonkurrenten Düdingen. Die Pinguine haben ihn bis Ende des Jahres an die Sensler ausgeliehen. «Ich habe in den Plänen von Trainer Adrian Kunz offenbar keine Rolle mehr gespielt. Und das Verhältnis war auch nicht immer sehr leicht», so Cheminade.

«Wir backen kleinere Brötchen»

Am Sonntag startet der SC Düdingen in La Tour zur Rückrunde der 1. Liga. Die Freiburger Nachrichten sprachen mit dem Sensler Trainer Martin Weber über den harten Abstiegskampf, seine Liebe zum Fussball und das liebe Geld.

Martin Weber, mit welchen Gefühlen schauen Sie heute auf Ihre erste Saisonhälfte als Trainer beim SC Düdingen zurück?

Es war eine intensive und interessante Zeit, mit einem erwartet schwierigen und turbulenten Saisonstart. Vor der Winterpause lief es uns endlich etwas besser und wir konnten in den letzten fünf Spielen neun Punkte holen. Das war aber auch nötig. Nun hoffen wir, den Schwung in die Rückrunde mitzunehmen und unseren Aufwärtstrend fortzusetzen.

Die Vorrunde verlief für Sie und Ihr Team tatsächlich recht turbulent ...

Als ich im Frühjahr in Düdingen unterschrieben habe, hiess es, dass die Mannschaft mehr oder weniger zusammenbleibe und ich auf ein eingespieltes Team zurückgreifen könne. Doch plötzlich blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Ich musste die halbe Mannschaft ersetzen und in kurzer Zeit ein neues Team formen. Die Automatismen klappten anfangs nicht, weswegen wir bös unten durch mussten.

Gegen Ende der Vorrunde hat der SCD den Tritt gefunden und auch gepunktet. Wie kam es zu diesem Aufschwung?

Ein Faktor war sicher die Verpflichtung des Franzosen Pierre Cheminade, der beim FC Freiburg ausgemustert wurde. Er hat unserer Verteidigung eine gewisse Stabilität gebracht. In den letzten fünf Spielen haben wir nur noch zwei Tore kassiert. Zudem ist das Kollektiv gereift und wir hatten gelegentlich auch jenes Quäntchen Glück, das uns vorher verwehrt geblieben war.

Reicht dies, um Ende Saison den Ligaerhalt zu schaffen?

Es wird pickelhart. Viele Sachen müssen noch besser werden. In der Offensive brauchen wir mehr Durchschlagskraft, defensiv müssen wir weiter stabil bleiben. In der Winterpause tätigten wir zwei Zuzüge (Amar Lakrout (Fr), Stephan Doua Jean (Grenchen - die Red.). Die beiden Verstärkungen eröffnen uns mehr Möglichkeiten im Spielsystem. Daneben hatten wir keine Abgänge zu verzeichnen, wodurch wir eine gewisse Kontinuität im Team wahren konnten.

Die Meisterschaft ist dieses Jahr extrem ausgeglichen ...

Tatsächlich ist die Meisterschaft zweigeteilt. Acht Teams, darunter auch wir, liegen nur acht Punkte auseinander und kämpfen gegen den Abstieg. Es beginnt praktisch alles wieder bei null. Wichtig wird sein, dass wir gut aus den Startlöchern kommen, denn die ersten fünf Runden geht es für uns gegen direkte Konkurrenten ums Überleben. Ich rechne damit, dass wir mit 32 Punkten den Ligaerhalt schaffen sollten. Wir müssen also nochmals sechzehn Punkte holen. Das wird ein harter Kampf.

Wie haben Sie sich auf diesen harten Kampf vorbereitet?

Mitte Januar haben wir mit dem Training angefangen. Dank unseres Kunstrasens konnten wir viermal wöchentlich trainieren, einmal mehr als gewöhnlich. Dabei haben wir viel an der Physis gearbeitet. Zudem haben wir eine Woche in Leukerbad verbracht, wo wir die Kameradschaft weiter gekittet haben. Alle Spieler waren dabei. Nicht so wie im Sommer, als einige in den Ferien weilten. Dies hätte ich nicht mehr akzeptiert.

In der Winterpause haben wir auch einige Trainingsspiele absolviert. Dabei haben wir ein Spielsystem mit zwei Stürmern ausprobiert - mehr oder weniger erfolgreich.

Der zeitliche Aufwand, den man als Trainer in der 1. Liga leisten muss, ist gross. Wie bringt man Familie, Beruf und Sport unter einen Hut?

Wöchentlich investiere ich ungefähr 25 Stunden für den Fussball, inklusive Trainings, Autofahrt, Telefonate usw. Das geht nur, wenn man Freude daran hat - und einen flexiblen Job. Als Versicherungsexperte habe ich diese Möglichkeit. Der Fussball ist eine Passion, ein Hobby, das Freude macht, zugegebenermassen mehr als noch Anfang Saison. So viel Spass, dass ich meinen Vertrag in Düdingen vorzeitig um ein Jahr verlängert habe.

Was gefällt Ihnen so gut beim SC Düdingen?

Er ist ein guter ländlicher Verein, bei dem ich als Trainer etwas bewegen kann. Die Leute hören auf mich. Grundsätzlich backen wir in Düdingen kleinere Brötchen als in anderen 1.-Liga-Vereinen, haben dafür aber unsere Finanzen im Griff. Wir wollen zwar unbedingt in der 1. Liga bleiben, aber nicht um jeden Preis.

Ich finde es lobenswert, dass man hier mit Spielern aus der Region arbeitet und den Jungen eine Chance gibt. Zudem spüre ich, wie die Region hinter ihrem Verein steht und ihn unterstützt.

Momentaner Abstieg aber..

Nach dem Abstieg in die 2. Liga interregional kehren mehrere Leistungsträger dem SC Düdingen den Rücken zu. Die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und einige Rückkehrer sollen die Lücken füllen.

Der Abstieg aus der 1. Liga in die 2. Liga interregional löste beim SC Düdingen eine Flut von Spielerabgängen aus. So verlassen mit Goalie Cédric Zimmermann, Abwehrpatron Pierre Cheminade, Mario Sturny, Mehmet Arisoy, Matthias Hadorn, Ardit Hyseni und Torgarant Stéphane Doua Jean einige Akteure den Sensler Verein, die in der abgelaufenen Saison Stammspieler und Leistungsträger waren.

Für SCD-Trainer Martin Weber kommt dieser «Exodus» aber nicht überraschend. «Um in der 1. Liga bestehen zu können, mussten wir einige auswärtige Spieler verpflichten, die wir uns nun nicht mehr leisten können. Und das einige Spieler ihr Glück weiter in der 1. Liga versuchen wollen, ist legitim.»

Neue Chance für die Jungen

Der Aderlass im Team der Sensler hat aber auch eine positive Seite, findet Weber. «Bereits im letzten Jahr haben wir uns darauf fokussiert, mit Spielern aus Düdingen, dem Sensebezirk und der näheren Umgebung ein Team zu formen. Die Abgänge der in erster Linie auswärtigen Spieler werden wir deshalb mit Jungen aus dem eigenen Nachwuchs ersetzen.»

Tatsächlich findet man im aktuellen Kader der Sensler fast nur «Einheimische». So sind denn «Clubverbundenheit» und «Nachwuchs» auch die beiden Trümpfe, mit denen Weber ein schlagkräftiges Team formen will. «Im Rahmen unserer Möglichkeiten wollen wir junge Spieler holen, damit sie bei uns Fortschritte machen können und vielleicht mal den Sprung in eine höhere Liga schaffen.»

Rückkehrer Stulz, Bartels und Vogelsang

Die vielen Jungen, die zukünftig den Karren des SCD ziehen sollen, erhalten in der kommenden Saison Hilfe von einigen Altbekannten. Neben Michael Stulz, der nach einem Abstecher zum FC Freiburg wieder auf dem Birchhölzli auf Torjagd gehen wird, kehren auch Yves Bartels und Marco Vogelsang ins Team zurück.

Mit Lukas Schneuwly bleibt den Düdingern - trotz mehrerer Angebote von anderen Clubs - ein weiterer Routinier erhalten. Auch wenn der Wünnewiler erst zwei Wochen vor Meisterschaftsbeginn von einer Weltreise heimkehren wird, ist Trainer Weber froh um die Dienste seines Torjägers. Auch wenn der Berner zugibt, dass Schneuwly «beim SCD in der 1. Liga wohl nicht spielen würde, wenn er erst so spät aus den Ferien heimkehrt. Aber die 2. Liga inter ist eben nicht die 1. Liga.»

«Vorne mitspielen»

Angesichts der vielen Wechsel gibt sich Martin Weber bei der Zielformulierung für die kommende Saison vorsichtig. Vom «sofortigen Wiederaufstieg», wie es kurz nach Meisterschaftsende beim SCD hiess, will er (noch) nichts wissen. «Wir wollen sicher an der Spitze der 2. Liga interregional mitmischen. Ob ein Aufstieg aber schon möglich ist, wird davon abhängen, wie schnell wir ein eingespieltes Team werden und welche Transfers wir noch tätigen können.»

Bis Ende Juni hofft man beim SCD, einen treffsicheren Stürmer zu finden, der die grossen Fussstapfen von Stéphane Doua Jean ausfüllen kann. Zudem möchten die Sensler einen Strategen fürs Mittelfeld verpflichten.

Der SC Düdingen bleibt in der 1. Liga

Die beiden Challenge-League-Zwangsabsteiger Concordia Basel und La Chaux-de-Fonds stellen für die kommende Erst-Liga-Saison kein Team. Der SC Düdingen und Muttenz erben die beiden Plätze.

Am Grümpelturnier in Düdingen vom letzten Wochenende war es DAS Gesprächsthema. Das Gerücht, der in die 2. Liga interregional abgestiegene SC Düdingen könne in der kommenden Saison in der 1. Liga antreten, machte überall die Runde. Was sich anfangs wie das Wunschdenken einiger frustrierter SCD-Anhänger anhörte, hat sich gestern als Tatsache erwiesen. Den kampflosen Aufstieg am grünen Tisch haben die Sensler den beiden Challenge-League-Zwangsabsteigern Concordia Basel und La Chaux-de-Fonds zu verdanken. Die Neuenburger hatten den Entscheid der Swiss Football League (SFL), dem Verein die Lizenz für die Challenge League aus wirtschaftlichen Gründen zu verweigern, an das Internationale Sportgericht (CAS) in Lausanne weitergezogen. Das CAS lehnte die Rekurse des Klubs und dessen Anwalts Freddy Rumo gegen die SFL ab. Weil sich Verwaltungsratspräsident Antonio Tacconi geweigert hat, das Fanionteam für die nächste Saison in der 1. Liga einzuschreiben, ist es nun ungewiss, ob La Chaux-de-Fonds überhaupt noch ein Team in einer Meisterschaft stellen kann und wird.

Da sich auch Concordia Basel nicht für die 1. Liga eingeschrieben hat, wurden die beiden Plätze der Zwangsabsteiger frei. Düdingen (27 Punkte) und Muttenz (26), die beiden bestklassierten Absteiger der Saison 2008/09, dürfen deswegen ihren Platz in der Liga behalten. Die Mannschaft von Martin Weber spielt wie gewohnt in der Gruppe 1 und ersetzt dort den Berner Aufsteiger Breitenrain, der zusammen mit Muttenz in die Gruppe 2 eingeteilt wurde.

Neues Reglement gibt Hoffnung

«Wir haben den sofortigen Wiederaufstieg angestrebt», freute sich SCD-Präsident Pascal Bächler. «Nun haben wir ihn halt etwas schneller erreicht als geplant.» Dass zahlreiche Spieler das Team nach dem Abstieg verlassen und die Sensler an spielerischer Klasse verloren haben, macht dem Dauer-Optimisten keine Sorgen. «Wir bleiben unserer Philosophie weiter treu und geben den jungen Spielern aus der Region eine Chance. Die Spieler, die nach der Relegation noch beim Team geblieben sind, haben gezeigt, dass sie mit Herzblut am Verein hängen. Sie bekommen nun die Möglichkeit, mit Leistung zu zeigen, dass sie in der 1. Liga bestehen können.»

Die Zuversicht, dass der SCD in der kommenden Meisterschaft mehr sein wird als nur Kanonenfutter, zieht Bächler auch aus einem neuen Reglement, das ab dieser Saison in Kraft tritt. Dies schreibt vor, dass maximal fünf nicht regionale Akteure in einer Mannschaft spielen dürfen. «Besonders jene Clubs, die zahlreiche Grenzgänger engagiert hatten, verlieren an Qualität.» Mit dem Torhüter Adrian Schneuwly (Solothurn) wurde eine erste Verstärkung engagiert.