GV+Schlagzeilen 2010/11

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SCD-Generalversammlung 2011
 

Co-Präsident Beat Hirschi konnte bei der Generalversammlung des SC Düdingen vom vergangenen Freitagabend von einer mehrheitlich gelungenen Saison berichten. Hervorzuheben ist, dass die Finanzen konsolidiert werden konnten.

Nach einer finanziell schwierigen Saison 2009/2010 konnte die Vorstandscrew des grössten Sport-Clubs des Sensebezirks die Kasse wieder in Ordnung bringen. Die Finanzen sind konsolidiert. Mehr noch, es sei ein ausserordentliches Vereinsjahr gewesen, ging aus dem Jahresbericht von Beat Hirschi hervor.

13000 Franken Gewinn

Finanzchef Matthias Jungo konnte einen stolzen Gewinn von knapp 13000 Franken ausweisen. Die Laufende Rechnung ergab Einnahmen von 560000 Franken – ein grosser Teil wurde über das Sponsoring, die Donatoren sowie dem gelungenen Dorfturnier generiert. Weil man im Ausgabenbereich sehr vorsichtig gearbeitet habe, reichte es am Schluss sogar noch für Abschreibungen. Auch kommende Saison ist eine zumindest ausgeglichene Rechnung budgetiert.

Das Fanionteam in der 1. Liga unter der Leitung von Trainer Martin Weber, das wegen eines Freundschaftsspiels nicht an der Generalversammlung teilnehmen konnte, schloss die vergangene Meisterschaft auf dem achten Rang ab, was gleichbedeutend mit einer Position in der ersten Tabellenhälfte ist. Dennoch war es eine Saison mit vielen Hochs und Tiefs. Für die neue Spielzeit lautet die Zielsetzung «besser als letztes Jahr» zu sein. Ebenfalls wird das Erreichen der ersten Hauptrunde im Cup sowie die Integration einiger junger Elemente angestrebt.

Zwei Pokalsiege

Die zweite Mannschaft des SC Düdingen unter der Leitung von Trainer Nick Calvetti scheiterte nur ganz knapp am Ziel Aufstiegsspiele. Dies soll nun in der neuen Saison mit einem grösseren Kader erreicht werden. Längerfristig möchte der SCD das «Zwöi» wieder in der regionalen 2. Liga etablieren.

Erfreuliches gab es auch aus den Reihen der Junioren- und Seniorenabteilungen zu vermelden. Die Junioren A inter gewannen den Freiburger Cup, das Gleiche gelang einmal mehr den Veteranen mit dem Sieg in ihrer Kategorie.

Infrastruktur weiter Thema

Seit langem möchte der Club seine nicht mehr den heutigen Gegebenheiten angepasste Infrastruktur auf dem Birchhölzli (Garderoben, sanitäre Einrichtungen) verbessern. Vorschriften des Verbandes in dieser Hinsicht können laut Beat Hirschi schon lange nicht mehr eingehalten werden. Der Vorstand, der hart an diesem Dossier arbeitet, hat inzwischen Investoren (eine Million Franken) für einen Neubau gefunden. Jetzt liegt der Ball bei der Gemeinde, die sich laut den Verantwortlichen leider immer noch nicht dazu durchringen konnte, hinter diesem Projekt zu stehen, das dem Club längerfristig die Möglichkeit bietet, in der obersten Amateur-Liga im Schweizer Fussball bestehen zu können.

Schmutz kehrt zurück

Wichtig in jedem ehrenamtlich geführten Verein – der SCD arbeitet jedoch im administrativen Bereich schon professionell mit der ortsansässigen Firma Ritec zusammen – ist der Vorstand. Neben den beiden Co-Präsidenten Beat Hirschi und Erwin Spicher kehrt das langjährige Mitglied Alex Schmutz als Verantwortlicher für das Ressort Marketing und Sponsoring in die Clubleitung zurück. Ebenfalls einen Wechsel gibt es im Juniorenbereich: Hubert Jeckelmann (neues Ehrenmitglied) gibt sein Amt nach sechs Jahren an Franco Lazzazo ab. Neu ins achtköpfige Führungsteam stossen Daniel Bertschy (Vertreter Senioren-Veteranen-U80) und Walter Pesenti (Dorfturnier, Donatoren). Zusätzliche Anpassungen werden im Bereich Sekretariat und Geschäftsführer noch folgen. Den prestigeträchtigen Gravenpokal bekam Marco Zahno («Warpelsyndic») für seine Verdienste beim SC Düdingen überreicht.

Das Kader für die Saison 2011/2012

Torhüter: Adrian Schneuwly (Jg. 79), Christian Piller (89).Feldspieler: Adelino Silva (89, neu Portalban), Pascal Jenny (78), Christopher Henchoz (86), Michael Stulz (81), Adnan Rexhaj (88), Lukas Schneuwly (83), Ermin Gigic (85), Daniel Spicher (82), Patrick Schmutz (91, neu Inter A), Fabian Stulz (88), Philipp Messerli (89), Fabio Jutzet (92, neu Inter A), Matthieu Bueche (93), Fabian Brügger (84), Ahmet Sefa (91, neu Payerne), Marc Rotzetter (89) Yannick Perler (90).

Abgänge:Martin Lengen (Assistent, neu Trainer Kerzers), Adrian Spycher, Kerzers), Greg Pelle (Freiburg), Betim Islami (Thun?).

Trainer: Martin Weber. Assistent: Pascal Jenny.

 

HEADLINES

 

Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in den Rubriken: News 1999 - 2019 und der Gùmpa

 


 

Rückrunde («Am oberen Limit»)

Die letzte 1.-Liga-Saison ist beim SC Düdingen in die Annalen eingegangen. 47 Punkte hatten die Sensler am Ende der Meisterschaft auf ihrem Punktekonto und stellten damit einen neuen Clubrekord auf. Und der Höhenflug der Düdinger hält auch dieses Jahr an: Mit 27 Zählern aus der Vorrunde sind sie drauf und dran, ihre Höchstmarke ein weiteres Mal zu toppen.

«Am oberen Limit»

«Wir sind weit über unseren Erwartungen klassiert», freut sich SCD-Trainer Martin Weber zwei Tage vor dem Start zur Rückrunde. Gleichzeitig hebt der Berner aber auch den Mahnfinger: «In der Vorrunde haben wir mit guten Leistungen viele Punkte geholt, aber wir befanden uns immer am oberen Limit unseres Könnens. Wenn wir in der Rückrunde auch nur zehn Prozent nachlassen, werden wir unweigerlich absinken.»

Damit dies nicht passiert, hat sich der SC Düdingen in der Winterpause gewissenhaft vorbereitet. Seit dem 12. Januar stehen die Sensler mindestens drei Mal pro Woche auf dem Fussballplatz und haben seither viel an ihrer Kondition gearbeitet. Ein wichtiger Punkt bei den Düdingern, die für ihren Kampfgeist gefürchtet sind und die dank ihrer ausgezeichneten Fitness schon einige Spiele in der Schlussphase zu ihren Gunsten gedreht haben.

«Auf ein Trainingslager haben wir verzichtet - das liegt für uns nicht drin», so Weber. «Aber dank unseres Kunstrasenplatzes konnten wir auch in Düdingen unter idealen Bedingungen trainieren.»

Daneben förderten die Sensler mit einigen gemeinsamen Aktionen, darunter ein Schlittel-Weekend und ein Eishockeyspiel, den Mannschaftsgeist. «Der Teamspirit war schon immer unsere grosse Stärke und wir wollen, dass dies auch weiterhin so bleibt», so Weber.

Die Krux mit der Lizenz

Als aktueller Tabellenfünfter mit acht Punkten Rückstand auf das zweitklassierte Etoile Carouge ist der SCD durchaus ein Kandidat für die Aufstiegsplätze. Eine Lizenz IV, die zur Teilnahme an den Promotionsspielen zur Challenge League berechtigt, hat der Verein allerdings noch nicht beantragt. «Wir waren kürzlich am Lizenzseminar der 1. Liga in Bern, um von der Swiss Football League (SFL) zu erfahren, welche Auflagen wir erfüllen müssten», sagte SCD-Co-Präsident Beat Hirschi. «Das war etwas entmutigend. In Sachen Infrastruktur sind wir in Düdingen wahrlich nicht verwöhnt. Unser Stadion entspricht nicht den Anforderungen des SFL und wir müssten eine andere Lösung finden, zum Beispiel im St. Leonhard oder im Neufeld in Bern spielen. Vom nötigen Budget ganz zu schweigen.»

Bis zum 11. April haben die Sensler Vereinsverantwortlichen Zeit, eine Lizenz IV zu beantragen. Ob sie es tun werden, steht allerdings noch in den Sternen. «Momentan stehen die Chancen 50:50», sagt Hirschi. «Der Entscheid hängt auch von unserem Rückrundenstart ab. Wenn wir in den ersten drei Spielen keine Punkte holen, brauchen wir nicht Zeit und Geld zu investieren, um ein Dossier einzureichen.»

«Das wäre fantastisch»

Martin Weber, der in der Winterpause seinen Vertrag vorzeitig für eine vierte Saison verlängert hat, würde natürlich gerne die Promotionsspiele bestreiten. «Aufsteigen wollen wir nicht, aber bei den Finals dabei zu sein, das wäre fantastisch», meint der Berner.

Deswegen will er sich und sein Team allerdings nicht unter Druck setzen. «Als Erstes konzentrieren wir uns darauf, die 40-Punkte-Hürde zu nehmen. Wichtig wird es sein, dass wir einen guten Start erwischen und schnell unsere Siegermentalität wiederfinden. Und wenn wir dabei noch Spass haben, werden sich die Erfolge von selbst einstellen.», ist der ehemalige YB-Abwehrrecke überzeugt.

Die Rückkehr des Torgaranten

Ermin Gigic, der von 2006 bis 2008 für den SC Düdingen 30 Tore erzielt hat, kehrt überraschend zum Sensler 1.-Liga-Team zurück. Der 25-Jährige wird voraussichtlich in zwei Wochen gegen Le Mont sein Comeback geben.

«Seit dem Abgang von Stürmer Viola Sanchez Mitte August waren wir auf der Suche nach einem Ersatz», sagt SCD-Trainer Martin Weber. «Wir wollten aber einen Topstürmer verpflichten und nicht irgendeinen mittelmässigen. Da Gigic in Breitenrain nicht glücklich war und einen neuen Verein suchte, haben wir die Gelegenheit gepackt und ihn verpflichtet. Einen Spieler seines Kalibers bekommt man nicht alle Tage.»

Rückkehr nach zwei Jahren

Nach zwei Jahren Wanderschaft kehrt Ermin Gigic also per sofort zurück zum SC Düdingen. Bereits zum Rückrundenstart 2006/07 war der 25-Jährige zu den Senslern gestossen und hatte damals unter Trainer Adrian Kunz massgeblichen Anteil am Ligaerhalt. Anfangs Oktober 2008, nach zwei Monten unter dem neuen SCD-Coach Martin Weber und dem Wandel vom Teamleader zum Ersatzspieler, zügelte Gigic ins St. Leonhard, wo mittlerweile Kunz das Zepter übernommen hatte. Eine Saison lang schoss er dort seine Tore, ehe er den Pinguinen den Rücken kehrte und zum FC Breitenrain (1. Liga) wechselte.

Differenzen bereinigt

In Düdingen freut man sich auf den Rückkehrer. Vergessen sind die Unstimmigkeiten, die im Oktober 2008 die Trennung zur Folge hatten. Die damaligen Vorwürfe der SCD-Verantwortlichen, bei Gigic stimmten Preis und Leistung nicht überein, gehören der Vergangenheit an. «Gute Spieler sind manchmal nicht einfache Charaktere», sagt Weber, «aber Gigic und ich haben lange zusammen gesprochen und er weiss, was ich von ihm verlange.» Zudem habe der Rückkehrer heute einen deutlich minder dotierten Vertrag, wodurch der Verein keinen finanziellen Kraftakt mehr vollbringen müsse.

Auch für Ermin Gigic ist inzwischen so viel Gras über die Angelegenheit gewachsen, dass er sich auf seine Rückkehr ins Senseland freut. «Ich bin mir bewusst, dass die Erwartungen an mich hoch sind, aber Druck verspüre ich deswegen keinen. Im Gegenteil. Es ehrt mich, wenn der Verein etwas von mir verlangt.»

Debüt in zwei Wochen

Vorletzten Sommer hatte Gigic zehn Tage mit dem FC Luzern in der Super League trainiert, mit einem Vertrag klappte es allerdings nicht. «Es war eine tolle Erfahrung und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eines Tages in der höchsten Liga auflaufen zu dürfen.» Vorläufig schiesst Gigic weiter in der 1. Liga Tore. Für das Heimspiel des SCD am Sonntag gegen Terre Sainte (15 Uhr) ist er allerdings noch nicht spielberechtigt.

Martin Weber: «Auf der linken Seite des Teletextes»

Elf Wochen hatte Martin Weber Zeit, um seine Mannschaft für die neue Saison fit zu machen. Fünf Wochen durften die Spieler in die Sommerferien, anfangs Juni hat der Chef wieder zum Training gebeten.

Taktische Varianten

Seither sind sechs Wochen vergangen. Sechs Wochen, in denen Weber unter anderem am künftigen Spielsystem gefeilt hat. «Wir haben zwei Möglichkeiten. Entweder spielen wir mit einem 4-4-2, so wie wir es letztes Jahr in der Vorrunde getan haben, oder wir spielen im 4-3-3, so wie in der letzten Rückrunde», verrät das Berner Urgestein. «Wir haben beide Varianten geübt, und inzwischen beherrschen wir beide relativ gut. Das gibt uns taktischen Handlungsspielraum.»

Lockerheit ist gefragt

Ob mit zwei oder drei Stürmern, Weber erwartet in jedem Fall eine mental harte Saison: «Unser Hauptproblem ist, dass nach den guten Resultaten des Vorjahrs viele Leute aus dem Umfeld der Mannschaft eine gesteigerte Erwartung haben. Je höher die Erwartungen, desto grösser der Druck.»

Seine Aufgabe werde es sein, den Druck von der Mannschaft zu nehmen, so Weber. Dazu müsse man noch selbstbewusster werden. «Wir müssen an unsere letzten Leistungen herankommen und so schnell wie möglich wieder die Lockerheit finden, die wir am Ende der vergangenen Saison hatten.»

Da hatte der SC Düdingen mit 47 Punkten sein gesetztes Saisonziel von 40 Zählern locker übertroffen. «Mit 40 Punkten muss man keine Angst haben vor dem, was hinter einem passiert», erklärt Weber, der auch heuer das Wort «Abstieg» aus seinem Wortschatz verbannt hat und auch seinen Spielern verbietet, dieses in den Mund zu nehmen. «Wenn wir wieder so viele Punkte holen, ist das super. Mit einem Tabellenplatz auf der linken Seite des Schweizer Teletextes bin ich aber bereits zufrieden.» Ein Blick auf Seite 214 des SF zeigt, was Weber meint: Ein Platz unter den ersten acht.