GV+Schlagzeilen 2014/15

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SCD-Generalversammlung 2015
 

70 Mitglieder nahmen am Freitagabend an der 91. Generalversammlung des SC Düdingen in Garmiswil teil. Die Erfolge der Nachwuchsabteilung bildeten in der letzten Saison die sportlichen Höhepunkte des grössten Fussballklubs im Kanton.

Das «Klubchörli» eröffnete mit zwei Liedern traditionell die GV; leider war dies der letzte Auftritt der Sänger, ganz offensichtlich fehlt der Nachwuchs. In seinem Jahresbericht ging Co-Präsident Beat Hirschi, der sich zusammen mit seinen beiden Kollegen Alexander Schmutz und Erwin Spicher später für ein weiteres Jahr wählen liess, auf die Hauptereignisse der abgelaufenen Saison ein.

War es im Vorjahr die 1. Mannschaft, die mit dem Gewinn des 1.-Liga-Titels und der Teilnahme an den Aufstiegsspielen das Highlight setzte, so wurde die letzte Spielzeit durch verschiedene Titel der Junioren und der Senioren 40+ überstrahlt. Zu vermerken gilt aber auch der Gewinn des Fairplay-Preises des Fanionteams in der 1. Liga.

Nicht nur auf, sondern auch neben dem Rasen lief bei den Düdingern zuletzt vieles auf Hochtouren. Die baldige Fertigstellung des neuen Stadions–das Eröffnungsfest ist für Samstag, 3. Oktober, geplant–steht unmittelbar bevor. Nur kurz aber prägnant ging Hirschi nochmals auf das Thema Team Freiburg ein. Es habe ganz einfach an einem richtungsweisenden Plan, vor allem im finanziellen Bereich, gefehlt. Die Idee, die besten Talente im Kanton zu sammeln, empfinde man in Düdingen immer noch als richtig, aber Planung und Umsetzung eines solch anspruchsvollen Projekts würden ganz andere Ressourcen verlangen. Beim SCD soll gemäss Hirschi in den nächsten zwei Jahren das Motto Konsolidierung gelten.

Inter A machen den SCD landesweit bekannt

In seinen knappen aber treffenden Worten sagte Ehrenpräsident Pascal Bächler, der SC Düdingen gelte inzwischen landesweit als einer der bestgeführten Amateurklubs. Dazu hat sicher auch der Schweizer Meistertitel der Junioren Inter A unter der Leitung von Trainer Joël Dürret beigetragen. Aber auch sonst stellte der SCD beim Nachwuchs in der letzten Saison kantonsweit meistens den Sieger, an einem einzigen Abend holte man sich zum Beispiel die drei Cup-Trophäen bei den Junioren A, B und C. Eigentlich nur schade, dass einer der «Schaffer» dieser Erfolge, Juniorenobmann René Spicher, sein Amt an Ueli Minder (Bösingen) weitergibt. Spicher war übrigens zuletzt auch grosser Förderer und Motivator für die immer besser laufende Gruppierung im wichtigen Juniorenbereich des unteren Sensebezirks.

Raphael Portmann ging dann in seinem ausführlichen Bericht der Senioren und Veteranen auf die Erfolge seiner verschiedenen Mannschaften ein, bei der älteren Garde zählen neben den Resultaten jedoch richtigerweise vor allem auch kameradschaftliche Werte. Nicht vergessen dürfe man laut Spiko-Chef René Cavigelli das Projekt «2. Mannschaft», das man mit den neuen Trainern David Vogelsang und Angelo Lauper längerfristig mit jungen Spielern aus der Region bis in die 2. Liga führen soll. Ausserdem konnte der scheidende Schiedsrichter-Chef Heinz Leuenberger berichten, dass der SCD auch nächste Saison zwölf Unparteiische stellen wird.

Gesunde Finanzen

Ein wichtiges Thema bei jedem Klub ist immer wieder das Geld. Finanzchefin Astrid Engel durfte auch diesmal von einem finanziell gelungenen Vereinsjahr berichten. Bei Einnahmen und Ausgaben von knapp 600 000 Franken resultiere sich am Schluss ein kleiner Gewinn von 3467 Franken. Nach Abschluss der Rechnung beträgt das Klubeigenkapital neu 117 765 Franken, davon können selbst gestandene NL-Klubs nur träumen. Ein kleines Detail am Rande: Der Personalaufwand bei den Düdingern beläuft sich im Moment auf 383 817 Franken. Das Budget für die kommende Saison sieht erneut eine sogenannte «schwarze Null» vor. Viel zu diesem guten Ergebnis haben die erfreulichen Einnahmen aus dem Sponsoring und das erfolgreiche Dorffest, diesmal unter der Leitung von Erwin Spicher, beigetragen.

Einige Änderungen gab es im Vorstand: Die Zurücktretenden Iréne Brügger (Sekretariat), Heinz Leuenberger und René Spicher wurden alle zu Ehrenmitgliedern gewählt.

Gemeindevertreter Bruno Schwaller sprach dem Klub weiterhin die Unterstützung der Behörde zu. Er sei stolz auf den Verein, der es geschafft habe, mit grösstenteils eigenen Mitteln ein schmuckes neues Stadion zu realisieren. Zudem leiste der SCD mit 16 Juniorenteams Jugendarbeit, die kaum zu bezahlen sei.

Die Mutationen im Kader des SCD
Zuzüge: Roger Wingeier (FC Freiburg), Adjei Luther-King (Xamax), Yves Schlapbach (FC Kerzers), Loïc Marmier (FC Freiburg), Qendrim Makshana (Lausanne-Sports), Elie Dindamba (FC Freiburg), Manuel Schwarz (Jun. A), Christoph Catillaz (Jun. A), Nenad Petrovic (Jun. A).

Abgänge: Ivano Baeriswyl, Abdoulaye Koné, Olivier Mvondo, Bensik Salihi, Christian Scheuber, Adrian Schneuwly (Rücktritt, neues Freimitglied), Christian Schneuwly (USA), Murat Ural, Jean-Michel Tschouga, Lukas Weber.

HEADLINES

 

Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in den Rubriken: News 1999 - 2019 und der Gùmpa

 


 

Junioren Inter-A Schweizermeister

 Beim Finalturnier der Coca-Cola Junior League auf dem Neufeld in Bern haben die Junioren A des SC Düdingen den Schweizer Meistertitel gewonnen.

Der SC Düdingen sicherte sich den Meistertitel in einem hart umkämpften Finalspiel über den SC YF Juventus. Den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg erzielte Christoph Catillaz drei Minuten vor dem Schlusspfiff (47.), indem er sich auf der rechten Seite durchtankte und aus spitzem Winkel den gegnerischen Goalie in der nahen Torecke düpierte.

Das Niveau der Coca-Cola Junior League ist in den letzten Jahren konstant gestiegen. Wer den Titel gewinnen will, muss an den beiden Turniertagen nochmals an seine Grenzen gehen. Der Start in der Gruppenphase war dem SC Düdingen mit einem 2:0-Sieg gegen Wohlen optimal gelungen. Im zweiten Gruppenspiel verlor er aber gegen Lugano (1:2) und musste um den Halbfinaleinzug bangen. Die Sensler hielten dem Druck aber im dritten und entscheidenden Gruppenspiel stand. Mit 4:2 setzten sie sich gegen Dürrenast durch und qualifizierten sich dank der besseren Tordifferenz als Gruppensieger für die K.-o.-Runde. Im Halbfinal blieb der FC Brühl chancenlos (4:0).

Mit dem Finalerfolg haben die A-Junioren des SC Düdingen am Sonntag ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben. «Es ist das erste Mal, dass eine Nachwuchsmannschaft den Schweizer Meistertitel gewonnen hat», sagt Trainer Joël Durret stolz. «Einige Spieler verlassen altersbedingt das Team, der Grossteil bleibt aber zusammen.» Mit Christoph Catillaz, Manuel Schwarz und Nenad Petrovic haben drei Spieler des Meisterteams den Sprung in das Kader der 1.-Liga-Mannschaft des SC Düdingen geschafft.

Adrian Schneuwly hört auf

Seine ersten Paraden zeigte Adrian Schneuwly beim FC Wünnewil. Über die U18-Nachwuchsabteilung des Team Freiburg führte sein Weg dann ein erstes Mal zum SC Düdingen. Vier Saisons spielte er auf dem Birchhölzli, ehe er 2001 den Schritt in die Nationalliga A wagte. Bei den Berner Young Boys unterzeichnete Adrian Schneuwly seinen ersten Profivertrag – Jahre bevor es ihm seine nicht verwandten Wünnewiler Namensvetter Christian und Marco gleichtaten. «Es war eine tolle Zeit», erinnert sich der Sensler, «ich durfte Momente erleben, von denen ich als Junior nicht einmal zu träumen wagte. Früher hatte ich Stéphane Chapuisat in der Bundesliga bewundert, bei YB waren wir auf einmal Teamkollegen. Als er mir in der Kabine die Hand reichte und sich als ‹Stefu› vorstellte, hätte ich am liebsten losgeweint vor Freude.»

 Kein Bedauern

Dass er bei YB nicht über den Status der Nummer zwei hinauskam und er auch nie einen Ernstkampf bestreiten konnte, das hat Schneuwly nie gestört. Einer verpassten Chance nachzutrauern ist nicht seine Art. Viel lieber freut er sich über das, was er erreicht hat. «Um den Durchbruch in der höchsten Liga zu schaffen, hätte ich den Schritt zu YB viel früher machen müssen», sagt er. «Wer mit 14 nicht zum Nachwuchs eines NLA-Vereins gehört, der schafft es nicht bis nach oben. Ausser er ist ein Riesentalent und extrem ehrgeizig–ich war beides nicht.»

 Nach drei Jahren verliess Schneuwly die Hauptstadt in Richtung Solothurn, wo er während fünf Saisons das Tor des 1.-Liga-Vereins hütete. Als ihn 2009 der damalige SCD-Trainer Martin Weber kontaktierte, musste er nicht lange überlegen. «Ich hatte gerade ein Haus in Wünnewil gekauft und eh beabsichtigt, wieder in die Gegend zu ziehen. Für mich war immer klar, dass ich eines Tages wieder mit den Kollegen aus der Region Fussball spielen will.»

 Als er nach Düdingen wechselte, war der SCD gerade in die 2. Liga interregional abgestiegen. Dank eines Entscheids am Grünen Tisch–die beiden zwangsrelegierten Challenge-League-Vereine Concordia Basel und La Chaux-de-Fonds weigerten sich in der 1. Liga zu spielen–erbten die Sensler einen Platz in der damals dritthöchsten Liga. «Es war eine schwierige und turbulente Zeit», erinnert sich Schneuwly. «Im Nachhinein betrachtet war es aber das Beste, was dem Verein passieren konnte. All die Spieler, die nur des Geldes wegen beim SCD waren, verliessen nach dem vermeintlichen Abstieg den Club. Übrig blieben jene Spieler, die sich mit dem SC Düdingen identifizierten.» Seither sei die Mannschaft eine verschworene Gemeinschaft. «Wir sind alle Freunde, gehen gemeinsam durch dick und dünn. Unserer genialer Teamgeist ist einer der Gründe, warum wir sportlich so erfolgreich sind.»

 Die Ruhe in Person

 Sechs Jahre sind seither vergangen. Sechs Jahre, in denen Schneuwly dem Birchhölzli-Team stets die Treue gehalten und manchen gegnerischen Stürmer zum Verzweifeln gebracht hat. Dank seiner Grösse (188 cm) und seiner Masse gibt es fast kein Vorbeikommen am SCD-Goalie. Auf der Torlinie glänzt er mit schnellen Reflexen, er strahlt eine grosse Präsenz und eine schier unerschütterliche Gelassenheit aus. Man glaubt es Schneuwly aufs Wort, wenn er sagt, er sei in all den Jahren als Torhüter eigentlich nie nervös gewesen. «Im Gegenteil. Etwas mehr Anspannung und Konzentration hätten meinem Spiel manchmal ganz gut getan.» Nur falsche Schiedsrichterentscheide bringen Schneuwly in Rage. «Wenn es etwas gibt, das ich in meiner Karriere heute anders machen würde, dann wäre es das. In solchen Situationen sollte ich besonnener reagieren.»

 170 Pflichtspiele hat der 36-Jährige seit seiner Rückkehr aufs Birchhölzli für den SCD absolviert. 290 Mal musste er dabei hinter sich greifen, 33 Mal blieb er ohne Gegentor. «Was? So viele Treffer habe ich erhalten?», wundert sich Schneuwly, als er seine Statistik vorgelesen bekommt. «Ich sage dem Trainer schon seit Jahren, dass wir viel zu offensiv spielen, aber er will einfach nicht auf mich hören», fügt er mit einem Augenzwinkern an. «Immerhin ist die Quote von 33 Spielen ohne Gegentreffer nicht so schlecht.»

 Familie statt Fussball

 Zwei Spiele bleiben Adrian Schneuwly noch, um seine Bilanz weiter zu verbessern. Heute beim Derby gegen den FC Freiburg und nächsten Samstag beim letzten Meisterschaftsspiel gegen Terre Sainte. Danach ist für den Wünnewiler Schluss mit Fussball. «Der Zeitaufwand ist in den letzten Jahren immer grösser geworden. Haben früher drei Trainings pro Woche gereicht, so müssen es heute vier sein. Hinzu kommt noch ein Spiel am Wochenende. Ich möchte künftig mehr Zeit für meine Familie haben», sagt Adrian Schneuwly, der kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden ist.

Martin Lengen hat seinen Vertrag beim SC Düdingen bis 2017 verlängert

Trainer Martin Lengen hat seinen Vertrag beim SC Düdingen bis 2017 verlängert. Im Interview spricht er über seine Ziele mit dem Verein und erklärt, warum heute gleich zwei SCD-Stürmer ihr letztes Spiel für den Verein bestreiten.

Martin Lengen, was hat für Sie den Ausschlag gegeben, Ihren Vertrag in Düdingen bis 2017 zu verlängern?

Ich arbeite sehr gerne in Düdingen, der Klub bietet ein hervorragendes Umfeld. Zudem freue ich mich natürlich auf die tolle Herausforderung mit dem neuen Stadion.

 In welche Richtung möchten Sie Ihre Mannschaft in den kommenden zwei Saisons führen?

Mit der Teilnahme an den Aufstiegsspielen haben wir letzte Saison viel erreicht. Und auch in dieser Saison haben wir uns nun langsam wieder an die Spitze herangekämpft. In dieser ausgeglichenen 1. Liga ist sehr vieles möglich. Das wird in den nächsten zwei Jahren nicht anders sein. In Sachen Kader ist klar, dass diverse Änderungen anstehen. Das Team wird sicher verjüngt. Mit Manuel Schwarz, Fabian Suter oder Lionel Buntschu haben zuletzt junge Spieler bereits vielversprechende Einsätze bei uns absolviert. Auch in den nächsten beiden Jahren wird es unser Ziel sein, jungen Spielern, insbesondere auch aus der Region, eine Chance zu geben. Das ist ja nicht bei allen Klubs in der Region der Fall.

 Sehen Sie Ihre Mannschaft in den kommenden Jahren als eine Art Farmteam für das ambitionierte Team Freiburg, das mittelfristig den Aufstieg in die Challenge League anstrebt?

Darüber mache ich mit ehrlich gesagt gar keine Gedanken. Wir haben gute Junioren, gestandene Spieler aus der Region und bald ein super Stadion. Wir haben also selbst einiges zu bieten.

 Dann haben Sie nicht das Gefühl, dass das Projekt Team Freiburg einen grossen Einfluss auf Ihre Mannschaft hat?

Ich denke nicht, dass uns das gross tangiert. Wenn jemand zum Team Freiburg wechseln will, dann werden wir ihm keine Steine in den Weg legen. Aber es ist nicht so, dass man uns in Zukunft einfach nach Belieben Spieler abluchsen kann. Die Spieler müssen das ja selbst wollen und mit dem Wechsel einverstanden sein. Und es ist nun einmal so, dass es auch den Spielern in Düdingen gut gefällt.

 Unfreiwillig den Klub verlassen muss Abdoulaye Koné, der in der Schweiz kein Asyl erhält und spätestens bis Ende April in die Elfenbeinküste zurückkehren muss. Wird er heute (17 Uhr) in Bavois noch ein letztes Mal auflaufen können?

 Ja, er wird noch einmal dabei sein. Es wird übrigens nicht nur für Koné das letzte Spiel sein, sondern auch für Murat Ural. Bei ihm ist der Grund eine berufliche Weiterbildung, die mit einem Sprachaufenthalt verbunden ist. Wir wollen ihm dabei keine Steine in den Weg legen.

Konés Abschiebung muss die Mannschaft ziemlich traurig stimmen. Schlägt das nicht auf die Moral?

Natürlich ist es keine einfache Situation. Aber der Entscheid kam für alle ja nicht völlig überraschend. Bereits als er im Winter aus Köniz zu uns zurückkehrte, wussten wir, dass dieser Moment kommen wird. Es ist vor allem für ihn traurig. Er ist sehr gut integriert und im Team sehr beliebt. Deshalb wollen wir am Samstag unbedingt auch für ihn noch einmal gewinnen. Allerdings hoffe ich auch, dass es nur bis auf Weiteres sein letztes Spiel für uns ist und er in naher Zukunft wieder in die Schweiz zurückkehren kann. Ich kenne das Dossier nicht genau, aber dieses Szenario ist auf jeden Fall nicht auszuschliessen.

 Sicher ist, dass durch die Abgänge von Koné und Ural der SCD ab nächster Woche zwei Stürmer weniger hat. Schauen Sie sich noch nach Ersatz um?

Nicht für diese Saison. Die beiden A-Junioren Manuel Schwarz und Nenad Petrovic werden die Lücke bis Ende Saison schliessen. Aber im Sommer werden wir wohl kaum darum herumkommen.

 Mit Jean-Michel Tchouga hat Düdingen einen grossen Namen im Sturmkader. So richtig seinen Stempel aufdrücken konnte der 36-Jährige dem Spiel des Teams bisher jedoch nicht. Wie sind Sie mit seinen Leistungen zufrieden?

Auf der sportlichen Ebene haben wir mehr erwartet. Aber neben dem Platz ist er mit seiner Erfahrung enorm wichtig. Die Jungen können von ihm profitieren und er hat eine professionelle Einstellung. Dass er zuletzt zweimal nicht von Beginn weg gespielt hat, hat er ohne zu murren akzeptiert. Aber wir werden in den nächsten Wochen nun sicher wieder vermehrt auf ihn zählen. Wenn man seine Leistung beurteilt, darf man nicht vergessen, dass er in der Vorrunde bei Köniz nur wenig gespielt hat und in der Vorbereitung drei, vier Wochen verletzt war.

 Nach zuletzt vier Siegen in Folge beträgt Düdingens Rückstand auf das Spitzentrio sechs Runden vor Schluss nur noch fünf Punkte. Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Team in dieser Saison noch?

Wer mich kennt, weiss, dass ich sehr ehrgeizig bin und denselben Ehrgeiz auch von meinen Spielern erwarte. Wir wollen so lange wie möglich vorne mitspielen. Und wenn es am Ende gleich herauskommt wie letztes Jahr, dann nehmen wir das gerne …

Der Stadionbau schreitet zügig voran

Nur noch die kommende Rückrunde, dann hat das sanierungsbedürftige Klublokal des SC Düdingen ausgedient. Denn der Neubau, das «FKB Stadion Birchhölzli», ist im Sommer bezugsbereit. Wie ein Augenschein auf der Baustelle zeigt, ist der Rohbau bereits abgeschlossen.

21. Januar 2015, Tag 143 des Stadionneubaus im Birchhölzli: Wer die Webseite des Sportclubs (SC) Düdingen besucht, kann mitverfolgen, wie das Projekt voranschreitet. Erst ein Augenschein vor Ort verdeutlicht jedoch, wie sich der Neubau vom dringend sanierungsbedürftigen Klubhaus abhebt. Schwer vorstellbar, dass im kleinen Klubhaus seit Jahren über 500 Fussballer und zahlreiche Fans ein- und ausgehen.

 Arbeiter montieren Dach

Nach der Rückrunde ist damit aber Schluss. Das neue Fussballstadion, das auf den Namen «FKB Stadion Birchhölzli» getauft wird, soll auf die neue Saison hin bereitstehen. Gestern haben Mitarbeiter der Fässler Holzbau AG in Düdingen mit der Montage des Dachs begonnen. Der Rohbau konnte sogar mit einem zeitlichen Vorsprung von zwei Wochen beendet werden. «Wir sind gut im Zeitplan. Das Wetter im Herbst hat uns dabei geholfen», sagt Beat Hirschi bei einem Rundgang auf der Baustelle. Der Co-Präsident des SC Düdingen ist auch froh darüber, dass das Baugerüst knapp nicht auf dem Kunstrasenfeld platziert werden musste. Somit kann der Spielbetrieb aufrechterhalten werden.

Blick auf das Spielfeld

Die Tribüne, auf der einst 400 Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen können, ist bereits gut erkennbar und auch die Aufteilung der Räumlichkeiten ist klar. Im Erdgeschoss kommt die erweiterte Buvette, ein Restaurant mit 80 Plätzen und Terrasse, zu stehen. Wer dort einkehrt, hat eine direkte Sicht auf das Spielfeld. Ebenfalls im Parterre sind unter anderem die neun Garderoben, WC-Anlagen und Schiedsrichterkabinen zu finden. Im Obergeschoss, hinter der obersten Tribünenreihe, ist Platz für die sogenannte Mantelnutzung. Das sind ein Fitnessstudio in Kombination mit einer Physiotherapiepraxis sowie ein VIP-Raum, der auch als Konferenzraum vermietet werden soll. Auf dem Dach wird zudem eine Fotovoltaikanlage von rund 1500 Quadratmetern installiert.

«Das ganze Gebäude ist rollstuhlgängig», erklärt Architekt Anton Kocher. Er ist zufrieden, wie die Arbeiten voranschreiten. «Nach dem Dorfturnier, das Ende Juni stattfindet, können wir das alte Klubhaus abreissen», sagt er.

Attraktive Infrastruktur hilft

 Von sportlicher wie von politischer Seite her ist das Echo auf das Stadionprojekt positiv. «Und das über den Bezirk und den Kanton hinaus», sagt Beat Hirschi. Dass Düdingen schon bald über eine topmoderne Infrastruktur verfügen werde, wirke sich zudem positiv auf die Spielerengagements aus. Und nicht zuletzt die Klubmitglieder und Fans selber seien gespannt. «Alle warten darauf, dass das Stadion fertig ist.»

Privater Hauptinvestor

Bewunderung ernte Düdingen auch dafür, dass die nötigen Geldgeber für das Projekt gefunden werden konnten, sagt Gemeinderat Bruno Schwaller. «Unser Syndic Kuno Philipona wird oft darauf angesprochen.»

Das Projekt, das auch das bereits realisierte neue Kunstrasen-Hauptspielfeld umfasst, ist mit Kosten von rund 5,5 Millionen Franken veranschlagt. Es wird durch einen privaten Hauptinvestor sowie durch weitere Geldgeber finanziert.

Zudem ist die Stadion Birchhölzli AG (siehe Kasten) eine Partnerschaft mit der Freiburger Kantonalbank (FKB) eingegangen, daher kommt auch der Name «FKB Stadion Birchhölzli».

Ein Rückkehrer veredelt den SCD-Sturm

Im Sommer verabschiedete sich Abdoulaye Koné vom SC Düdingen und ging zu Köniz in die Promotion League. Dort schmorte der ivorische Stürmer aber zumeist auf der Bank. Nun kehrt er für die 1.-Liga-Rückrunde zurück zum SCD.
 

Ein Altstar stürmt für den SC Düdingen

Um die Verluste von Luis Rosas (Abgang) und Sylvain Mora (verletzt) zu kompensieren, hat der 1.-Ligist SC Düdingen mit Jean-Michel Tchouga einen prominenten Ersatz verpflichtet. Der ehemalige Super-League-Spieler kommt vom FC Köniz.

Mit Ermin Gigic sowie Abdoulaye Koné hatten zuletzt gleich zwei treffsichere Stürmer Düdingen in Richtung Köniz, das in der Promotion League eine führende Rolle spielt, verlassen. Mit Jean-Michel Tchouga geht jetzt ein Stürmer mit Renommee den umgekehrten Weg. Die Sensler hatten auf dem Transfermarkt aktiv werden müssen, weil mit Luis Rosas und Sylvain Mora in der Rückrunde zwei Stürmer nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Während Rosas, der den Klub eigentlich bereits im Sommer in Richtung mexikanische Heimat hatte verlassen wollen, um dann plötzlich doch wieder aufzutauchen, nun definitiv geht, fällt Mora aufgrund einer Hüftoperation bis Saisonende aus. Überdies verzeichnet Düdingen die Abgänge der weiteren Offensivkräfte Elias Aguidi (zu Breitenrain) sowie Gentjan Zuta (Destination offen).

«Wir haben fast keine offensiven Spieler mehr, darum war die Verpflichtung von Tchouga notwendig», sagt SCD-Trainer Martin Lengen. Mit dem mittlerweile 36-jährigen Kameruner, der bis Saisonende ausgeliehen wurde, kommt nicht irgendwer. Der ehemalige Internationale spielt seit gut 18 Jahren in der Schweiz und stürmte unter anderem in der Super League für den FC Basel und den FC Luzern (siehe Box). Zuletzt wurde für Tchouga, der im Jahr 2008 noch einen Transferwert von 750 000 Franken hatte, die Luft bei Köniz aber immer dünner. In der Herbstrunde der Promotion League fungierte er zumeist als Joker und schoss zwei Tore.

Lengen, der in seiner Aktivzeit noch gegen Tchouga gespielt hatte, ist jedoch überzeugt, dass der Altstar noch einiges bringen kann. «Ich habe ihn in der Vorrunde einige Male spielen gesehen. Dabei hat er einen fitten Eindruck hinterlassen. Und in den Gesprächen wirkte er sehr motiviert.»

Leadership wird erwartet

Lengen bezeichnet Tchouga als spielerisch starken Fussballer, der es aber auch verstehe, zu kämpfen. «Er ist sicher eine Bereicherung für unser Team und passt zum Stil, den wir pflegen. Tchouga ist torgefährlich und für seine Grösse (Anm. der Red.: 174 cm) sehr kopfballstark. Ich freue mich auf ihn, und den Spielern geht es genauso.» Der SCD-Trainer erwartet, dass sein prominenter Zuzug nicht zuletzt mit der immensen Routine, die er mitbringt, einen Mehrwert darstellen wird. «Unsere Mannschaft ist relativ jung, weshalb uns die Erfahrung etwas abgeht. Das hat sich das eine oder andere Mal negativ ausgewirkt. Tchouga soll uns diesbezüglich eine gewisse Stabilität verleihen und die jungen Spieler mitziehen. Er soll ganz einfach ein richtiger Leader sein, sowohl auf als auch neben dem Platz.» Tchouga ist im Übrigen nicht der einzige Neue bei Düdingen für die Rückrunde. Von Breitenrain stösst der 20-jährige Defensivspieler Manuel Gloor zu den Senslern.

Die erste Mannschaft des SC Düdingen nimmt am nächsten Montag das Training wieder auf. Das erste Spiel der 1.-Liga-Rückrunde ist auf den 7. März (zu Hause im Birchhölzli gegen das Team Waadt) angesetzt. Düdingens Trainer hofft, dass er dann bis auf Mora auf sein gesamtes Kader zurückgreifen kann. Mit Christoph Schneuwly (gebrochener Mittelfuss), Fabian Suter (Meniskus) und dem seit längerer Zeit verletzten Mario Sturny fallen drei Spieler bis spätestens Ende Februar noch aus.

Bis es für den SC Düdingen wieder ernst gilt, wird jetzt vorerst an der Physis gearbeitet. «In der Wintervorbereitung, die acht bis zehn Wochen dauert, wird die Basis im körperlichen Bereich für das ganze Jahr geschaffen», sagt Lengen. Erst in der Schlussphase der Vorbereitung wird beim Tabellenachten im taktischen Bereich gearbeitet.

Jean-Michel Tchouga wurde am 20. Dezember 1978 in Yaoundé (Kam) geboren. 1997 wechselte er zum FC Yverdon in die Schweiz und in der Saison 2000/01 zum FC Basel in die höchste Spielklasse, wo er in 43 Spielen 13 Tore erzielte. Nachdem Tchouga an Lausanne, Lugano und Concordia Basel ausgeliehen worden war, spielte er von 2004 bis 2009 beim FC Luzern. Mit den Zentralschweizern stieg der Kameruner in die Super League auf und markierte in 97 Partien 54 Tore. 2009 folgte der Wechsel in die Challenge League zu Wohlen. Nach weiteren zwei Jahren in der zweithöchsten Liga spielte er ab 2012 für Köniz in der höchsten Amateurliga. Für die kamerunische Nationalmannschaft bestritt Tchouga elf Spiele

Spatenstich im Birchhölzli

Jetzt geht es endlich los: Am Montagabend hat der Spatenstich für das neue Fussballstadion beim Sportplatz Birchhölzli in Düdingen stattgefunden. Der Auftakt der Bauarbeiten, die im Juli 2015 abgeschlossen sein sollen, stand unter dem Motto «Ein Projekt für die Jugend»

Junioren aus allen Mannschaften des SC Düdingen strahlten gestern Abend um die Wette. Ihnen war die Ehre zuteilgeworden, den Spatenstich für das neue Fussballstadion beim Sportplatz Birchhölzli vorzunehmen – natürlich passend gekleidet im Clubtenü. Selbst die kleinsten Nachwuchsfussballer aus der Fussballschule gaben sich grosse Mühe, eine Schaufel oder einen Pickel zu schwingen und für die Fotografen zu posieren. «Jungs, das ist ein historischer Moment. Ihr werdet später sagen können: Ich bin dabei gewesen», ermunterte sie Beat Hirschi, Co-Präsident des SC Düdingen.

Der Spatenstich stellt die zweite Phase des Stadionprojekts dar. Die erste bestand darin, das Hauptspielfeld mit einem Kunstrasen zu versehen und so wettersicher zu machen. Dies ist vor einem Jahr geschehen. Nun müssen sich Fussballer und Fans noch ein weiteres Jahr gedulden, bis das Clubhaus steht. «Wir hoffen, dass wir bis Ende Juli 2015 fertig sind, so dass das Stadion für die neue Saison bereitsteht», sagt Beat Hirschi.

Mehr Platz und Komfort

Der Neubau soll das bestehende Clubhaus ersetzen, da dieses zu klein und in die Jahre gekommen ist. Die eigens zu diesem Zweck gegründete Stadion Birchhölzli AG plant im Gebäude neun Garderoben mit Duschen, einen Multifunktionsraum, eine gedeckte Tribüne mit 400 Sitzplätzen sowie ein Restaurant mit 80 Plätzen, das vom Sportclub betrieben wird. Ausserdem wird ein Fitnessstudio in Kombination mit einer Physiotherapiepraxis einziehen. Der Sportclub hat rund 550 Mitglieder und über 20 Mannschaften.

Lange Planungsphase

Dem Spatenstich war eine vier Jahre lange Planungsphase vorausgegangen, eine «intensive und spannende Zeit», fasste der Co-Präsident zusammen. Die Bauphase sollte den normalen Betrieb auf dem Sportplatz nicht beeinträchtigen. Der 60 Meter lange, rechteckige und zweigeschossige Bau kommt neben dem alten Clubhaus zu stehen. Dieses bleibt bis zum Schluss in Betrieb: Erst wenn das neue Gebäude bezugsbereit ist, wird es abgerissen.

Das Projekt ist mit Kosten von 5,5 Millionen Franken veranschlagt. Darin inbegriffen sind auch die Kosten für das Kunstrasenfeld. Erste Schätzungen in der Anfangsphase waren noch von rund 3,8 Millionen Franken ausgegangen. Die Finanzierung geschieht durch einen privaten Hauptinvestor sowie weitere Geldgeber. Zudem ist die Stadion Birchhölzli AG eine Partnerschaft mit der Freiburger Kantonalbank eingegangen

Der SC Düdingen verliert Ermin Gigic

Seit Jahren gehörte Ermin Gigic zu den torgefährlichsten Stürmern des SC Düdingen. Nun aber verlässt er den Sensler 1.-Liga-Klub per sofort in Richtung Köniz. Die Berner spielen eine Liga höher und haben die Challenge League im Visier.

«Ich habe lange überlegt», sagt Ermin Gigic. «Schliesslich bin ich mittlerweile fast schon verwurzelt in Düdingen. Den Klub während der Saison zu wechseln ist speziell. Es tut mir leid für das Team.» Dennoch konnte der 29-Jährige den Lockrufen aus Köniz nicht widerstehen. Die Berner, die Gigic Anfang Woche einen Vertrag angeboten haben, sind ein sehr ambitionierter Klub. Sie spielen in der Promotion League, wie die 1. Liga Promotion neu heisst, und liebäugeln mit einem Aufstieg in die Challenge League. Letztes Jahr verpassten sie diesen bloss um vier Punkte.

Führt die Suche nach Ersatzebenfalls nach Köniz?

Mit Miguel Portillo, Jean-Michel Tchouga, Roman Friedli, Carlos Varela, Jiri Koubsky oder Alessandro Ciarrocchi verfügt Köniz über zahlreiche Spieler mit Super-League-Erfahrung. Ein Beweis für die Finanzstärke des Klubs. «Aber um das Finanzielle ging es mir nicht. Es ging eher darum, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen. Ich spiele jetzt schon sehr lange in der 1. Liga und bin in einem Alter, in dem man solche Chancen vielleicht nicht mehr so oft erhält», sagt Gigic. 2007 spielte er erstmals für Düdingen. Nach kurzen Abstechern zum FC Freiburg und zum FC Breitenrain ist er seither zweimal wieder zurückgekehrt. In 159 Pflichtspielen hat er für den SCD 112 Tore erzielt. «Sein Abgang bedeutet sicher einen Substanzverlust», sagt Düdingens Trainer Martin Lengen. «Aber wir denken im Klub immer auch an die Spieler. Wenn einer die Möglichkeit hat, in einer höheren Liga zu spielen, dann soll er sie packen. Da legen wir niemandem Steine in den Weg.» Dasselbe sagt auch Sportchef René Cavigelli. «Aber natürlich ist es ein grosser Verlust für unser Team.»

 Dem SCD gehen langsam die Stürmer aus. Anfang Sommer hat bereits der letztjährige Top-Torschütze Abdoulaye Koné das Team verlassen. In Richtung … Köniz. «Wir haben ein gutes Verhältnis zu diesem Klub», stellt Lengen sofort klar. Er hofft, dass im Verlauf der Saison ein Spieler den umgekehrten Weg gehen wird. «Köniz hat schon jetzt ein unglaubliches Team. Jetzt kommt auch noch Gigic dazu. Es werden nicht immer alle spielen können. Das könnte früher oder später eine Chance für uns sein.»

Gigic muss sich gedulden

Koné zum Beispiel stand beim FC Köniz, der mit vier Punkten aus den ersten drei Spielen nicht sehr gut in die Saison gestartet ist, in der Meisterschaft bisher noch nie in der Startelf, wurde dreimal eingewechselt. Ist eine Rückkehr des 20-Jährigen denkbar? «Das wäre natürlich ein Wunsch. Wir haben ihm im Sommer gesagt, dass für ihn die Türe bei uns jederzeit offen ist. Aber natürlich hoffe ich für ihn in erster Linie, dass er sich in Köniz durchsetzt. Er ist ja noch jung und ambitioniert», sagt Lengen. Bis Düdingen auf der Suche nach einem Gigic-Ersatz fündig geworden ist, «müssen halt jetzt die Spieler, die oft ein bisschen im Schatten von Spielern wie Koné und Gigic standen, ihre Chance packen und sich zeigen.»

Das will Gigic in Köniz ebenfalls. Am Montag wird er erstmals mit seinem neuen Klub trainieren. «Mein Ziel ist es, mit der Mannschaft vorne mitzuspielen. Und das persönliche Ziel lautet, mich gegen diese vielen guten Spieler zu behaupten und mir einen Platz zu erkämpfen. Dazu benötige ich auch Geduld, denn das wird nicht gleich zu Beginn möglich sein. Schliesslich bin ich neu im Team.»

Zunächst einmal kann er sich die Spiele seiner neuen Mannschaft in Ruhe von der Tribüne aus anschauen. Wegen der Roten Karte, die er letzte Woche beim Spiel des SCD in Lausanne kassiert hat, ist Gigic für drei Spiele gesperrt.

«Was gewesen ist, zählt nicht mehr»

Am Samstag startet der SC Düdingen in seine zehnte 1.-Liga-Saison. Nach der fantastischen letzten Saison und dem knapp verpassten Aufstieg in die Promotion League sind die Erwartungen an das Team hoch. Trainer Martin Lengen tritt jedoch auf die Euphoriebremse.

Es war die (fast) perfekte Meisterschaft, die der SC Düdingen in der vergangenen Saison gespielt hat. Erstmals in seiner Clubgeschichte schloss der SCD die 1. Liga als Gruppenerster ab, zum ersten Mal überhaupt qualifizierte er sich für die Aufstiegsspiele zur Promotion League. Mit einem klaren Sieg gegen Münsingen zogen die Sensler gar in den Final ein, wo sie nur knapp scheiterten. Ein winziges Törchen fehlte den Düdingern beim 0:0 gegen Rapperswil, um ihrer Saison das Sahnehäubchen aufzusetzen.

«Es beginnt wieder alles bei null»

Nach der grandiosen Saison 2013/14 und dem haarscharf verpassten Aufstieg sind die Erwartungen an den SC Düdingen für die heute beginnende Spielzeit gross. Trainer Martin Lengen tritt allerdings auf die Euphorie-Bremse. «Alles, was gewesen ist, zählt nicht mehr. Es beginnt wieder alles bei null. Ich erwarte wiederum eine Meisterschaft, in der jeder jeden schlagen kann. Durch die starken Aufsteiger Stade Lausanne und Team Waadt U21 ist die Ausgeglichenheit unserer Gruppe noch extremer geworden.» Seine Zielvorgabe bleibe deshalb gleich wie im Vorjahr, sagt der 40-Jährige. «Ein Platz unter den ersten sieben.»

Das Wort «Aufstiegsspiele» will Lengen nicht in den Mund nehmen, auch wenn man dies angesichts der letzten Erfolge erwarten würde. Die relativ bescheidene Zielformulierung dürfte denn auch weniger auf den tatsächlichen Ambitionen des Vereins beruhen als viel mehr auf der Absicht, den Erwartungsdruck möglichst von der Mannschaft fernzuhalten. «Stillstand bedeutet im Sport Rückschritt», hatte Düdingens Co-Präsident Beat Hirschi an der letzten Generalversammlung unmissverständlich verlauten lassen. Die «unglaublichen Erfolge» gelte es nun zu bestätigen, so Hirschis klare Ansage für seine letzte Saison als SCD-Präsident.

Natürlich lässt sich eine Saison nicht vollständig planen; Faktoren wie Wettkampfglück oder Verletzungspech können deren Verlauf entscheidend beeinflussen. Aber angesichts seines aktuellen Kaders besteht wenig Grund zur Annahme, dass der SCD heuer viel weniger erfolgreich sein sollte als in der vergangenen Saison. Bis auf ein paar wenige Abgänge blieb der Stamm des Teams beisammen. Automatismen, Abstimmung, Zusammenspiel und Laufwege sind noch vorhanden und müssen nicht erst hart erarbeitet werden.

Hoffnungsträger Mvondo

Einen gewichtigen Abgang muss Martin Lengen allerdings in der Offensive verkraften. Abdoulaye Koné war in der vergangenen Spielzeit erfolgreichster Sensler Torschütze, hat in 29 Einsätzen 19 Tore erzielt. Gerne hätte man in Düdingen den torgefährlichen Stürmer weiter engagiert. Doch der 20-jährige Ivorer wollte höher als in der 1. Liga spielen und seinen Vertrag auf dem Birchhölzli nur im Falle eines Aufstiegs in die Promotion League verlängern. Den hat der SCD verpasst, so dass Koné mit dem FC Köniz den Aufstieg in die Challenge League anpeilt. «Koné ist ein sehr wertvoller Spieler. Sein Abgang schmerzt», sagt Lengen. «Er hat von Köniz ein sehr attraktives Angebot erhalten und ich habe Verständnis, dass er es angenommen hat. Ich drücke ihm die Daumen, dass er seine Chance packt. Sollte er sich in Köniz aber nicht durchsetzen oder integrieren können, kann er jederzeit zu uns zurückkehren. Er weiss, dass unsere Türe jederzeit für ihn offen steht.»

Mit Abdoulaye Koné hat Martin Lengen zwar seinen letztjährigen Goalgetter verloren, um die offensiven Qualitäten seiner Mannschaft braucht er sich dennoch keine Sorgen zu machen. «Mit den neuverpflichteten Murat Ural, Olivier Mvondo und Elias Aguidi sowie Ermin Gigic und Luis Rosas verfügen wir über einige torgefährliche Spieler.» Vor allem der 24-jährige Mvondo könnte sich als kleiner Transfercoup entpuppen. Der ehemalige U20-Internationale aus Kamerun ist ballsicher, zweikampfstark und hat ein gutes Auge für den Mitspieler. Mit seinen unwiderstehlichen Vorstössen sorgte der offensive Mittelfeldspieler in den Testspielen immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. «Wir erhoffen uns sehr viel von ihm», sagt Lengen.

Viel offensive Power

Neben Mvondo hat sich in den Vorbereitungspartien auch Elias Aguidi als erfolgreicher Torschütze hervorgetan. Der 21-Jährige, der nach seinem Abstecher zu Thun II aufs Birchhölzli zurückgekehrt ist, hat in vier Testspielen dreimal getroffen. Und mit dem Super-League-erprobten Murat Ural und Ermin Gigic besitzt der SCD zwei weitere hochkarätige Stürmer. «Ermin hat nach seinem Autounfall im letzten Sommer einige Zeit gebraucht, um wieder den Anschluss zu finden. Ich bin aber überzeugt, dass er uns diese Saison wieder viel Freude bereiten wird», sagt Martin Lengen.

Und dann ist da noch Louis Rosas. Der Mexikaner hatte den SCD im Sommer verlassen, um in seine Heimat zurückzukehren. «Vor zwei Wochen ist er überraschend wieder hier aufgetaucht, niemand weiss genau wieso. Aber nun trainiert er wieder mit uns», sagt Lengen – und kann sich dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen. Nicht zuletzt dank des unerwarteten Zuwachses ist der Konkurrenzkampf in der Offensivfraktion noch grösser geworden–was sich erfahrungsgemäss positiv auf die Leistung jedes Einzelnen auswirkt.

Das defensive Gerüst bleibt bestehen

Neben dem Angriff hat letzte Saison auch die Verteidigung zu den grossen Stärken des Düdinger Teams gehört. Mit 31 Gegentreffern in 26 Partien wies es den drittbesten Wert aus. Die defensive Stabilität zählt auch heuer zu den Sensler Steckenpferden. Bis auf Daniel Spicher, der den Verein im Sommer verlassen hat, um Trainer beim 3.-Liga-Team FC Tafers zu werden, ist das defensive Gerüst erhalten geblieben. «Daniel war ein Vollblutspieler, der dem Team auf und neben dem Platz viel gebracht hat», sagt Lengen. «Ich bedauere seinen Abgang. Das Gros unsere Hintermannschaft ist indes beisammen geblieben, so dass wir erneut viele Alternativen haben. In der Defensive sind wir auch dieses Jahr stark.»

Der Trainer verfügt auch hier über genügend Alternativen, um den Abgang des letzten «Düdingers» beim SCD zu kompensieren. «Mario Sturny, Flavio Cassarà, Christoph Schneuwly oder Neuzugang Besnik Salihi können alle auf der Position des rechten Aussenverteidigers spielen», sagt der 40-jährige Cordaster. In den Testspielen hinterliess seine Hintermannschaft zwar des Öfteren keinen sattelfesten Eindruck und ermöglichte den Gegnern mit zum Teil haarsträubenden Fehlern mehrere Treffer. Lengen ist aber zuversichtlich, dass seine Spieler «die Fehlerquote senken werden, sobald es dann richtig ernst gilt.»

SC Düdingen Saison 2014/15

Torhüter (2):Adrian Schneuwly (34 Jahre), Lukas Bucheli (19/neu Jun. int. A).

Verteidiger (8):Ivano Baeriswyl (22), Flavio Cassara (21), Elvis Corovic (25), Mario Sturny (27), Fabian Suter (18), Christoph Schneuwly (19), Christian Scheuber (25/neu, Giffers-Tentlingen), Besnik Salihi (21/neu, Köniz).

Mittelfeld (7):Fabian Brügger (30), Yann Hartmann (28), Sylvain Mora (24), Frédéric Piller (24), Lukas Weber (23), Olivier Mvondo (24/neu, Köniz), Lionel Buntschu (19/neu, Jun. int. A.).

Stürmer (4):Ermin Gigic (29), Luis Rosas (29), Elias Aguidi (20; neu YB U21), Ural Murat (27/neu, Bulle).

Trainer: Martin Lengen. Assistent :Andreas Bachofner.

Abgänge (7):Christian Piller (Tafers), Benjamin Burla (Payerne), Daniel Preradovic (Münsingen), Daniel Spicher (Tafers), Ermal Uka (Freiburg), Abdoulaye Koné (Köniz), Giuseppe Turnherr (?).