GV+Schlagzeilen 2015/16

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SCD-Generalversammlung 2016
 

Wegen fehlenden sportlichen Erfolgen war an der Generalversammlung des SC Düdingen der Bezug des neuen Stadions im Birchhölzli das prägende Ereignis. Im Vorstand gab es am Freitagabend den Rücktritt des Co-Präsidenten Alexander Schmutz zu vermelden.

Nach einem gelungenen Einleitungsfilmchen von Clubfotograf Herbert «Päpu» Schafer mit schönen Bildern aus der abgelaufenen Saison über Jung und Alt unter dem Motto «Nur gemeinsam sind wir stark» ergriff am Freitagabend an der Generalversammlung des SC Düdingen Co-Präsident Beat Hirschi das Wort mit seinem Präsidentenbericht. Weil es diesmal im Gegensatz zu den letzten Jahren keine grossen sportlichen Erfolge bei den Aktiven zu feiern gab–alle drei Teams hätten bis kurz vor Schluss der Saison gegen den Abstieg kämpfen müssen–sei die Inbetriebnahme des neuen Stadions Birchhölzli das grosse und unvergessliche Event der Saison gewesen, sagt Hirschi, der zugleich Geschäftsführer von Club und Restaurant ist. Um dieses schmucke Stadion beneide man den SC Düdingen weit über die Kantonsgrenzen hinaus, und er bedankte sich nochmals bei allen, vor allem den treuen Sponsoren, für die grosse Arbeit und Beteiligung. Gegen Schluss der Rede forderte er alle Klubmitglieder auf, sich noch mehr am Vereinsleben zu beteiligen und auch zu helfen. Dabei dachte er wie später auch der OK-Chef Erwin Spicher vor allem an die Mitarbeit beim alle Jahre sehr wichtigen Dorffest Ende Saison, das dieses Jahr auch wegen schlechtem Wetter finanziell nicht ganz an die besten Jahre anschliessen konnte.

Ein kleiner Gewinn

Klubkassierin Astrid Engel präsentierte danach kurz, aber prägnant die Zahlen des 1.-Liga-Vereins. Bei Einnahmen von 652 258 Franken und fast gleich viel Ausgaben ergab sich ein kleiner Gewinn von 613 Franken. Die höheren Ausgaben für Sachversicherung und Abgaben an den Verband konnte man glücklicherweise mit nochmals erhöhten Einnahmen aus dem Sponsoring ausgleichen. Der SCD gelange mit seinem Budget von 612 400 Franken aber langsam an einen Plafond. Ein kleines Detail am Rande: Der Personalaufwand für Teams und Trainer liegt beim SCD mit jährlichen 382 189 Franken klar unter jenem Wert, den zum Beispiel die waadtländischen 1.-Liga-Teams jedes Jahr einsetzen können.

Ins gleiche Horn bliess übrigens auch Sportchef René Cavigelli, der in den letzten Wochen beim Ersetzen der Abgänge im Fanionteam vor fast unlösbaren Aufgaben stand. Schon heute würden in der vierthöchsten Schweizer Liga von auswärtigen Spielern gute Saläre wie in KMU-Betrieben plus Auto und Wohnung verlangt, da könne und wolle man beim SCD ganz einfach die aufgestellten Limiten nicht überschreiten, sagte Cavigelli.

Co-Präsident Schmutz gibt seinen Rücktritt

 Trotz Abschreibungen und eingeschossenem Klubgeld ins neue Stadion beträgt das Umlaufvermögen per 31. Mai 2016 immer noch 245 671 Franken. Punkto Finanzen gab es noch eine kleine Anpassung bei den Junioren zu vermelden, wo die abgeschaffte Tombola (grosser Aufwand für Verwaltung und Preise) durch leicht erhöhteKlubbeiträge ersetzt wurde.

 Beim Traktandum Wahlen und Ehrungen stand die Ankündigung von Alexander Schmutz (er steht vor seinem 70. Geburtstag), seinen Posten nach 46 Jahren beim SCD als Co-Präsident abzugeben, im Vordergrund. Der langjährige Spieler, Sportchef und zuletzt Verantwortliche für Marketing/Sponsoring möchte in Zukunft etwas kürzer treten und wurde für seine Dienste geehrt–Ehrenmitglied ist er ja schon seit einiger Zeit. In seiner kurzen Rede versprach er jedoch, weiterhin seinem Klub mit Rat und Tat zur Seite zu stehen; das Birchhölzli sei ja in den letzten Jahren zu seinem zweiten Wohn- und Schlafzimmer geworden.

Die beiden übrigen Co-Präsidenten Beat Hirschi und Erwin Spicher sowie der restliche Vorstand stellten sich für eine weitere Saison zur Verfügung. Für den zurücktretenden Schiedsrichter-Chef Heinz Leuenberger konnte nach langer Suche mit Hilario Solero ein Nachfolger gefunden werden. Zu Freimitgliedern wurden von den 69 anwesenden Klubmitgliedern Captain Fabian Brügger und Coach Marcel Müggeli gewählt. Am Schluss der zügigen Generalversammlung bedankte sich der Düdinger Generalratspräsident Laurent Baeriswyl–auch er ein SCD-Klubmitglied–beim Verein für die grosse Arbeit mit den vielen jungen Spielern aus der Region.

Erfolgreiche Inter-A-Junioren

Von den drei Verantwortlichen René Cavigelli (Aktive), Ueli Minder (Juniorenobmann) und Raphael Portmann (Senioren) folgten die ausführlichen TK-Rapporte. Wiederum waren die von Joël Dürret trainierten Inter-A-Junioren mit dem Kantonalen Cupsieg das Flaggschiff im sportlichen Bereich. Aber auch die anderen Teams konnten ihre Ziele (Erhalt der Stärkeklassen bei den Junioren) zum Teil erreichen, auch wenn vor allem im Sektor der ersten Mannschaft ständig auch negative Stimmen zu hören gewesen seien. Wie letztes Jahr wird das Fanionteam auch in der kommenden Saison mit einer äusserst jungen Mannschaft ans Werk gehen; die Klubleitung steckt mit Rang 1 bis 7 erneut ein recht ambitioniertes Ziel. Noch ist der Verein auf der Suche nach zwei erfahrenen Spielern (einer im defensiven, einer im offensiven Bereich), ansonsten steht das neue Kader schon. Trainer Martin Lengen ist sich schon jetzt bewusst, dass auf seine junge Mannschaft erneut eine schwere Saison wartet, bleibt aber wegen den zum Teil guten Leistungen in der vergangenen Rückrunde zuversichtlich.

Kader SC Düdingen, Saison 2016/17.
Tor: Roger Wingeier, Kai Stampfli (neu, Inter A).Verteidiger:Valentin Neuhaus (neu, Team Freiburg), Fabian Suter, Fabio Cassarà (neu, Azzurri Lausanne), Loic Marmier, Elvis Corovic.Mittelfeld/Angriff:Dino Rebronja, Jose Manuel Parapar (neu, Azzuri Lausanne), Frédéric Piller, Jose Muola, Adnan Rebronja, Yves Schlapbach, Christoph Cattilaz, Kevin Hubacher (neu, Inter A), Lionel Buntschu, Alhassane Touré (neu, Yverdon).Trainer: Martin Lengen. Assistent:Andreas Bachofner.

HEADLINES

 

Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in den Rubriken: News 1999 - 2019 und der Gùmpa

 


 

Fäbu sagt Adieu

Fabian Brügger läuft heute (16 Uhr) gegen Lancy zum letzten Mal auf dem Birchhölzli im Dress des SC Düdingen auf. Nach zwölf Jahren beim SCD beendet er seine 1.-Liga-Karriere. Der Sensler Verein verliert damit eine Identifikationsfigur.

Fabian Brügger und der SC Düdingen, das ist wie Asterix und Obelix–zwei unzertrennliche Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen. Über 300 Mal haben die beiden gemeinsam auf den helvetischen Fussball(Schlacht)feldern ihren Gegnern erbitterten Widerstand geleistet. Zwölf Jahre hat Brügger ununterbrochen das Trikot des SCD getragen – in der heutigen Zeit, in der die meisten Fussballer früher oder später dem Lockruf des Geldes erliegen, ist eine solche Klubtreue die seltene und wohltuende Ausnahme.

Taten statt Worte

Als der Plasselber im Jahr 2004 als 20-Jähriger vom FC Plaffeien aufs Birchhölzli wechselt, spielt Düdingen noch in der 2. Liga interregional. Nach einer Saison steigt Brügger mit dem Verein in die 1. Liga auf, wo er auch heute als 31-Jähriger noch seine Pässe schlägt. Seit Jahren ist er ein Eckpfeiler im Team von Martin Lengen; er ist der besonnene Captain, der mit Leistung auffällt und nicht mit markigen Sprüchen. Kabinenansprachen sind nicht sein Ding, auch auf dem Platz wird er nur selten laut. Dafür beeindruckt er mit seiner Leidenschaft für den Fussball. Er ist ein Kämpfertyp; einer, der auch Mal seinen Gegenspieler umgrätscht und eine Gelbe Karte kassiert, um ein Zeichen zu setzen und seine Teamkollegen wachzurütteln, wenn es nicht läuft.

Anders als bei Asterix und Obelix gibt es im wahren Leben nicht immer ein Happy End. Fabian Brügger läuft nur noch heute im Heimspiel gegen Lancy (16 Uhr) und nächsten Samstag in Yverdon im roten SCD-Dress auf, dann ist Schluss. «Eigentlich habe ich schon vor drei, vier Jahren mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören», sagt er. Die Aussicht auf das neue Stadion habe ihn aber motiviert, weiterzumachen. «Als Captain beim ersten Heimspiel die Mannschaft aufs Feld zu führen, das war ein ganz besonderer Moment. Seit Oktober bin ich aber beruflich mehr engagiert und ich spüre langsam das Alter. Nun ist der richtige Zeitpunkt, um mich zu verabschieden.»

Am Ehrgeiz gepackt

Das Fussballspielen ist Fabian Brügger gewissermassen in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Paul war ein erfolgreicher und in der Region bekannter Fussballer. Dass «Fäbu» bereits mit eineinhalb Jahren den Fussball durch die Gegend gekickt hat, versteht sich von selbst. Beim FC Plasselb absolviert er seine ersten Juniorenjahre, dann wechselt er zum FC Freiburg in die Inter C. Bei seinem ersten Match im Freiburger Dress erzielt Brügger gleich drei Tore. «Ich weiss noch heute nicht, wie mir das gelungen ist. Ich hatte vorher nie als Stürmer gespielt», erinnert sich Brügger. Sein Auftritt beeindruckte jedenfalls: Er wurde ins kantonale Nachwuchsteam berufen, wo er alle Stufen bis zur U19 durchlief. «Als einziger Sensler im welschen Team fühlte ich mich damals etwas alleine. Also ging ich zum FC Plaffeien.»

Polykarp Schaller, seinerzeit Trainer beim Sensler 2.-Liga-Team, warnte seinen 18-jährigen Neuzuzug vor zu hohen Erwartungen. Er werde höchstens drei, vier Partien von Anfang an spielen können, hiess es. Es kam ganz anders. «Ich wollte immer in der Startformation stehen, also habe ich alles dafür getan, um dem Trainer zu beweisen, dass er mich falsch eingeschätzt hatte». Schliesslich steht Brügger in jedem Spiel von Anfang an auf dem Platz. Eine Saison bleibt er noch im Sense Oberland, ehe er im Sommer 2014 ins Unterland wechselt.

Kollegen und Beruf statt Profikarriere

Der grosse Techniker war Brügger nie, auch ein Torjäger nicht: 24 Treffer hat er in seiner 1.-Liga-Karriere insgesamt erzielt. Als kampfstarker Spieler im rechten defensiven Mittelfeld war er aber immer eine Bank. In den zwölf Jahren beim SCD hat der Plasselber manche Hochs und Tiefs erlebt, in bester Erinnerung ist ihm das Spiel gegen den FC Thun geblieben. Es ist eine der Geschichten, die nur der Fussball-Cup schreiben kann. Über 5000 Fans pilgerten im September 2005 ins Birchhölzli. Der SC Düdingen empfing den Super-League-Verein Thun, der wenige Tage zuvor in der Champions League gegen den FC Arsenal für Furore gesorgt hatte. Der SCD schlug sich bravourös und unterlag nur knapp mit 0:1. Mittendrin Fabian Brügger. Sein beherztes Auftreten blieb nicht unbemerkt, nach dem Spiel interviewte ihn das Schweizer Fernsehen. «Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich an die Stimmung damals denke. Solche Gefühle kannst du nur im Sport erleben.»

«Fäbu» ist einer jener Fussballer, von denen man sagt, er hätte das Talent gehabt, um auf höherem Niveau zu spielen. Profi ist er allerdings nie geworden. Warum eigentlich nicht? Brügger sieht es nüchtern: «Ich habe nie ein Angebot eines Vereins erhalten, also war ich nicht gut genug. Ich habe mich auch nie in einer höheren Liga gesehen. Körperlich bin ich zu wenig kräftig und zu wenig schnell. Ich habe es auch nie ernsthaft versucht. Die Kollegen und der Beruf waren mir stets wichtiger als eine Profikarriere.»

SCD verliert eine Identifikationsfigur

Mit Fabian Brügger verliert der SCD nicht nur einen verdienstvollen Spieler, sondern auch eine Identifikationsfigur. «Sensler Spieler sind das A und O für einen Verein wie Düdingen», ist der 31-Jährige überzeugt. «Über sie geschieht die Identifikation der Fans mit der Mannschaft und der Region mit dem Verein.» Mit Pascal Jenny, Lukas Schneuwly, Adrian Schneuwly, Fabian Brügger, Marc Rotzetter, Daniel Spicher, Christoph Schneuwly, Ivano Baeriswyl und nun auch Fabian Brügger und Mario Sturny haben in den letzten Jahren zahlreiche Sensler den SCD verlassen. Dem Verein gehen die Identifikationsfiguren aus. «In meinen Anfangsjahren in Düdingen waren neun von zehn Spielern aus dem Sensebezirk, der Rest Auswärtige. Heute ist es umgekehrt», sagt Brügger. «Ich hoffe, dass sich der Verein dieser Problematik bewusst ist und dafür sorgt, dass wieder junge Sensler nachkommen.» Martin Lengen sei eigentlich ein Trainer, der den Jungen eine Chance gebe. Allerdings sei der Sprung in die 1. Liga gross. «Viele wollen den Aufwand nicht betreiben. Oder ihnen fehlt der Wille, sich durchzubeissen, und sie geben nach einem Jahr wieder auf, wenn es nicht reicht. Talentierte Spieler gäbe es genug.»

Fabian Brügger: Der «Mister 100 Prozent»

Martin Lengen (Trainer SC Düdingen): «Fäbu war für mich in den zehn Jahren als Trainer in Düdingen einer der wertvollsten Spieler. Er ist sehr vielseitig einsetzbar, sehr konstant, egal auf welcher Position er spielt. Er gibt immer 100 Prozent und ist sehr pflichtbewusst.. Er ist ein Spieler, den sich jeder Trainer in seiner Mannschaft wünscht.»

Frédéric Piller (Spieler SCD): «Als ich noch beim FC Freiburg war, war Fäbu immer mein Gegenspieler. Er ist einer von denen, die man lieber mit sich als gegen sich hat. Er gibt immer alles, kämpft bis zum Ende. Dass er zwölf Saisons beim SCD gespielt hat, sagt alles über seine Qualitäten aus. Fäbu geniesst im Team eine enorme Wertschätzung. Ich bedauere seinen Weggang sehr. Uns verlässt nicht nur ein toller Spieler, ich verliere auch einen super Kollegen.»

Pascal Bächler (ehemaliger SCD-Präsident): «Ich habe Fäbu als sehr zuverlässige, charakterstarke und loyale Führungspersönlichkeit geschätzt. Wenn ihm der Trainer sagen würde, er brauche ihn heute als Goalie, dann würde er sogar ins Tor stehen. Er verkörpert die typische Oberländer Stärke: Wenn er ja sagt, dann kann man 100 Prozent auf ihn zählen. Fäbu ist der einzige Spieler im Team, der raucht, und er trinkt oft ein Bier mehr als andere. Aber man bringt ihn nicht kaputt, er bringt immer seine Leistung.»

Der SCD rüstet sich für die Rückrunde

Sieben Neuzugänge und ebenso viele Abgänge haben das Gesicht des SC Düdingen in der Winterpause verändert. Auch wenn nicht alle Wechsel so geplant waren, hat der Fussballverein von seinen Kadermutationen profitiert. Das 1.-Liga-Team verfügt nun über mehr Erfahrung.

Am 5. März nimmt die 1.-Liga-Meisterschaft ihren Betrieb wieder auf. Rund 40 Tage bleiben Trainer Martin Lengen noch, um den SC Düdingen auf die Rückrunde vorzubereiten–Zeit, die er gerne in Anspruch nimmt. Denn in der Winterpause hat es beim Birchhölzli-Team einige Änderungen gegeben: Sieben Spieler haben den Verein verlassen, im Gegenzug muss Lengen sieben Neulinge in seine Mannschaft integrieren. «So viele Wechsel waren nicht geplant», sagt der SCD-Trainer. «Wir haben aber sehr gut auf die Abgänge reagieren und weitsichtige Transfers tätigen können. Die neuen Spieler werden uns nicht nur in der Rückrunde stärken, sie sind auch Teil der Mannschaftsplanung für die kommende Saison.»

Luther-King und Dindamba ausgemustert

Was auffällt: Vier von den sieben Spielern, die im Sommer von einem auswärtigen Verein zum SC Düdingen gestossen sind, haben den Klub nach einer halben Saison bereits wieder verlassen. Dass Elie Dindamba und Adjei Luther-King beim SCD keine Zukunft haben würden, hatte sich schon länger abgezeichnet. In den letzten Meisterschaftsrunden waren die beiden Offensivspieler immer seltener erste Wahl. «Sie hatten den Anspruch, jeweils von Anfang an zu spielen. Wir haben uns von ihnen aber deutlich mehr erhofft», erklärt Trainer Martin Lengen, weshalb es frühzeitig zur Trennung gekommen ist. Luther-King spielt künftig für Leader La Chaux-de-Fonds, und auch Dindamba hat bei der Sensler Liga-Konkurrenz einen Platz gefunden: Er geht in der Rückrunde für das viertklassierte Stade-Lausanne-Ouchy auf Torjagd.

«Disziplinarische Massnahme»

Mit Qendrim Makshana steht ein weiterer Neuzugang nicht mehr im Kader des SC Düdingen. Der 24-Jährige hatte seit seiner Ankunft auf dem Birchhölzli mit seinem divenhaften Auftreten und der wenig mannschaftsdienlichen Spielweise die Geister auf und neben dem Platz gespalten. Obwohl Makshana der Ruf vorauseilte, kein Teamplayer zu sein, hat Lengen dem Stürmer im Sommer eine Chance gegeben und ihm in der ersten Saisonhälfte stets den Rücken gestärkt. Lengen plante auch für die Rückrunde mit Makshana; vor ein paar Tagen kam es allerdings zum Bruch. «Die Freistellung von Qendrim war eine disziplinarische Massnahme», erklärt der Trainer. Was genau vorgefallen ist, will Lengen nicht kommentieren. «Es sind ein, zwei Sachen passiert, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben.» Obwohl Makshana in der Vorrunde mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze des SCD war, musste er deshalb gehen. «Das Wichtigste ist das Kollektiv. Wer nicht in der Lage ist, sich dem unterzuordnen, hat bei uns nichts verloren.»

«Mehr Routine»

Getrennt hat sich Düdingen auch von Flavio Cassarà–allerdings nicht ganz freiwillig. Gerne hätte Martin Lengen weiter auf die Dienste seines zuverlässigen Defensivspielers gezählt. «Flavio zog es vor, das finanziell lukrative Angebot von Azzurri Lausanne anzunehmen», bedauert er. Den Abgang des Sensler Abwehrtanks soll Diego Motumba kompensieren. Letztes Jahr spielte er mit dem FC Delémont in der Promotion League, diese Saison war er beim FC Echallens unter Vertrag. «Ich bin zuversichtlich, dass er an der Seite von Elvis Corovic für Stabilität in unserer Abwehr sorgen wird.»

Auch von seinen anderen Zugängen erwartet der Coach einiges. «Neben einigen jungen und talentierten Spielern, die allerdings noch etwas Zeit brauchen, sind auch routinierte Spieler wie Edis Colic dabei.» Der 27-jährige Linksaussen spielte unter anderem eine Saison in der Challenge League und bringt viel 1.-Liga-Erfahrung ins Team. Etwas, das dem SCD in der Vorrunde ab und an fehlte. In einige Partien zeigten die Sensler gute Leistungen, blieben am Ende aber punktelos, weil sie ihre Leistungen nicht in Siege ummünzen konnten.

Wer steht im Tor?

Routine hat der SC Düdingen auch auf der Goalieposition hinzugewonnen. Lukas Bucheli, der Anfang Saison die Nummer eins zwischen den Pfosten war und im Verlaufe der Saison nach einer Verletzung seinen Platz an Roger Wingeier verlor, hat zum FC Plaffeien in die 2. Liga gewechselt. «Arbeit und viermal Training sind ihm zu viel geworden», erklärt Trainer Martin Lengen. Als Ersatz für Bucheli hat der SCD mit David Moser einen sehr erfahrenen Torhüter engagiert. Der 26-Jährige stand unter anderem für den FC Thun in der Super League und für Winterthur in der Challenge League im Tor. Zuletzt war Moser beim FC Köniz in der Promotion League engagiert. Weil Trainer Bernard Pulver auf der Torhüterposition auf das Rotationsprinzip setzt und für die Rückrunde einen vierten Goalie engagiert hat, zog es Moser aufs Birchhölzli, wo er auf mehr Einsatzzeit hofft. Ob Moser oder Wingeier am 5. März beim Rückrundenstart gegen Terre Sainte auflaufen wird, will Martin Lengen erst kurz vorher entscheiden. «Ich bin kein Freund des Rotationsprinzips auf der Torhüterposition», sagt Lengen. «Ein Goalie muss das Vertrauen des Trainers und des Teams spüren, damit er Selbstvertrauen und Sicherheit ausstrahlen kann.»

Abgänge und Zuzüge
Abgänge (7):Qendrim Makshana (Stade-Lausanne-Ouchy), Elie Dindamba (Stade-Lausanne-Ouchy), Adjei Luther-King (La Chaux-de-Fonds), Flavio Cassarà (Azzurri 90 Lausanne), Lukas Bucheli (Plaffeien), Ardit Bytiqi (?), Claudio Buntschu (?).

Zuzüge (7):David Moser (Köniz/ Promotion League/Jahrgang 1989). Edis Colic (Köniz/PL/1988). Diego Motumba (Echallens/1./1989. José Muala (YB U21/1./1996). Jens Hofer (YB U21/1./1997). Adan Rebronja (Rapperswil/1./1990). Emilio Abbatiello (AS Italiana/2.).

Das neue Fussballstadion in Düdingen ist nun offiziell eröffnet

Das neue Fussballstadion in Düdingen ist kein Vergleich zum abgerissenen Klubhaus. 4,5 Millionen Franken hat der Bau gekostet. Alle Redner betonten am Samstag das wichtige Zusammenspiel von Sportklub, Investoren und Gemeinde.

«Das Team Düdingen hat von der ersten bis zur 90. Minute eine taktische Meisterleistung geboten und am Schluss einen grandiosen Sieg eingefahren». Dies sagte SC-Düdingen-Co-Präsident Beat Hirschi nicht etwa zum 1.-Liga-Spiel vom Samstag, sondern so lautet seine Bilanz zum Bau des Fussballstadions im Birchhölzli. Dieses wurde am Samstag mit einem Tag der offenen Tür und diversen Fussballspielen (siehe Seite 19) offiziell eröffnet. «Der Bau hat meine Erwartungen übertroffen», sagte Initiant Hirschi den FN. Dass ein 1.-Liga-Klub ein solches Stadion realisiere, sei einzigartig für den Fussball im Kanton Freiburg. Mit dem «Team Düdingen» meinte Hirschi den SC Düdingen mit der Stadion Birchhölzli AG, die Hauptinvestoren Marius Baechler und die Freiburger Kantonalbank (FKB) sowie den Gemeinderat. Hirschi, Ammann Kuno Philipona, Gemeinderat Bruno Schwaller und auch Wolfgang Jendly, Verwaltungsratspräsident der Stadion Birchhölzli AG, betonten in ihren Ansprachen, wie wichtig diese Zusammenarbeit für die Realisierung des Projekts gewesen sei. «Die Initiative der Co-Präsidenten des SC Düdingen sowie der Investoren war ein grosses Glück für die Gemeinde», sagte Bruno Schwaller, der auch Mitglied des Verwaltungsrats der Stadion Birchhölzli AG ist. «Das Stadion ist ein Gemeinschaftswerk. Alleine hätte die Gemeinde nie auch nur annähernd einen solchen Bau tragen können.»

Bescheidener Aktionär

Der Düdinger Marius Baechler, ehemaliger Inhaber der Firma Geotherm, ist der Hauptaktionär der Stadion Birchhölzli AG. «Wir wollten das Stadion Marius-Baechler-Stadion nennen, doch er hat sich vehement dagegen gewehrt», sagte Verwaltungsratspräsident Wolfgang Jendly. Immerhin sei ihm nun im Birchhölzli sein eigener Parkplatz garantiert. «Dies ist mein Beitrag für die Zukunft der Jugend», begründet Baechler, der sich im Hintergrund hält, gegenüber den FN sein Engagement für den SC Düdingen. Mit 44 Verwaltungsrats- und 48 Baustellen-Sitzungen sei das zeitliche Engagement gross gewesen. Dafür seien auch die Rückmeldungen, die bis zu ihm kämen, durchwegs positiv, sagt der treue SCD-Fan. Marius Baechler ist selber «sehr zufrieden» mit dem Resultat. «Es ist ein zweckmässiger und zeitloser Bau, der auch dem Umweltgedanken Rechnung trägt.» Das Dach ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet, Wärmepumpen mit Erdsonden heizen das Gebäude.

Fitness und Restaurant

Das Interesse der Bevölkerung am Tag der offenen Tür am Samstag war gross–und das Echo positiv. Der Rundgang führte die Besucher erst in die VIP-Loge und den Seminarraum im Obergeschoss, dann nebenan ins öffentliche Fitnesscenter mit Physiotherapie, über die gedeckte Tribüne hinunter zu den neun Spieler- und den zwei Schiedsrichtergarderoben bis zum neuen Restaurant mit Terrasse. Dass das Stadion nicht nur Garderoben und Sitzplätze, sondern auch andere Angebote integriert und so mehrere Zielgruppen anspricht, war den Initianten ein grosses Anliegen. «Das Birchhölzli wird so zum Treffpunkt für jedermann», sagte Beat Hirschi.

Nächste Herausforderung

Nach der Eröffnung und der ersten Euphorie über das Geschaffene wartet nun die nächste Herausforderung auf den Klub und die AG: «Jetzt geht es darum, zu leben, was wir hier geschaffen haben», so Beat Hirschi. Das Stadion müsse rentabilisiert und kommerzialisiert werden. Dabei dürfe der Spirit des Sportklubs Düdingen nicht verloren gehen, so Verwaltungsratspräsident Wolfgang Jendly. «Der gute alte Geist des Birchhölzlis soll auch der gute neue Geist des Birchhölzlis sein.»

Zahlen und Fakten
Die Kosten für das «FKB-Stadion Birchhölzli» mit 380 gedeckten Sitzplätzen belaufen sich auf 4,5 Millionen Franken, inklusive Kunstrasenfeld auf 5,5 Millionen. Die Bauherrschaft hatte die neu gegründete Stadion Birchhölzli AG inne. Die Gemeinde Düdingen hat mit der Trägerschaft einen Baurechtsvertrag abgeschlossen und gibt ihr das Terrain für 50 Jahre im Baurecht gegen einen Zins ab. Zudem hatte die Gemeindeversammlung im Dezember 2012 beschlossen, dass sich die Gemeinde mit 300000 Franken am Aktienkapital beteiligt, ein zinsloses Darlehen von 300000 Franken mit einer Laufzeit von 30 Jahren gewährt und jährlich 15000 Franken an die Betriebskosten bezahlt. Der SCD zählt 550 Mitglieder, davon 230 Junioren.

Stadionpremiere

Der SC Düdingen verlor am Samstag gegen Stade-Lausanne-Ouchy sein erstes 1.-Liga-Meisterschaftsheimspiel im neu erstellten Birchhölzlistadion mit 3:4. Fast jeder Schuss der Waadtländer aufs Tor in den 90 Minuten war ein Treffer.

«Die Mannschaft ist eine Wundertüte»

Auch wenn Trainer Martin Lengen heuer auf die Karte «Jugend» setzt, ist er nicht ambitionslos. Er fordert Geduld mit seinem Team und strebt einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte an.

Zehn Abgänge und neun Neuzugänge–beim SC Düdingen hat sich in der Sommerpause einiges getan. Von der letztjährigen Mannschaft, die die Meisterschaft auf dem siebten Tabellenplatz abgeschlossen hat, sind nur noch zehn Spieler dabei. Die Hälfte seines Kaders hat der SCD ausgewechselt.

Der Einschnitt ins Düdinger Mannschaftsgefüge ist allerdings nicht so dramatisch, wie er im ersten Moment erscheinen mag. «Den Kern der Mannschaft ist beisammengeblieben», sagt Martin Lengen, der seine 4. Saison als Trainer auf dem Birchhölzli in Angriff nimmt. «Darum herum haben wir ein interessantes, vielversprechendes und junges Team aufgebaut.»

Hoffnungsvolle Jungtalente

Claudio Buntschu (18), Manuel Schwarz (18), Loïc Marmier (18), Ardit Bytyqi (18), Christoph Catillaz (19), Fabian Suter (19), Nenad Petrovic (20), Lionel Buntschu (20), Lukas Bucheli (20) – sie alle zählen erst zwanzig oder weniger Lenze. Elie Dindamba (21) und Manuel Gloor (21) sind nur unwesentlich älter. «Es war ein bewusster Entscheid, Junge aus der Region und aus dem eigenen Nachwuchs ins Team zu integrieren», sagt Lengen. Das Durchschnittsalter des Teams liegt bei 22,7 Jahren. «Sieben Spieler im aktuellen Kader können noch bei den Junioren A spielen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon jemals ein solch junges Team hatten.»

Junge Talente im Kader zu haben, ist das eine. Sie in den Ernstkämpfen auch tatsächlich einzusetzen, das andere. Der SCD-Trainer gibt diesbezüglich ein klares Bekenntnis zum Nachwuchs ab. «Die jungen Spieler konnten bereits in der vergangenen Rückrunde Spielpraxis sammeln, so werden sie nun nicht ins kalte Wasser geworfen. Sie werden auch diese Saison regelmässig zum Einsatz kommen.»

Grosse Hoffnungen setzt der ehemalige NLA-Profi in Fabian Suter. «Er spielt schon einige Saisons bei uns und ich erwarte von ihm, dass er dieses Jahr den Schritt zum Stammspieler schafft. Vielleicht nicht unbedingt auf seiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung, aber als Aussenverteidiger kann er es packen.» Viel Einsatzzeit bekamen in den Vorbereitungspartien auch Catillaz und Marmier–ein Zeichen, dass auch sie in den Planungen von Martin Lengen eine Rolle spielen. «Die beiden haben zweifellos das Potenzial, um sich für die Stammformation aufzudrängen.» Gleiches gilt auch für Lionel Buntschu, Manuel Schwarz und Nenad Petrovic; Letzterer konnte in der abgelaufenen Meisterschaft mehrere Male als Torschütze glänzen. Der 20-Jährige trägt aber momentan anstelle des roten SCD-Trikots das olivgrüne Tenue der Schweizer Armee und absolviert die Rekrutenschule. Wunderdinge darf man von ihm in dieser Saison sicherlich nicht erwarten.

Guter Wein muss reifen

Eine Verjüngung eines Teams geht stets einher mit einem Verlust an Routine. Dies trifft auch auf Düdingen zu. «Was einmal ein guter Wein werden will, braucht Zeit zum Reifen. Die Erfahrung kommt mit dem Spielen. Wir müssen Geduld haben.» Dass der neu formierte SCD an Routine eingebüsst hat, zeigte sich unter anderem in den Testspielen. Unter Druck agierte die Mannschaft oftmals überhastet, es fehlt einer, der das Spiel in solchen Situationen beruhigen kann. «Da sind die erfahrenen Spieler wie Fabian Brügger, Frédéric Piller, Elvis Corovic und Flavio Cassara gefordert», sagt ihr Trainer. «Es liegt an ihnen, eine Leaderrolle zu übernehmen und die Jungen mitzureissen.»

Noch wechselten sich Hochs und Tiefs bei den Senslern zu oft ab, nicht selten ging einer starken zweiten Halbzeit eine ungenügende erste voraus. «Leistungsschwankungen sind bei einem so jungen Team normal. Wir tun aber gut daran, die Sache mit der Konstanz möglichst rasch in den Griff zu bekommen», sagt Lengen. Der ehemalige NLA-Profi überlegt lange, bevor er eine Prognose für die heute beginnende Meisterschaft angibt. «Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen. Die Mannschaft ist eine Wundertüte. Ein Platz unter den ersten sieben sollte aber möglich sein.»

Wer schiesst die Tore?

Die grössten Veränderungen hat der SC Düdingen in der Offensive erfahren. Nachdem Martin Lengen bereits in der vergangenen Saison seine Angriffsformation wegen überraschender Spielerabgänge mehrmals umstellen musste, fehlt ihm nun mit Murat Ural (Auslandaufenthalt) ein weiterer offensiver Mann. Die Suche nach Stürmern und Flügeln hatte für den SCD während der Sommerpause denn auch Priorität.

Gute 1.-Liga-Stürmer sind rar auf dem Spielermarkt und entsprechend schwer zu finden. Mit Qendrim Makshana hat der SCD einen Mittelstürmer verpflichtet, der zuletzt für das Team Waadt in der 1. Liga auflief und einige Einsätze mit Lausanne-Sport in der Challenge League absolvierte. Dass Makshana in Düdingen erste Wahl war, darf indes bezweifelt werden. Der 23-Jährige wollte bereits letzte Saison aufs Birchhölzli wechseln–dort hatte man jedoch kein Interesse an einem Engagement. Er passe nicht ins Mannschaftsgefüge, so die Begründung. Nun hat Makshana den Weg doch noch zum SCD gefunden–und spaltet prompt mit seinem etwas divenhaftem Auftreten und der wenig mannschaftsdienlichen Spielweise die Geister. Ein Mittelstürmer kann sich eine egoistische Spielweise leisten, wenn er–wie seinerzeit Ermin Gigic–das Team im Gegenzug mit vielen Toren verwöhnt. Dies ist Makshana allerdings noch nicht gelungen. «Wir haben Qendrim im letzten Jahr beobachtet und wollen ihm eine Chance geben», sagt Martin Lengen. «Er hat oft gute Aktionen und erarbeitet sich vielversprechende Torchancen, aber er nutzt diese noch zu wenig konsequent. Er braucht ein paar Erfolgserlebnisse, dann wird er in einen Lauf kommen und uns noch viel Freude bereiten.»

Treffsicherer–wenn auch nicht unbedingt mannschaftsdienlicher–hat sich bisher der offensive Mittelfeldspieler Adjei Luther-King gezeigt. Der 23-jährige Neuzugang von Neuenburg Xamax hat in sieben Testspielen sechs Tore erzielt. Das lässt hoffen. Elie Dindamba, Yves Schlapbach, Elvis Corovic, Mario Sturny und Christoph Catillaz konnten sich ebenfalls in die Torschützenliste eintragen. «Wir haben mehrere Spieler, die aus dem Mittelfeld heraus Tore erzielen können. Das macht uns flexibel und nicht allein von unserem Mittelstürmer abhängig.» Wenn in zwei Monaten Sylvain Mora nach seiner Hüftoperation zurückkehrt, hat Lengen eine weitere gute Karte für die Offensive.

Mängel im kollektiven Defensivverhalten

Verbesserungspotenzial hat Martin Lengen im kollektiven Defensiverhalten seiner Mannschaft ausgemacht. «Die Verteidigungsarbeit beginnt ganz vorne: Unser vorderster Stürmer muss zugleich unser erster Verteidiger sein und die gegnerischen Angriffe früh unterbinden. Dafür braucht es allerdings ein Kämpferherz und Laufbereitschaft. Bei einigen Spielern vermisse ich noch den Willen, jenen Weg in Angriff zu nehmen, der wehtut.»