GV+Schlagzeilen 2017/18

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SCD-Generalversammlung 2018
 

Der SC Düdingen nimmt die nächste Saison mit einer neuen Führung und trotz des Abstiegs gesunden Finanzen in Angriff.

Auf dem Feld ging der grösste Sensler Fussballklub letzte Saison durch Himmel und Hölle. Co-Präsident Beat Hirschi erwähnte an der Generalversammlung vom letzten Freitag in seinem Jahresbericht zuerst die grossen Erfolge der Inter-A-Junioren (Schweizermeistertitel), um dann auf den bitteren Abstieg des Fanionteams zurückzukommen. Er und seine Vorstandskollegen seien immer der Auffassung gewesen, dass der Platz des SCD in der 1. Liga liege: in einem Top-Jahr an der Spitze, in guten Jahren im oberen Mittelfeld, in einem schlechten Jahr in der unteren Tabellenhälfte und in einem Flop-Jahr, so wie zuletzt, drohe der Abstieg in die 2. Liga interregional. Das sei die Realität des SCD mit seinen infrastrukturellen und finanziellen Möglichkeiten. Als Sportchef ad interim ging Hirschi kurz auf die Gründe des Abstiegs ein: mangelnde Qualität im Kader, Gruppenbildungen und drei Trainerwechsel hätten dazu geführt, dass Düdingen trotz dem Aufbäumen in der zweiten Meisterschaftshälfte den Abstieg nicht verhindern konnte.

Mit neuer Führung

Gespannt erwarteten die 45 Klubmitglieder dann die Wahlen, standen doch viele Wechsel an. Nach vielen Jahren des erfolgreichen Wirkens trat das Präsidententrio Beat Hirschi, Alexander Schmutz und Erwin Spicher wie angekündigt zurück. Spicher wurde wie Raphael Portmann (krankheitshalber zurücktretender Juniorenobmann) zum Ehrenmitglied ernannt. Als neuen Präsidenten wählte die Versammlung den 48-jährigen Pascal Klaus, der bei der Mobiliarversicherung in Bern arbeitet, zum neuen Präsidenten. Klaus spielte als Junior und als Aktiver im Verein, erwarb sich dann auch Junioren-Trainerdiplome und half zwischenzeitlich als Coach bei diversen Teams aus. Neu zum Vorstand stossen auch Daniel Portmann (Sportchef), Enrico Pesenti und Ivan Schafer (beide Marketing), Michael Zurkinden (Logistik) sowie Manfred Engel (Juniorenobmann). In ihren Ämtern bestätigt wurden die Sekretärin und Finanzchefin Astrid Engel und Juniorenobmann Ueli Minder.

Höhere Personalkosten drückten auf die Rechnung

Finanzchefin Engel ging auf die Zahlen ein, die wegen der sportlich schwierigen Saison negative Auswirkungen auf das Resultat hatten. Zusätzliche Kosten im Personalbereich – nicht eingeplante Verstärkungen in der Winterpause – und die drei Trainerwechsel belasteten die Kasse. Zusammen mit den 42 000 Franken Mehrwertsteuernachzahlungen, die der SCD für die Jahre 2012 bis 2015 tätigen muss, bleibt unter dem Strich ein Minus von 53 040 Franken bei Einnahmen von 692 180 Franken. Trotzdem bleiben die Finanzen immer noch mehr als vorbildlich. Das Budget für die nächste Saison (540 000 Franken) wurde dem Umstand angepasst, dass die Mannschaft eine Liga tiefer spielt (kleinere Personalkosten), auf der anderen Seite aber auch die Sponsoren- und Werbeeinnahmen etwas kleiner ausfallen werden. So sind für das Fanionteam 270 000 Franken – 30 Prozent weniger als letzte Saison – vorgesehen.

Jung, aber ambitioniert

Auch im Fanionteam bleibt praktisch kein Stein auf dem anderen. Ein neuer Trainerstab, ein neuer Sportchef und mehr als ein Dutzend Wechsel im Kader sorgen dafür, dass Düdingen in ein völlig neues Abenteuer stürzt. Das Durchschnittsalter des Teams beträgt nur noch 22,3 Jahre, ein Grossteil der gewichtigen Abgänge hat man mit Junioren ersetzt. Trotzdem ist Sportchef Portmann zuversichtlich und freut sich auf die vielen Kantonalderbys. Das erste Meisterschaftsspiel trägt der SCD am Wochenende vom 11./12. August in Colombier NE aus.

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Hier werden nur einige Schlagzeilen herausgepickt - Weitere News zu dieser Saison finden Sie in den Rubriken: News 1999 - 2019 und der Gùmpa

 


 

Düdingens Junioren-Inter A sind zum zweiten Mal Schweizer Meister

Die Inter-A-Junioren des SC Düdingen haben am Wochenende in Luzern den Schweizer Meistertitel gewonnen. Viele dieser Spieler werden in der kommenden Saison in das Fanionteam integriert.

«Entschuldigen Sie meine Stimme.» René Spicher hatte gestern noch ein wenig mit den Nachwehen der Meisterfeier zu kämpfen. Er ist der Technische Leiter für die Junioren A bis C des SC Düdingen und durfte am Wochenende miterleben, wie die Junioren A zum zweiten Mal nach 2015 den Schweizer Meistertitel holten. Beim Finalturnier in Luzern setzten sie sich gegen die sieben anderen Erstklassierten der verschiedenen Coca-Cola-Junior-League-Gruppen durch.

Finalsieg gegen Zug

Dass die jungen Fussballer am Sonntag als Sieger nach Düdingen zurückkehren und sich am Dorfturnier feiern lassen konnten, hatten sie sich hart erarbeitet. In den Gruppenspielen vom Samstag lief noch nicht alles rund. Nach dem 1:0-Startsieg gegen Old Boys Basel setzte es im zweiten Gruppenspiel eine 0:5-Schlappe gegen Lugano ab. Ein klares Verdikt, erst recht, wenn man bedenkt, dass eine Partie bloss zweimal 25 Minuten dauerte. «Lugano war der Turnierfavorit. Als wir früh in Rückstand gerieten, haben wir uns irgendwann dafür entschieden, besser die Kräfte für das dritte Gruppenspiel zu schonen», erklärt Spicher die Höhe des Resultats. Die Taktik ging auf: Düdingen besiegte zum Abschluss Weissenstein 3:2 und qualifizierte sich für den Halbfinal. Dort gewannen die Sensler am Sonntag 2:0 gegen Rapperswil –und schafften damit den Einzug in den Final gegen Zug, das seinerseits Lugano im Penaltyschiessen bezwungen hatte. «Wir waren im Final das bessere Team und haben verdient gewonnen.» Das goldene Tor beim 1:0-Sieg erzielte Nicolas Schneuwly.

Dass Düdingen überhaupt am Turnier teilnehmen konnte, war alles andere als selbstverständlich. «Nach der Vorrunde hatten wir in der Meisterschaft noch acht Punkte Rückstand auf den Leader.» Unter dem neuen Trainer Olivier Perroulaz rollte der SCD das Feld jedoch von hinten auf, gewann die Westschweizer Gruppe mit zwei Punkten Vorsprung auf Stade-Lausanne-Ouchy und qualifizierte sich doch noch für das Finalturnier.

Sieben Junioren ins Fanionteam

Mit dem Sieg in Luzern ist die Gefühlsschere zwischen Junioren und Aktiven im Club perfekt. Während das Fanionteam von der 1. in die 2. Liga interregional abstieg, feierten die ältesten Nachwuchsspieler einen grossen Erfolg. Abgesehen von den Junioren der Topclubs, deren Nachwuchs-Auswahlen in einer eigenen Liga gegeneinander spielen und deshalb nicht zur CCJL gehören, haben sich Düdingens Junioren A gegen die gesamte Schweizer Konkurrenz durchgesetzt.

Klar, dass in Zeiten, in denen im Club die Zeiten auf Umbruch stehen, diese jungen Spieler die Zukunftshoffnungen des SCD sind. «Sieben Spieler aus diesem Team werden nächste Saison in die erste Mannschaft integriert. Fünf weitere machen zumindest die Vorbereitung mit», sagt René Spicher, der als einer der Assistenten von Trainer Rolf Rotzetter zukünftig zum Staff des Fanionteams gehören wird. Stellt sich die Frage, wie gross der Schritt von den Inter-A-Junioren in die 2. Liga interregional für die Spieler ist. «Gegen 2.-Liga-Mannschaften können die Junioren in Testspielen jeweils gut mithalten. Gegen 2.-Liga-Inter-Teams können sie oft ebenfalls gut mitspielen, aber natürlich braucht es auf diesem Niveau dann auch einige erfahrene, gestandene Spieler.»

Die Spieler, die auf nächste Saison hin den Schritt in die erste Mannschaft wagen, sind Torhüter Luca Aebischer, David Ragonesi, Chris Vonlan­then, Jan Bürgy, Angelo Brünisholz, Alexander Bächler sowie Maic Aegerter.

Abstieg nach 13 Jahren in der 1. Liga

Seit 2005 spielte der SC Düdingen ununterbrochen in der 1. Liga. Nach der Niederlage am Samstag in Naters steht nun aber fest: Die Sensler steigen in die 2. Liga interregional ab. Für den SCD ist das «kein Weltuntergang».

Ein überraschendes Happy End blieb dem SC Düdingen verwehrt. Die Mannschaft, die fast während der gesamten Meisterschaft unter dem Strich lag, steht auch am Ende der Saison auf einem Abstiegsplatz. Die Sensler verloren am Samstag in Naters nach einer 2:0-Führung mit 3:5. Selbst ein Sieg hätte dem SCD in der Endabrechnung nichts gebracht, da der direkte Konkurrent Azzurri Lausanne gegen ein offenbar mässig motiviertes Martigny 5:1 gewann.

Auch wenn die Spieler und die Verantwortlichen beim SCD nach der Partie sichtlich enttäuscht waren, gab sich der anwesende Co-Präsident Ale­xander Schmutz gelassen. «Dieser Abstieg kommt für uns nicht überraschend und ist kein Weltuntergang.» Düdingen sei ein gut strukturierter Verein mit einer starken Juniorenbewegung. «Wir wollen nun einen Schnitt machen und mit einer jungen, hungrigen Truppe eine Liga weiter unten wieder voll angreifen.» Das Ziel des SC Düdingen ist der baldige Wiederaufstieg.

Ein Abstieg, der den Verantwortlichen die Chance geben sollte, einen echten Neuanfang zu machen. Das sollte den vielen jungen Spielern zudem mehr Chancen für eine vernünftige Weiterentwicklung bieten.

Der anwesende Co-Präsident Alex Schmutz, Präsident Beat Hirschi war auf Spionagemission im Stade de Chavannes in Lausanne, blieb in der sportlich schweren Stunde für seinen Klub ruhig und gelassen: «Dieser Abstieg hat sich schon seit langem angekündigt, er kommt für uns nicht ganz überraschend und ist kein Weltuntergang. Wir sind ein gut strukturierten Verein mit einer starken Juniorenbewegung. Wir wollen nun einen Schnitt machen und mit einer jungen, hungrigen Truppe, mit möglichst vielen eigenen Spielern in einer unteren Liga wieder voll angreifen und natürlich möglichst schnell wieder aufsteigen.»

Nächste Saison wird mit dem neuen Präsidenten Pascal Klaus und dem neuen Trainer Rolf Rotzetter sicher auch auf dem Platz ein neues Team ohne viele teure auswärtige Spieler stehen. Einzig Adan Reb­ronja hätte für die 1. Liga übrigens noch einen weiterlaufenden Vertrag gehabt.

Man habe den Ligaerhalt nicht in der letzten Runde verspielt, analysierte Monney richtig. «Wenn man 25 Runden lang unter dem Strich ist, kann man nur ganz selten in der 26. Runde noch den Kopf aus der Schlinge ziehen.» Ein Wendepunkt im Abstiegskampf sei die unglückliche Niederlage vor zwei Wochen in Echallens gewesen: «Wenn wir dort gewonnen hätten, wären wir über den Strich gerutscht, und das hätte für die letzten Spiele vielleicht noch etwas mehr Motivation mitgegeben.» Überraschend kommt der Abstieg nicht: Im Team fehlte es an Stabilität, zu viele Spieler sind bloss Durchschnitt – und in wichtigen Momenten fehlten dem von Captain Frédéric Piller auch in Naters noch angetriebenen Team einige richtige Leaderfiguren.

«Abstieg wäre die Chance für einen Neuanfang»

Es gibt zurzeit sicherlich angenehmere Trainerjobs, als den SC Düdingen vor dem Abstieg aus der 1. Liga zu bewahren. Warum sich Daniel Monney dennoch der Herausforderung stellt, erklärt er im Interview.

Acht Punkte Rückstand auf den Strich, und nur fünf Spiele Zeit, um diesen aufzuholen – dem SC Düdingen steht in der 1. Liga das Wasser bis zum Hals. Nachdem Trainer Martin Lengen im Herbst entlassen worden war und sein Nachfolger Joël Durret vor wenigen Wochen überraschend zurückgetreten ist, versucht nun Daniel Monney, den SCD zum Ligaerhalt zu führen. Mit dem 3:1-Sieg gegen Martigny ist dem 58-jährigen Berufsschullehrer am vergangenen Samstag der Einstand perfekt gelungen. Im wegweisenden Sechspunktespiel gegen Azzur­ri Lausanne (Samstag, 17  Uhr, Chavannes) müssen Daniel Monney und der SCD unbedingt nachlegen.

Daniel Monney, was hat Sie bewogen, sich beim SC  Düdingen als Interims-Trainer für die letzten sechs Meisterschaftsrunden zu engagieren? Das Unternehmen Ligaerhalt gleicht einem Himmelfahrtskommando, bei dem Sie nur verlieren können ...

Der SCD war schon immer ein Verein, der mich fasziniert hat und bei dem ich gerne einmal Trainer sein wollte. Schon vor einigen Jahren hätte ich gerne zusammen mit Pascal Jenny die erste Mannschaft übernommen, Pascal hatte sich jedoch aus dem Fussball zurückgezogen und wollte nicht mehr zurück. Düdingen hat in den letzten Jahren immer gute Trainer gehabt, einst mit Jean-Claude Waeber, dann mit Martin «Tinu» Weber oder Martin Lengen. Für mich ist es eine Ehre, deren Nachfolge anzutreten.

Der SCD steckt in argen Abstiegsnöten. Sie riskieren, in Düdingen als jener Trainer in Erinnerung zu bleiben, der mit der Mannschaft aus der 1. Liga abgestiegen ist.

Das ist mir egal. Ich war viele Jahre Trainer in der 1. Liga, unter anderem bei Biel, La Chaux-de-Fonds, Marly und Romont. Ich muss auf diesem Niveau niemandem mehr etwas beweisen.

Es geht einzig darum, dem SCD aus seiner Misere raus zu helfen. Die Situation ist schwierig, ein Himmelfahrtskommando ist es aber nicht. Jeder, der gegen Martigny auf dem Birchhölzli dabei gewesen ist, konnte das sehen, dass die Jungs richtig gut Fussball spielen können. Das Offensivspiel war eine Augenweide. Die Mannschaft hat es nicht verdient, Letzte zu sein.

Wie konnte es trotzdem so weit kommen?

Es ist ja nicht so, dass Düdingen erst seit dieser Saison schwächelt. Bereits in den letzten Jahren musste man um den Ligaerhalt kämpfen. Seit der SCD sein neues Stadion hat, hat er eigentlich nicht mehr so gut gespielt. Als Aussenstehender hatte ich den Eindruck, dass man in Düdingen so sehr mit seinem Stadion beschäftigt war, dass man die Mannschaft vergessen hat. Der Vorstand hat sicherlich einige Fehler gemacht in den letzten Jahren.

Welche zum Beispiel?

Die ganzen Trainerwechsel in der letzten und in dieser Saison waren nicht optimal. Insbesondere das Hin und Her mit Martin Lengen war kontraproduktiv. Jeder Wechsel bringt etwas Unruhe ins Team. Und wenn es mit dem neuen Trainer auch nicht läuft, verunsichert das zusätzlich.

Ich denke auch, dass es ein Fehler war, in den letzten Jahren so viele auswärtige Spieler engagiert zu haben. Der SCD hat seine Sensler und Deutschfreiburger Identität verloren. Es gab eine Phase, da hat das Team auf dem Platz auf Französisch kommuniziert. Ich denke, Düdingen täte gut daran, wieder mehr hiesige Spieler, insbesondere Stürmer, auf dem Platz zu haben.

In einem Monat kann man nicht alles über den Haufen werfen und die ganze Mannschaft grundlegend neu aufbauen.
 
Ihr Engagement in Düdingen endet im Sommer, selbst wenn Sie den Ligaerhalt schaffen sollten. Mit Rolf Rotzetter hat der Verein bereits einen Coach für nächstes Saison unter Vertrag. Bedauern Sie dies?

Ich denke, mit Rolf hat Düdingen den idealen Trainer gefunden. Ich bin überzeugt, dass er seine Sache gut machen wird. Die Rahmenbedingungen waren klar, als ich mich für das Engagement bei SCD verpflichtet habe. Ich soll bis Ende Saison den Ligaerhalt schaffen, danach übernimmt der neue Trainer.

Was können Sie als neuer Coach in den verbleibenden vier Wochen bis zum Saisonende noch bewirken?

In einem Monat kann man nicht alles über den Haufen werfen und die ganze Mannschaft grundlegend neu aufbauen. Das ist auch gar nicht nötig. Die Jungs können Fussball spielen und physisch sind sie in guter Verfassung. Die Mannschaft braucht aber einen Chef, der vorne hinsteht und sagt, wo es durchgeht.

Ich versuche, das Auftreten der Spieler auf und neben dem Platz zu ändern. Die Stimmung im Team war zuletzt nicht so gut, einige Spieler wirkten entmutigt, resigniert. Das hat sich in den letzten Tagen schon deutlich verbessert. Gegen Martigny waren alle topmotiviert, schon beim Aufwärmen war eine ganze andere Attitude erkennbar. Man sah keinen, der nur lustlos mitmachte, so wie es zuletzt öfters der Fall gewesen war. Jeder Einzelne war mit Leib und Seele dabei.

Was können Sie sonst noch bewirken?

Beim Fussball ist vieles Kopfsache; ob ein Schuss ins Tor geht oder daneben, hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Das hat bei den Jungs in letzter Zeit etwas gelitten. Meine Aufgabe ist es auch, den Spielern wieder das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugeben. Das Beste fürs Selbstvertrauen sind natürlich Siege wie am letzten Samstag.

Ein Abstieg würde den SCD nicht aus der Bahn werfen. Über kurz oder lang würde er wieder in die 1. Liga aufsteigen.
Fünf Runden vor Schluss beträgt Düdingens Rückstand auf den Strich acht Punkte. Wie gross schätzen Sie die Chancen ein, den Ligaerhalt noch zu schaffen?

Wer so spielt wie wir gegen Martigny, der darf einfach nicht absteigen. Nach dem Match sind einige Leute zu mir gekommen und haben gesagt, dass sie Düdingen in dieser Saison offensiv noch nie so stark gesehen haben. Ich denke, unsere Hoffnungen auf den Ligaerhalt sind realistisch, wenn wir so weitermachen. Entscheidend sein wird das Spiel am kommenden Samstag gegen Azzurri Lausanne. Gewinnen wir, rücken wir bis auf fünf Punkte an den Strich heran. Dann ist wieder alles möglich.

Und wenn Sie gegen Azzurri verlieren?

Daran will ich gar nicht denken. Das wäre eine Katastrophe, dann könnten wir den Ligaerhalt abschreiben.

Was würde ein Abstieg in die 2. Liga inter für den SC Düdingen bedeuten?

Für den Freiburger Fussball wäre es sehr schade. Sollten tatsächlich Düdingen und Portalban/Gletterens absteigen, wäre der FC Freiburg das einzige Freiburger Team in der 1. Liga. Das wäre wahrlich kein Ruhmesblatt für den kantonalen Fussball. Für Düdingen selber wäre ein Abstieg zwar schade, es würde den Verein aber nicht aus der Bahn werfen. Düdingen ist bestens aufgestellt, verfügt über eine gute Infrastruktur und eine grosse und starke Nachwuchsbewegung. Über kurz oder lang würde der SCD wieder in die 1. Liga aufsteigen.

Es gibt viele Leute, auch im Umfeld des Vereins, die finden, Düdingen wäre in der 2. Liga inter besser aufgehoben ...

Ich bekomme auch immer wieder von Leuten zu hören, dass sie es gut fänden, wenn Düdingen absteigen würde. Dann gäbe es endlich wieder viele Freiburger Derbys gegen Richemond, Bulle, Romont, La Tour/Le Pâquier, Farvagny und vielleicht schon bald Ueberstorf. Das hätte sicherlich auch seinen Reiz. Zudem würde ein Abstieg Düdingen die Chance zu einem Neuanfang bieten, zurück zu den Wurzeln, zurück zur Deutschfreiburger Identität.

Azzurri Lausanne steckt momentan in einer tiefen Krise. Es gibt Gerüchte, dass sich der Verein aus der 1. Liga zurückziehen will. Damit würde ein Platz in der 1. Liga frei, wodurch es einen Absteiger weniger geben würde. Darf sich Düdingen Chancen auf einen Ligaerhalt am grünen Tisch ausrechnen?

Ich habe von de Gerüchten auch gehört, und wir haben im Verein kürzlich darüber gesprochen. Azzurri soll angeblich kein Geld mehr haben, viele Spieler sollen davongelaufen sein und der Präsident keine Lust mehr haben. Ich bin allerdings nicht überzeugt, dass sich der Verein deswegen zurückzieht. Ich gehe davon aus, dass er eine Lösung finden wird, damit es weitergeht. Wir tun gut daran, Azzurri in der Tabelle zu überholen, dann brauchen wir auch keine Hilfe am grünen Tisch.

Daniel Monney übernimmt beim SC Düdingen

Sechs Spiele bleiben dem SC Düdingen noch, um in der 1. Liga irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen. Mit neun Punkten Rückstand auf den Strich präsentiert sich die Aufgabe an sich schon schwierig, dass der SCD im heutigen Heimspiel gegen Martigny (17.30 Uhr, Birchhölzli) auf die verletzten Maxime Brenet, Flavio Cassara und Jens Hofer sowie die gesperrten Nando Sommer und Robyn Chirita verzichten muss, macht das Ganze nicht einfacher. Unsicher ist beim Tabellenschlusslicht zudem der Einsatz von Abwehrrecke Elvis Corovic.

Einen Dämpfer musste Düdingen auch neben dem Feld einstecken: Die Hoffnung, Rolf Rotzetter aus seinem Vertrag mit dem SC Bümpliz herauszulösen, damit er ab sofort und nicht erst im Sommer die Nachfolge des überraschend zurückgetreten Trainers Joël Durret antreten kann, hat sich definitiv zerschlagen. Der Berner Vorstadtverein will Rotzetter nicht frühzeitig ziehen lassen.

Gestern konnten die Sensler immerhin eine Übergangslösung bis Ende Saison präsentieren: Daniel Monney leitete am Freitagabend bereits das Abschlusstraining und wird beim SCD schon heute an der Seitenlinie stehen. Der 58-Jährige ist in der Region kein Unbekannter. Bei den Männern war er unter anderem bereits Trainer in Romont, Bulle und Murten. Monneys letzte Station war das NLA-Frauenteam des FC Yverdon. Zuletzt hatte er allerdings kein Traineramt mehr inne. «Wir sind froh, eine gute Übergangslösung gefunden zu haben», sagt SCD-Sportchef Daniel Portmann. «Monney kennt sich aus, er war schon oft im Stadion und hat sich unsere Spiele angeschaut. Wir hoffen, dass er mit seiner Erfahrung nun das Letzte aus den Spielern herausholt und das Unmögliche möglich macht.»

Der SC Düdingen zieht die Reissleine

Zwei Spiele vor der Winterpause trennen sich der SC Düdingen und Trainer Martin Lengen per sofort. Beim Tabellenschlusslicht der 1. Liga soll wie bereits im Frühling Joël Durret die Operation «Ligaerhalt» schaffen.

In zwölf Spielen nur gerade ein Sieg, das schlechteste Torverhältnis (14:30), abgeschlagen Letzter in der Gruppe 1 der 1. Liga – die Zwischenbilanz des SC Düdingen ist miserabel. Gestern zog der Club die Konsequenzen: Martin Lengen ist per sofort nicht mehr Trainer des SCD und wird wie im Frühling, als der Berner für das Saisonfinale beurlaubt wurde, durch Joël Durret ersetzt, der seit einigen Jahren mit Erfolg die Inter-A-Junioren des Vereins leitete.

«Den Ausschlag zur Trennung vom Trainer waren einzig die sportlichen Resultate. Wir haben ganz einfach nicht die nötigen Punkte gemacht», sagt Düdingens Co-Präsident Beat Hirschi. «Nichts zu tun hat der Entscheid mit der Person Lengen. Wir haben an seiner Arbeit nichts auszusetzen.» Trotzdem stellt sich nun die Frage, ob es rückblickend nicht die bessere Lösung gewesen wäre, trotz einem weiterlaufenden Vertrag (bis Ende Saison 18/19) mit Lengen bereits letzte Saison, als der Ligaerhalt mit Durret an der Seitenlinie in extremis geschafft wurde, einen Schlussstrich unter die Zusammenarbeit zu ziehen und damit den kompletten Neuanfang zu ermöglichen. «Das war damals die beste Entscheidung für den Club. Wir dürfen nicht vergessen, was Lengen alles für den SC Düdingen geleistet hat. Die Rückrunde der letzten Saison war nur eine Momentaufnahme, wichtiger sind die grossen Erfolge, die wir in seiner fünfjährigen Tätigkeit bei uns feiern konnten.» So führte Lengen die Düdinger in der Saison 13/14 beispielsweise bis in die Aufstiegsrunde der 1. Liga.

Neue Impulse

Die heutige Realität sieht anders aus. Das Ziel für die junge Mannschaft lautete Ligaerhalt. Ein Vorhaben, das bei gut der Hälfte der Saison in akuter Gefahr ist. «Wir wussten alle, dass es hart wird. Dass es aber gleich so schwierig wird, hat mich ein bisschen überrascht. Wir hatten uns den einen oder anderen Punkt mehr erhofft», räumt Hirschi ein. «Aber so ist es halt, wenn man sich in einer Negativspirale befindet. Eine Verletzung hier, eine falsche Schiedsrichterentscheidung da – alles läuft gegen dich, und am Ende stehst du mit nur sechs Punkten da.» Nach der 0:4-Niederlage in Lancy vom Samstag musste eine Entscheidung getroffen werden. «Glauben wir noch an den Klassenerhalt, oder lassen wir es laufen? Wir glauben daran und haben deshalb die Konsequenzen gezogen.» Weil mit Heimspielen gegen Naters und Meyrin im November noch wegweisende Partien bevorstehen, wurde mit dem Entschluss nicht zugewartet. «Gelingt es uns, mit positiven Resultaten in die Winterpause zu gehen, ist noch alles möglich. Mit einem neuen Trainer wollen wir neue Impulse setzen.»

Und wenn beim SCD das Kader ganz einfach nicht über genug Qualität für den Klassenerhalt verfügt? «Ich schätze die Mannschaft als stark genug dafür ein», hält Hirschi, der die Equipe mit zusammengestellt hatte, fest. Nachdem der ehemalige Sportchef René Cavigelli aufgrund der Vorkommnissen rund um die Beurlaubung und die Rückkehr Martin Lengens das Handtuch geworfen hatte, übt Hirschi die Funktion des Sportchefs ad interim aus – und übernimmt deshalb einen Teil der Verantwortung für die ungenügenden Resultate. «Ich bin mit anderen zusammen mitverantwortlich für die Kaderzusammenstellung und stehe dafür hin. Letztlich war ich es, der das Okay für die Transfers gegeben hat.» Hirschi, der noch bis Ende Saison als Co-Präsident amtieren wird, zieht deshalb für sich persönlich ebenfalls die Konsequenzen. «In der Winterpause wird die Stelle des Sportchefs neu besetzt.» Eine Rückkehr Cavigellis sei dabei kein Thema.

Worst-case-Szenario Abstieg

Zurück ist dafür also Durret, der laut Hirschi das Unmögliche noch möglich machen soll. «Er kennt das Team und die Situation.» Zwar sei noch nicht darüber gesprochen worden, Ziel ist aber, dass der bisherige Trainer der Inter-A-Junioren bis Ende Saison das Fanion­team trainieren soll – und wenn möglich darüber hinaus. «Durret ist ein junger Trainer, der modernen Fussball spielen lässt. Wir haben ihn schon lange auf dem Radar. Er ist für uns ganz klar der Trainer der Zukunft.» Durret sei auch der Richtige im Fall des Worst-­case-Szenarios mit dem Abstieg in die 2. Liga interregional.

«Wir wären schon im Frühling auf eine Relegation vorbereitet gewesen und haben auch jetzt wieder einen Plan B in der Tasche. Eine gute Führung zeichnet sich dadurch aus, von Situationen nicht überrascht zu werden. Für den SC Düdingen mit seiner Infrastruktur wäre ein Abstieg nicht ideal, aber auch nicht der Untergang des Clubs. Manchmal braucht es einen Schritt zurück, um zwei Schritte nach vorne zu machen. Aber ich setzte mich mit diesem Szenario noch nicht heftig auseinander. Noch sind 42 Punkte zu vergeben.»

Die so händeringend benötigten Zähler holen soll Joël Durret mit dem vorhandenen Spielermaterial. In der Winterpause würden höchstens punktuell Retouchen am Kader vorgenommen werden, sagt Hirschi. «Wir sind bereits mit 13 neuen Spielern in die Saison gestiegen. Es wäre deshalb ein falsches Signal, nochmals Tabula rasa zu machen.»

MARTIN LENGEN
«Am Ende spricht die Tabelle die Wahrheit»
Der laufende Vertrag mit Trainer Martin Lengen sei in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden, hatte Co-Präsident Beat Hirschi am frühen Montagmorgen gemeldet. Was oftmals nur eine Floskel ist, bestätigte Lengen auf Anfrage. «Bereits nach dem Spiel gegen Azzurri (Red.: am 30. September, 1:3-Niederlage) habe ich dem Vorstand mitgeteilt, dass wir darüber sprechen können, wenn der Club das Gefühl hat, dass er etwas machen muss. Nach dem Spiel in Lancy haben wir ein tolles Gespräch gehabt. Es ist der Zeitpunkt, um noch zu reagieren. Es geht jetzt nicht um mich, sondern um den SC Düdingen.»

Er habe von Beginn weg gewusst, dass es eine schwere Saison werde. «Die Partie in Lancy ausgenommen, haben wir zuletzt einen Aufwärtstrend gezeigt. Mit ein bisschen mehr Glück könnten wir sieben bis zehn Punkte mehr auf dem Konto haben. Aber am Ende spricht die Tabelle die Wahrheit.» Die Trennung sei die logische Folge davon. Neben dem Quäntchen Glück habe es dem SC Düdingen an Erfahrung gefehlt. «Wir verfügen nicht mehr über die individuellen Qualitäten eines Gigic, Rotzetter oder Schneuwly. Stattdessen haben in den letzten eineinhalb Jahren 15 Spieler 1.-Liga-Luft geschnuppert, die aus den eigenen Junioren kamen.» Dass all diese Spieler eine gewisse Anlaufzeit benötigen würden, sei allen Beteiligten klar gewesen.

Er habe zusammen mit dem Club probiert, den Weg der Jugend einzuschlagen, und übernehme jetzt die Verantwortung für die aktuelle Situation. Trotz der vorzeitigen Trennung hadert Lengen nicht. «Ich habe Düdingen sehr viel zu verdanken – so wie Düdingen mir.» Die letzte Phase sei weniger gut gewesen, zuvor habe der Club aber die erfolgreichste Zeit gehabt mit dem Fast-Aufstieg in die Promotion League. «Für mich ist der SCD der interessanteste 1.-Liga-Club. Ich bin stolz und glücklich, elf Jahre (Red.: erst als Spieler, dann als Assistenz- und Cheftrainer) Teil dieses Clubs gewesen zu sein.» Sein Nachfolger Joël Durret könne sich freuen, eine solche Top-Möglichkeit zu erhalten.

Der abtretende Trainer glaubt daran, dass der Ligaerhalt für den SCD noch möglich ist. «Wir sind gegen Freiburg – gegen das ich in fünfeinhalb Jahren nie ein Derby verloren habe –nicht abgefallen und mussten gegen YB und Meyrin ungerechtfertigte Elfmeter hinnehmen. Wir waren oft nahe am Sieg dran. Ich hoffe, Düdingen kehrt wieder dorthin zurück, wo es zu sein verdient.» Er selbst werde nun versuchen, etwas Abstand vom Fussball zu gewinnen. «Ich werde das Ganze in Ruhe analysieren und dann schauen, was auf mich zukommt

«FEUERWEHRMANN» JOËL DURRET
«Ich habe absolutes Vertrauen in das Team»
Rund fünf Monate ist es her, seit Joël Durret beim SCD Martin Lengen ein erstes Mal für drei Spiele an der Seitenlinie abgelöst hat. Dank Schützenhilfe und dem 5:1-Sieg gegen Vevey in der letzten Runde hielten die Düdinger in extremis die Klasse. «Ich könnte mir eine schönere Ausgangslage vorstellen, um ein Team zu übernehmen», sagt Durret, der aber nicht lange überlegte, ob er erneut als Feuerwehrmann einspringen soll. «Für mich stand klar das Interesse des Vereins im Vordergrund. Und im Vergleich zum Frühling, als uns vor dem Vevey-Spiel schon alle eine Liga tiefer spielen sahen, ist die Lage diesmal aber weniger prekär. Ich habe viel mehr Zeit. Aber natürlich müssen kurzfristig Resultate her.»

Durret denkt dabei selbstredend an die beiden Heimspiele vor der Winterpause gegen Naters und Meyrin. «Diese Teams gehören nicht zur vorderen Tabellenhälfte. Bis jetzt konnten wir gegen die direkten Konkurrenten nicht viele Punkte holen. Das muss sich ändern.» Dazu zählt Durret auch die ersten beiden Spiele nach der Pause gegen Thun und Portalban.

Zunächst stehe für ihn der mentale Aspekt im Fokus, dann wolle er aber möglichst schnell seine Spielphilosophie einfliessen lassen. «Ich will, dass wir insgesamt mutiger auftreten, mit mehr Ballbesitz und einem höheren Pressing.» Durret ist überzeugt, dass das Team die Qualität für den Ligaerhalt hat. «Sonst hätte ich den Job nicht übernommen. Ich habe absolutes Vertrauen in das Team.»

Durret kann sich gut vorstellen, längerfristig Trainer des SC Düdingen zu werden. «Die ersten zwei Wochen sollen die Basis dazu bilden.»

SCD und Goalie Wingeier lösen Vertrag auf

Der SC Düdingen und sein langjähriger Stammgoalie Roger Wingeier haben ihren bis Ende Saison gültigen Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen vorzeitig aufgelöst. Der 31-Jährige war beim 1.-Liga-Verein nach der Verpflichtung des französischen Torhüters Maxime Brenet vor zwei Wochen nur noch dritte Wahl hinter Nachwuchsgoalie Kai Stampfli. «Momentan stehe ich ohne Club da», sagt Wingeier. «Nach dem ganzen Zirkus der letzten Wochen suche in einen Verein, bei dem ich wieder Freude am Fussball haben kann. Wenn ich einen finde, super, ansonsten ist es auch kein Weltuntergang, wenn ich in meinem Alter mit Fussball kürzertrete.»

Wingeier hatte auf die Rückrunde der Saison 2014/15 vom Ligakonkurrenten FC Freiburg aufs Birchhölzli gewechselt. Für den SCD hat er insgesamt 45 Pflichtspiele absolviert.

Goaliefrage sorgt beim SCD für Unruhe

Mit der Verpflichtung eines neuen Goalies will der SC Düdingen aus seiner sportlichen Baisse finden. Der Entscheid, mit Maxime Brenet einen auswärtigen Torhüter zu engagieren, sorgt auf dem Birchhölzli für Wirbel.

Vier Spiele, ein Punkt, vorletzter Tabellenplatz – dem SC Düdingen läuft es in der 1.-Liga-Meisterschaft noch überhaupt nicht nach Wunsch. Nach der katastrophalen letzten Saison mit der zwischenzeitlichen Trainerbeurlaubung und dem in extremis geschafften Ligaerhalt hatten sich die Anhänger des SCD für dieses Jahr positivere Auftritte erhofft. Doch davon ist man momentan um einiges entfernt. Wie überall, wo es sportlich nicht läuft, werden auch in Düdingen die Kritiker mit jedem verlorenen Spiel lauter und zahlreicher. Im Umfeld des Vereins sind inzwischen viele der Meinung, dass man letzte Saison besser in die 2. Liga interregional abgestiegen wäre und dort einen Neuanfang gemacht hätte. Und gar mancher findet, dass es ein Fehler war, Martin Lengen als Trainer zurückzuholen. Der Geschmähte nimmt die Vorwürfe an seine Person gelassen. «Egal, was man macht, es wird immer geredet. Da höre ich gar nicht mehr hin», sagt Lengen. «Die Saison ist noch jung, da kann noch viel passieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Ligaerhalt schaffen werden.»

Auch wenn sich der 43-jährige Cordaster betont ruhig gibt, beim SCD liegt derzeit einiges im Argen. Für Diskussionen sorgten zuletzt auch die Leistungen der Torhüter und Lengens Wechsel auf der Goalieposition. Vor zwei Wochen wurde Roger Wingeier, Stammgoalie der letzten beiden Saisons, durch den 19-jährigen Kai Stampfli ersetzt. Und nun muss der junge Düdinger seinerseits dem neu verpflichteten Franzosen Maxime Brenet (25) Platz machen. Zwei Torhüterwechsel innerhalb eines Monats, das ist ungewöhnlich und eigentlich so gar nicht Lengens Stil. Er war bisher stets ein Verfechter einer klaren Nummer eins im Tor.

Wingeier zeigt sich selbstkritisch

Roger Wingeier kann die von seinem Trainer getätigten Wechsel – nicht ganz unerwartet – nicht nachvollziehen. «Vor der Saison hat der Verein gross kommuniziert, dass er die Lehren aus der letzten Saison gezogen habe, dass er sich ein neues Gesicht geben wolle, mit Spielern aus der Region. Und dann engagiert man einen ausländischen Goalie und verbannt dafür zwei Hiesige auf die Bank», kritisiert der 31-Jährige. «Natürlich hat niemand Anspruch auf einen Stammplatz, nur weil er Sensler ist. Die Leistung muss stimmen, aber das war der Fall.»

Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mich zum Sündenbock für die schlechten Resultate stempeln will.
 
Bei der Beurteilung seiner bisherigen Auftritte gibt sich Roger Wingeier durchaus selbstkritisch. «Bei der 1:5-Niederlage im Cup gegen Münsingen hätte ich bei der Standardsituation, die zum dritten Gegentor geführt hat, herauslaufen sollen.» Matchentscheidend sei diese Situation aber nicht gewesen, sondern der Platzverweis gegen Elvis Corovic. «Auch beim 1:2 gegen Thun nehme ich bei einem Gegentor eine Mitschuld auf mich.» In dieser Situation habe allerdings die ganze Mannschaft geschlafen, findet Wingeier. «Dass man nun mir bereits nach zwei Runden das Vertrauen entzieht, kann ich nicht nachvollziehen.»

Ungünstiger Zeitpunkt

Der Goaliewechsel sei ein gut überlegter Schritt gewesen, entgegnet Trainer Martin Lengen. Die Leistungen von Wingeier hätten bereits in der letzten Rückrunde nachgelassen. «Weil wir wussten, was er konnte und kann, haben wir im Sommer dennoch mit ihm verlängert, auch wenn wir einen anderen Goalie als Option hatten, der heute in der Promotion League spielt. Wir glaubten an ihn und hofften, dass er wieder zu alter Stärke auflaufen würde. Das ist ihm leider nicht gelungen, weder in der Meisterschaft noch in den Trainingsspielen zuvor. Er war nicht mehr der Rückhalt wie in den Jahren zuvor. Ein Goalie muss auch mal einen Unhaltbaren halten.» Nach zehn Spielen, und nicht zwei, habe man sich deshalb zu einem Torhüterwechsel entschieden. «Klar wäre es toll, einen Sensler im Tor stehen zu haben, Priorität hat aber die Leistung, und nicht die Herkunft. Die Leute wollen Siege sehen.»

Dieser Schritt mag nötig und gut überlegt gewesen sein, vollzogen hat ihn der SCD allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach den ausgebliebenen Resultaten ist die Verunsicherung im Team gross, die ständigen Goaliewechsel haben noch für zusätzliche Unruhe gesorgt.

Fehlende Unterstützung

Es ist das undankbare Schicksal des Torhüters, immer wieder bezwungen zu werden. Der Goalie wird nur schwer zum Helden, aber leicht zum Versager. Greift er daneben, landet der Ball im Netz; schlägt ein Stürmer über den Ball, steht es einfach weiterhin 0:0. Umso wichtiger ist es, dass die Mannschaft ihren Goalie unterstützt, die Verteidigung ihn abschirmt und Schüsse blockt, die Offensivabteilung nach hinten arbeitet und gefährliche Torchancen gar nicht erst entstehen lässt. Dieses Sich-Aufopfern für den eigenen Torwart liess der SC Düdingen allerdings des Öfteren vermissen – und das nicht erst seit dieser Saison. « Ich habe Fehler gemacht, alle anderen aber auch. Ich werde den Eindruck nicht los, dass man mich zum Sündenbock für die schlechten Resultate stempeln will», sagt Wingeier. «Wir haben noch kein Spiel wegen uns Goalies verloren.»
 
Für seinen Ersatzmann Stampfli findet Wingeier lobende Worte. Am Sonntag in Portalban bei der 1:3-Niederlage möge Kai bei einem Tor etwas unglücklich ausgesehen haben, dafür habe er einen Penalty gehalten und sei bei allen Freistössen zur Stelle gewesen. «Wieso gibt man nicht ihm die Chance, in der 1. Liga den Rhythmus zu finden, Erfahrungen zu sammeln und Fortschritte zu machen?»

Negative Fehlerkultur

Martin Lengen hält grosse Stücke auf Kai Stampfli und sieht seinen Youngster, der am Kollegium Gambach das vierte Jahr absolviert, beim SCD als Goalie der Zukunft. Für den Sprung in die 1. Liga sei er aber noch nicht bereit. «Wir haben ihn schon vor zwei Jahren, als er noch B-Junior war, ins Kader der ersten Mannschaft geholt. Wir wollen ihn behutsam aufbauen. Er hat sehr viel Talent, aber er braucht noch Zeit, um sich zu entwickeln. Das hat er uns in einem Gespräch selber bestätigt.»

Martin Lengen sieht seinen jungen Keeper Stampfli als Versprechen für die Zukunft.

Dereinst soll Stampfli eine tragende Rolle im Düdinger Fanionteam übernehmen. Dafür soll Adrian Schneuwly sorgen, der seit diesem Sommer auf dem Birchhölzli als Torhütertrainer engagiert ist. Den Vertrag mit Stefan Sojcic, der zuvor viele Jahre diese Funktion ausgeübt hatte, wollte der SCD nicht verlängern. Ein Entscheid, den Roger Wingeier bedauert. «Ädu macht sehr gute Trainings, aber er ist nur einmal pro Woche da. Stefan war mindestens viermal auf dem Platz, da konnte man viel mehr profitieren.»

Zudem herrsche beim SCD eine negative Fehlerkultur, kritisiert Wingeier. «Vom Trainer, vom Präsidenten, vom Goalietrainer – jeden Fehler, den man macht, kriegt man mindestens dreimal unter die Nase ­gerieben.»

Brenet die neue Nummer eins

Wenig ermutigend dürfte für Wingeier derweil sein, dass er am kommenden Samstag im Heimspiel gegen das Team Waadt (17.30 Uhr) auf der Tribüne Platz nehmen muss. Der neu verpflichtete Maxime Brenet (25), der zuletzt bei Yverdon unter Vertrag stand und in der Saison 2014/15 auch schon das Trikot des FC Freiburg getragen hat, wird die Nummer eins sein. Stampfli, der bereits letzte Saison als Backup-Goalie im Kader des SCD stand, allerdings ohne Einsatz blieb, sieht das Ganze pragmatisch. «Es war cool, zwei Spiele in der 1. Liga zu machen. Jetzt schaue ich halt wieder zu. Ich war von Anfang an als Nummer 2 vorgesehen, für mich ändert sich nichts.»

Dass er ins dritte Glied zurücktreten muss, kam für Roger Wingeier derweil wenig überraschend. «Der Verein wartet nur darauf, dass ich das ganze Theater satthabe und freiwillig gehe. Für den SCD wäre dies praktisch, dann könnte er den Vertrag auflösen und müsste mir keinen Lohn mehr zahlen. Ich werde aber weiter ins Training gehen und meine Arbeit machen. Ich will bereit sein, sollte man mich nochmals benötigen. Auch wenn ich persönlich nicht mehr mit Einsätzen in der 1. Liga rechne.»

Trainer Martin Lengen versichert derweil, dass die Türe für seine ehemalige Nummer eins noch offen ist. «Maxime Brenet hat nur einen Vertrag für die Vorrunde. Mitte November werden wir Bilanz ziehen und schauen, wie es weitergeht. Ich hoffe sehr, dass Roger den Konkurrenzkampf annimmt und sich ins Team zurückkämpft. Ich schätze Roger mit seiner Kämpfermentalität sehr.»

Team und Goalie in der Pflicht

Zumindest vorläufig ist damit die Goaliefrage beim SCD geklärt. Ob nun auch Ruhe einkehrt, wird sich zeigen. Das Team und insbesondere der neue Torwart stehen in der Pflicht. Denn eines ist klar: Ein Auswärtiger im Tor und kein Erfolg – das wäre eine Kombination, die bei den Fans schlecht ankäme.

Beim verjüngten SCD ist Geduld gefragt

Nachdem der SC Düdingen im Frühling den Abstieg aus der 1. Liga in extremis verhindern konnte, kündigt sich eine wiederum komplizierte Saison an. Trainer Martin Lengen hat mit dem nochmals stark verjüngten Kader nur ein Ziel: die Klasse zu halten.

Nur dank Schützenhilfe konnte sich der SC Düdingen im letzten Spiel der Saison 2016/17 vor dem Abstieg in die 2. Liga interregional retten. SCD-Trainer Martin Lengen, der nach seiner Beurlaubung im Saisonfinish wieder zurück an der Seitenlinie ist, sprach mit den FN über sein verjüngtes Kader, die Saisonziele und inwiefern er selbst seine Arbeitsweise hinterfragt hat.

Martin Lengen, letzte Saison ist der SCD dem Abstieg in die 2. Liga interregional nur knapp entronnen. Was gibt Ihnen die Zuversicht, dass die Saison 2017/18 besser wird?

Wir haben sicher ein schwieriges Jahr hinter uns. Aber es hätte auch eine ganz gute Saison werden können. Mit drei Siegen in Serie sind wir gut in die Rückrunde gestartet und haben im Cup die Hauptrunde erreicht. Doch dann hatten wir mitunter Verletzungspech. Das führte zu diversen Umstellungen, die in einer Negativspirale endeten. Dass es nicht einfach werden würde in dieser starken 1.-Liga-Gruppe wussten wir jedoch schon letzte Saison – und das wird diesmal nicht anders sein. Unser Saisonziel kann deshalb ganz klar nur der Ligaerhalt sein, zumal wir eine noch jüngere Mannschaft stellen, nachdem schon letzte Saison schon zwölf Spieler, die noch Junioren A spielen konnten, eingesetzt wurden. Alle unsere neuen Spieler kommen vom eigenen Nachwuchs, aus der 2. Liga interregional oder von Absteigern aus der 1. Liga. Wir wissen, dass es hart werden wird. Aber wir nehmen diese Herausforderung an.

Ein richtiger Puncher, der die Mannschaft mitziehen kann, fehlt vielleicht.
Martin Lengen Trainer SC Düdingen

 
Der Alterschnitt der Mannschaft beträgt gerade einmal 22 Jahre. Ein bewusster Entscheid?

Ja. Klar hätte ich den einen oder anderen routinierten Spieler gerne behalten. Ein Fabian Stoller etwa wäre im defensiven Mittelfeld Gold wert gewesen für ein derart junges Team. Aber er konnte in die Promotion League zu Breitenrain. Klar, dass er so eine Möglichkeit nutzt. Unabhängig davon war unser Ziel aber, eine junge Truppe aus Spielern, wenn möglich aus der Region, auf die Beine zu stellen. Wir wollen noch mehr junge Spieler in die 1. Mannschaft integrieren, im Bewusstsein, dass es in der Meisterschaft schwierig werden wird.

Erhoffen Sie sich mit dieser Strategie auch, dass sich die Zuschauer wieder vermehrt mit der Mannschaft identifizieren können?

Letztlich kann man es machen, wie man will, allen ist es nie recht. Aber wenn man unser Team im Vergleich mit vielen anderen 1.-Liga-Mannschaften anschaut, fallen zum einen die jungen Jahrgänge auf und zum anderen, wie viele Namen man noch aussprechen kann.

Was werden die grössten Schwierigkeiten sein, mit denen der SCD in dieser Saison konfrontiert sein wird?

Es hat schon sehr, sehr viele Änderungen im Sommer gegeben. Die vielen jungen Spieler müssen sich zunächst an den höheren Rhythmus gewöhnen. Abgesehen davon will ich eine Mannschaft, die willig ist, die Biss hat und die Fortschritte erzielen will. Mein Team soll auf dem Platz Gas geben. Gefragt sind gleichzeitig aber auch Zeit und Geduld. Nicht nur bezüglich dem Spielrhythmus, auch körperlich ist der Unterschied zwischen der 1. Liga und den unteren Ligen enorm gross.

Inwiefern sind Sie als Trainer mit dieser Ausgangslage gefordert?

Ich muss die Spieler an das höhere Niveau heranführen. Es wird ganz sicher nicht jeder den Sprung in die 1. Liga packen. Wenn einer nach ein, zwei Jahren noch nicht Stammspieler ist, dann wird es schwierig. Aber ich bin guten Mutes, haben sich in den letzten Jahren doch einige junge Spieler etabliert. Ich denke dabei an Fabian Suter oder Loïc Marmier. In der Vorbereitung hatte jeder einzelne Spieler die Chance, sich zu präsentieren. Nun liegt es an mir, die richtige Auswahl zu treffen und so das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen.

Gerade junge Spieler müssen geführt werden. Verfügen Sie noch über Leader in der Mannschaft?

Ein Top-Leader fehlt sicherlich. Frédéric Piller, Roger Wingeier, Flavio Cassara oder Elvis Corovic, also Spieler, die schon länger dabei sind, sind durchaus Führungsspieler. Aber ein richtiger Puncher, der die Mannschaft mitziehen kann, fehlt womöglich. Eine solche Position kann sich ein Spieler – und das kann auch einer der jungen sein – jedoch mit Leistung erarbeiten.

Wie werden Sie versuchen, die jungen, zuweilen ungestümen Spieler taktisch zu disziplinieren?

Natürlich sind sie unbekümmert. Ein wenig sind die Spieler wie junge Hunde. Das sorgt zwischendurch für Überraschungsmomente – im positiven und negativen Sinn. Taktisch hat der eine oder andere noch Mängel. Das Defensivverhalten muss stimmen, sie dürfen nicht nur nach vorne rennen. Aber wie schon erwähnt, man muss diesen Spielern Zeit geben. In der Vorbereitung hat das Team gegen andere 1.-Liga-Teams oder solche aus der 2. Liga inter jedenfalls schon sehr gute Leistungen gezeigt.

Sie selbst wurden vergangene Saison fünf Runden vor Ende beurlaubt und kehren nun an die Seitenlinie des SCD zurück. Haben Sie keine Bedenken, dass bei fehlendem Erfolg nicht wieder die Reissleine gezogen wird?

Seither ist viel Zeit vergangen. Als ich beurlaubt wurde, lagen wir noch zwei Plätze über dem Strich. Insofern konnte ich meine Arbeit mit gutem Gewissen wieder aufnehmen. Zudem hat es viele Wechsel in der Mannschaft gegeben. Mittlerweile bin ich bereits wieder zwei Monate hier und es ist, als ob ich nie weg gewesen wäre. Ich habe schon nach meiner Beurlaubung gesagt, dass ich mir die elf guten Jahre in Düdingen nicht wegen ein paar Wochen kaputtmachen lasse. Mir wurde aber klar kommuniziert, dass ich mit einem jungen Team arbeiten werde. Der Vorstand hat mir versichert, dass er mir Zeit geben und Geduld aufbringen werde. Ich gehe davon aus, dass das der Fall sein wird.

Wie sieht es mit der Akzeptanz Ihnen gegenüber beim Team aus?

Letztlich muss jeder Spieler für sich schauen. Wenn einer nicht Vollgas gibt, schadet er sich nur selbst. Es stehen 23 Spieler im Kader und am Ende spielen jene, die der Mannschaft am meisten bringen. Mit den Spielern, die im Club geblieben sind, hatte ich aber auch nie Probleme.

Inwiefern haben Sie nach den Erfahrungen aus der letzten Saison Ihre Arbeitsweise verändert?

Es ist klar, dass ich gewisse Dinge in meiner Arbeit hinterfragt habe. Alle haben Fehler gemacht, da nehme ich mich bestimmt nicht heraus. Wie die Spieler soll auch ich mich ständig verbessern und weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt meine Philosophie unverändert, und ich bleibe meiner Linie mehr oder weniger treu.

Und wie sieht Ihre Linie aus?

Mir ist sicher die Disziplin ein Hauptanliegen. Und ich will, dass meine Mannschaft kämpferisch auftritt. Die Zuschauer sollen sehen, dass sich die Spieler für den Club zerreissen. Dabei darf das Fussballspielen aber nicht vergessen werden. Ziel ist, den Ball möglichst viel in den eigenen Reihen zu halten.

Sie haben es eingangs erwähnt, Priorität hat der Ligaerhalt. Ein moderates Ziel …

Letzte Saison konnten wir zwar Top-Teams wie Lausanne-Ouchy schlagen, aber im Vergleich zu den Spitzenclubs fehlt uns die Konstanz. Mit unserer neuen Ausrichtung und dem verjüngten Kader kann unser Ziel aber nur der Ligaerhalt sein, da müssen wir realistisch bleiben. Es wird ein Überbrückungsjahr, in dem wir so schnell wie möglich einen gesicherten Platz erreichen wollen.

Sehen Sie längerfristig den Platz für einen Verein wie den SC Düdingen in der 1. Liga in Gefahr?

Bezüglich der Infrastruktur mit dem neuen Stadion sind wir top und gehören in die 1. Liga. Aber wir müssen am Boden bleiben. Dass wir vor einigen Jahren die Aufstiegsspiele erreicht haben, war sensationell. Aber wir sind immer noch ein Dorfclub und können uns nicht mit Teams vergleichen, die den Aufstieg anstreben.

Die Saisonvorbereitung ist vorbei. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

In den Testspielen hatten wir meist eine gute und eine weniger gute Halbzeit. Die Mannschaft hat ihr Potenzial angedeutet. Interessant war jedoch vor allem, wie sie trainiert hat. Der Einsatz war gross, das macht Freude. Leider konnte ich während der ganzen Vorbereitung nicht ein Mal mit der Verteidigung spielen, die schon letzte Saison auf dem Platz gestanden hatte. Für das erste Spiel sollten aber alle Verteidiger wieder einsatzbereit sein.

Hat sich bereits eine Stammelf herauskristallisiert?

Weil wir ausgeglichener besetzt sind als noch letzte Saison und mehrere Spieler auf verschiedenen Positionen spielen können, ist das nicht der Fall. Der Konkurrenzkampf ist entfacht. Der Spieler, der mehr Gas gibt, wird zum Einsatz kommen. Es braucht jede Woche Leistung, sonst nimmt ein anderer Spieler den Platz ein.

Wie wichtig wird gerade für die junge Mannschaft ein guter Saisonstart sein?

Sicher sehr wichtig. Andererseits hatten wir letzte Saison eine Top-Vorbereitung, gewannen die ersten drei Spiele und sind dann doch noch in die Bredouille geraten. Im Gegensatz dazu waren wir mit sieben Remis gestartet, als wir damals die Aufstiegsspiele erreicht hatten. Es ist also sicher nichts verloren, wenn der Start nicht so gut sein sollte. Es wird seine Zeit brauchen, bis sich das Team findet.

Kein neuer Spieler älter als 23 Jahre
Derweil Routiniers wie Fabian Stoller den SCD verliessen, stiessen ein Dutzend junge Spieler zum Club. Keiner dieser Zuzüge ist älter als 23 Jahre. Nachdem Sportchef René Cavigelli den Verein im Sommer verlassen hatte, kümmerte sich Co-Präsident Beat Hirschi in Absprache mit Trainer Martin Lengen um die Transfers.

Das Kader des SC Düdingen
Torhüter: Roger Wingeier (Alter 31), Kai Stampfli (19).

Verteidiger: Yves Boschung (19), Jan Bürgy (18), Flavio Cassarà (24), Elvis Corovic (28), Jens Hofer (19), Loïc Marmier (20), Jannick Rytz (19/neu/Jun. A), Yessin Sdiri (20/neu/FC Freiburg), Fabian Suter (21).

Mittelfeld: Christoph Catillaz (21), Andi Iseni (22), Frédéric Piller (27), Cédric Portmann (19/neu/Jun. A), Nando Sommer (21/neu/FC Plaffeien), Kevin Pianaro (23/neu/FC La Sarraz).

Stürmer: Fisnik Pajaziti (19/neu/Jun. A), Lionel Buntschu (20/neu/FC Farvagny), Ndiaw Ndiaye (23/neu/FC La Sarraz), Karim Diarra (23/neu/FC Dardania LS), Elie Dindamba (23/neu/FC Bulle), Maxime Mason (22/neu/FC Bulle). Dylann Nyangi (19/neu/FC Luzern U21). Trainer: Martin Lengen.

Abgänge: Manuel Schwarz (FC Plaffeien), Fabian Stoller (Breitenrain), Adan Rebronia (FC Freiburg), Ermin Gigic (?), Dino Rebronia (?), Tolga Mertoglu (?), Ovidu-Ionut Mendizov (?), José Muala (?).